TBeispielloser Eklat in Buxtehude: Stadtbaurätin brüskiert eigene Verwaltung
Stadtbaurätin Michaela Sprinhorn (links) diskutiert nach dem öffentlichen Eklat mit Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt. Foto: Wisser
Michaela Springhorn lehnt die Verwaltungsvorlage ab, Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt kontert deutlich: Was ist da los beim Projekt Buxtehuder Bahnhof?
Buxtehude. Buxtehudes Stadtbaurätin Michaela Springhorn lehnt den Bau des neuen Bahnhofs in der aktuellen Planung ab. In einer für die Stadt wohl einzigartigen Aktion stellte sie sich im Stadtplanungsausschuss gegen die eigene Verwaltungsvorlage, ihre beteiligten Mitarbeiter und Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt.
Ein solcher Vorgang ist in der jüngeren kommunalpolitischen Geschichte Buxtehudes nicht bekannt. Nachdem Abgeordnete nach den Risiken des Bahnhofprojekts fragten, überraschte Springhorn die Politik, anwesende Mitarbeiter und externe Gäste. Sie wies auf hohe Risiken bei den Abstimmungen mit der Deutschen Bahn und die personelle Lage in der Bauverwaltung hin und riet, das Projekt nicht zu starten.
„Ich kann nicht garantieren, dass wir das umsetzen können“, sagte sie öffentlich. Eine Zustimmung zur Vorlage könne sie nicht empfehlen. Die anwesende Politik ignorierte die Kritik und unterstützte das Projekt trotzdem einstimmig.
Bahnhof: Risiko von großen Preissprüngen
Gegenüber dem TAGEBLATT erläuterte Springhorn ihre öffentliche Kritik. Projekte mit der Deutschen Bahn dauerten immer länger und würden teurer, erklärte sie aus Erfahrung. Die prognostizierten Kosten seien zu ungenau, das Risiko von Preissprüngen zu groß. „Der schlimmste Fall ist, dass die Bahn nicht baut und wir auf den Kosten sitzen bleiben“, sagte Springhorn.

So kann das Fahrradparkhaus aus Richtung Brüningstraße aussehen. Zu erkennen ist der ebenerdige Eingang von der Giselbertstraße aus. Hier entsteht auch ein neuer Zugang zum Mittelbahnsteig. Foto: Wisser
Die Stadtbaurätin hatte ihre Bedenken bereits intern geäußert und schriftlich festgehalten. Ihre Erklärung in der Sitzung war ungeplant. Bei Rückfragen zu den Risiken habe sie den Abgeordneten reinen Wein einschenken müssen. Am Ende trage sie die Verantwortung für die Umsetzung, nicht die Bürgermeisterin, die zum 31. Oktober 2026 ausscheidet.
Deshalb geht die Stadtbaurätin in die Offensive
Die Amtszeit von Katja Oldenburg-Schmidt endet nach zwölf Jahren. Bei der Kommunalwahl am 13. September wird ihre Nachfolge durch eine Direktwahl entschieden.

Michaela Springhorn ist seit drei Jahren Stadtbaurätin in Buxtehude. Hier ist sie im Gespräch mit Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt. Foto: Wisser
„Ich muss meine Mitarbeiter schützen“, sagte Springhorn. Sie erinnerte an die vielen Aufgaben im Hochbau: Sanierungen der Grundschulen, der Halle Süd, der Halepaghen-Schule und die Einrichtung der Oberschule am Schulzentrum Süd.
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Auch das Heimatmuseum und das Freizeithaus gehören zu den Projekten ihrer Mitarbeiter. Dass das Bahnhofsprojekt extern unterstützt und von zwei Führungskräften geleitet wird, änderte nichts an ihrer Ablehnung.
Das sagt die Bürgermeisterin zum öffentlichen Eklat
„Ich kommentiere Äußerungen von Mitarbeitern grundsätzlich nicht öffentlich“, reagierte die Bürgermeisterin auf den Eklat. Sachlich widerspricht sie Springhorn vehement. „Die Verwaltung hat immer auf die Risiken hingewiesen“, sagt sie. Die Umgestaltung des Bahnhofs sei eine historische Chance, die man mit aller Kraft angehen werde. Sie betont das Prinzip der Einheitlichkeit der Verwaltung: „Wir diskutieren intern, treffen Entscheidungen und gehen dann mit einer gemeinsamen Vorlage an die Öffentlichkeit.“
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Auch die Deutsche Bahn sieht die Lage positiver als Springhorn. Inga Schlichting, Leiterin des Bereichs Bahnhöfe in Norddeutschland, meint, die komplexen Teile der Umsetzung seien durch jahrelange Gespräche bereits erledigt. „Kommunen bauen oft mit uns Fahrradabstellanlagen“, sagte sie. Das sei vergleichsweise unkompliziert.
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