Baumgart-Lob für HSV-Nachfolger Polzin: „Hat klare Idee“
Arbeiteten neun Monate beim HSV zusammen: Trainer Steffen Baumgart (rechts) und sein einstiger Assistent und Nachfolger Merlin Polzin. Foto: Christian Charisius/dpa
Vor knapp zwei Jahren kam für Trainer Steffen Baumgart das Aus beim damaligen Zweitligisten HSV. Dennoch findet er nur anerkennende Worte für den Verein - und seinen Nachfolger.
Hamburg. Der ehemalige HSV-Trainer Steffen Baumgart hat seinen Nachfolger Merlin Polzin und die Entwicklung beim Hamburger Fußball-Bundesligisten gelobt. „Er ist seit Kindesbeinen HSV-Fan und bei dem Verein auch groß geworden. Dadurch genießt er einen kleinen Bonus“, sagte Baumgart im interview der „Sport Bild“ über Polzin. „Dennoch: Merlin hat eine klare Idee davon, wie er Fußball spielen lassen will.“
Polzin profitiere von der Geschlossenheit des Clubs, in dem nicht 25 verschiedene Leute mitreden – sondern nur drei oder vier. „Das ist aus meiner Sicht ganz wichtig für erfolgreiches Arbeiten.“
Trennung vom HSV „richtige Entscheidung“
Der HSV trennte sich im November 2024 nach nur neun Monaten von ihm. Baumgart bezeichnete dies als „richtige Entscheidung“. Damals spielten die Hamburger noch in der 2. Bundesliga und drohten, erneut den Aufstieg zu verpassen. „Wir waren an einem Punkt angekommen zu entscheiden, neue Wege zu gehen, um das Beste für den Verein, für die Mannschaft zu tun“, sagte er.
Der 54-Jährige lobte insgesamt die Zusammenarbeit mit dem damaligen Sportvorstand Jonas Boldt (heute Hannover 96), dessen Nachfolger Stefan Kuntz und Finanzvorstand Eric Huwer.
Sein Assistent Polzin wurde damals zum Cheftrainer befördert und führte den Verein nach siebenjähriger Zweitklassigkeit im Mai 2025 in die Bundesliga zurück. Der 35-Jährige schaffte mit der Mannschaft in der darauffolgenden Spielzeit souverän den Klassenverbleib und hat die Mannschaft nach einem schwierigen Start in die aktuelle Saison mit drei Siegen in Serie stabilisiert.
Baumgart: HSV einer der größten Vereine in Deutschland
Für Baumgart zählt der Verein zu den drei, vier größten in Deutschland. „Erst wenn man für den HSV gearbeitet hat, merkt man, welche Wucht dieser Verein hat“, sagte er. „Und nicht, wenn dir einer etwas erzählt.“ Vielleicht sei der HSV nach dem Abstieg 2018 zu spät aufgestiegen, „aber ansonsten hat er nicht viel falsch gemacht, wenn man sich die vergangenen sechs, sieben Jahre anschaut“.
Derzeit ohne Verein
Nach seinem Abgang in Hamburg wurde Baumgart Anfang 2025 Trainer beim 1. FC Union Berlin. Der Bundesligist trennte sich im vergangenen April von ihm. Derzeit ist der Ex-Stürmer ohne Engagement. Baumgart kann sich auch einen Wechsel ins Ausland vorstellen. „Sicher ist die Bundesliga super interessant. Aber mich würde auch eine Auslandstätigkeit reizen“, meinte er. „Ich kenne einige deutsche Trainer, die es nicht bereut haben, außerhalb von Deutschland zu arbeiten.“