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Freizeitspaß

TBei Michi Bargsten in Stade-Hagen: Einmal Nostalgie tanken, bitte

Michael Bargsten will nicht im Vordergrund stehen, seine wiederaufgebaute Tankstelle ist aber ein echter Hingucker.

Michael Bargsten will nicht im Vordergrund stehen, seine wiederaufgebaute Tankstelle ist aber ein echter Hingucker. Foto: Strüning

Das ist super: Bei Michael Bargsten in Stade-Hagen tanken Besucher Nostalgie. Dahinter steckt ein echter Oldtimer-Fan.

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Von Lars Strüning
01.08.2026, 17:50 Uhr

Stade. Michael Bargsten, der sich selbst mit „Michi“ vorstellt, ist eher der Typ Diesel, der sich langsam warmläuft, dann aber richtig auf Touren kommt. Zu jedem Teil hat er eine Geschichte zu erzählen. Er hat jetzt schon so viele zusammengetragen, dass fast ein kleines Museum entstanden ist.

Michi Bargsten: „Die Nachbarn feiern das mit ab“

Michi Bargsten ist ein bescheidener Typ, redet nicht so viel von sich, aber aus seinen Worten spricht die pure Begeisterung für sein Hobby. Die Begeisterung teilt seine Frau Alexandra, kurz Ali genannt. „Meine Frau hat da voll Bock drauf.“ Und auch ganz wichtig: „Die Nachbarn feiern das auch mit ab.“ Ist auch besser so.

Immer wieder halten Autos und Räder an, voller Erstaunen und Begeisterung. Fotoapparate oder Handys werden gezückt. Einige würden sogar gerne Bestellungen für kleine Erfrischungen aufgeben. Ein neues Geschäftsfeld mitten im Wohngebiet an der Hagener Hauptstraße?

Gehört zum Fuhrpark: Das alte Victoria-Moped, das Michi Bargsten restaurierte.

Gehört zum Fuhrpark: Das alte Victoria-Moped, das Michi Bargsten restaurierte. Foto: Strüning

Michi Bargsten winkt ab. Nicht sein Ding, und Gewerbe müsste er auch anmelden. Dann doch nur lieber Freizeitspaß. Die Nachfragen haben einen Grund: Eine „Schöller-Eiskrem“-Karte winkt Besuchern förmlich zu, die Bargsten außen ans Kassenhäuschen gehängt hat - aus guten allen Zeiten, als es noch Eis am Stil für 20 Pfennige gab. Oder die 20er-Packung Ernte 23, die einst 2,30 D-Mark kostete. Passend dazu hängt ein HB-Männchen aus Stoff im Kassenhäuschen.

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Das HB-Männchen im Kassenraum.

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Das HB-Männchen im Kassenraum. Foto: Strüning

Schrauber aus Leidenschaft: Kein Handy, kein E-Auto

Michael Bargsten ist 52 Jahre alt, von Beruf LKW-Mechaniker bei MAN-Nagel in Stade-Ottenbeck. Er liebt es zu schrauben. Moderner Schnickschnack ist nichts für ihn. Ein Handy hat er nicht und ein E-Auto kommt schon mal gar nicht auf den Hof. Da ist eh kein Platz mehr.

Ein alter Goggo mit Parkuhr mitten im Garten. Wo gibt es denn sowas? Bei Michael und Alexandra Bargsten.

Ein alter Goggo mit Parkuhr mitten im Garten. Wo gibt es denn sowas? Bei Michael und Alexandra Bargsten. Foto: Strüning

Bargsten muss schon amerikanische Straßenkreuzer in der Stube parken. Natürlich ganz bewusst. Sein im amerikanischen Stil der 50er/60er-Jahre ausgestattete Küche mit Wohnzimmer wird dominiert von einem türkisgrünen 56er Chevrolet Bel Air. Draußen auf dem Weg zur Haustür steht als Gartenschmuck ein rotes Goggomobil an einer abgelaufenen Parksäule. Humor hat er.

Ein saniertes Victoria-Moped stellt er gerne zur nachgebauten Tankstelle, dann neben der Zweitaktsäule, als die motorisierten Zweiräder noch mit einem Öl-Benzin-Gemisch unterwegs waren. Kern der Tankstelle sind aber andere Einrichtungen.

Kassenhäuschen war von Aral und stand in Aachen

Da ist das Original-Kassenhäuschen, allerdings von Aral und damit in Blau-Weiß, das Bargsten in Duisburg aufstöberte und es auch dort abholte. Ursprünglich, ließ er sich erzählen, stand das in Aachen. Und jetzt eben in Hagen bei Stade. Er arbeitete es auf, malte es in den BP-Farben grün und weiß um und setzte neue Fenster ein.

Blick in das Tankstellenhäuschen, das mit Registrierkasse, Zündkerzen und HB-Männchen wie ein kleines Museum wirkt.

Blick in das Tankstellenhäuschen, das mit Registrierkasse, Zündkerzen und HB-Männchen wie ein kleines Museum wirkt. Foto: Strüning

Drinnen drapierte er eine Registrierkasse in knall-orange, alte, aber ungebrauchte Zündkerzen, Fahrtenbücher, Keilriemen, Öl von Fahrrad Brunkhorst aus Stade oder eine Limonade von der Stader Brauerei Hinck.

Eine alte Öldose aus Frankreich zeigt den Ausschnitt eines Rallyefahrzeugs. Wer drei Dosen nebeneinanderstellt, hat die komplette Heckansicht. Über allen hängt eine Leuchtreklame: „Zündkerzen - Glühkerzen Beru“. Der Blick nach draußen fällt auf einen Kaugummi-Automaten.

Zwei Zapfsäulen als Blickfang und ein Ölkabinett

Blickfang sind die beiden Zapfsäulen und das Ölkabinett, das das Ehepaar Bargsten vor Jahren mal zum Geburtstag geschenkt bekam und als Grundstein für die Sammelleidenschaft diente. Erst mal wurde die Platte als Fundament geschüttet. Bargsten winkt wieder mit einer leichten Handbewegung ab: „Das war kein Ding.“ Eine Zapfsäule zum Beispiel besorgte er sich beim Bauern.

Die originalen Zapfsäulen wurden liebevoll aufgearbeitet. Jetzt fehlen nur noch die Benzinschläuche.

Die originalen Zapfsäulen wurden liebevoll aufgearbeitet. Jetzt fehlen nur noch die Benzinschläuche. Foto: Strüning

Sie wurde wie die andere aufbereitet und in grün-weiß gestrichen. Nur an die Original-BP-Farbe kommt er nicht ran. Aber das wird kaum einer merken. Jetzt fehlen noch die Tankschläuche, sagt er fast entschuldigend. Und überhaupt sei er noch lange nicht fertig.

Das Kassenhäuschen bekommt noch Strom für die Leuchtreklame und bei den Nachbarn wird noch ein Schild aufgestellt: BP, 100 Meter. Michael Bargsten: „Wir haben hier erst Halbzeit.“

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