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OP und Chemotherapie

TBrustkrebs veränderte ihr Leben: Heute will Katja Grunewald aufklären

Ein starkes Team: Katja Grunewald mit ihrem Sohn Ivar (9).

Ein starkes Team: Katja Grunewald mit ihrem Sohn Ivar (9). Foto: P. Meyer

Als Betroffene organisiert Katja Grunewald einen Aktionstag, um Spenden für Krebs-Organisationen zu sammeln. Ihr selbst retteten 90 Euro vielleicht sogar das Leben.

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Von Pauline Meyer
10.10.2026, 20:15 Uhr

Ahlerstedt, Fredenbeck. Jede achte Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. Daher steht der Oktober jährlich im Zeichen dieser Krankheit. Auch in Ahlerstedt soll es rund um den Pinktober eine Aktion geben, die auf Brustkrebs aufmerksam machen soll. Initiatorin ist die Ergotherapeutin Katja Grunewald, die 2024 selbst die Diagnose Brustkrebs bekam.

Ein Fleck veränderte ihr Leben

Als Katja Grunewald vor rund zwei Jahren bei einer Routineuntersuchung bei ihrem Gynäkologen sitzt, ahnt sie noch nicht, wie dieser Termin ihr Leben verändern wird. „Mein Auto war gerade in der Werkstatt“, erinnert sie sich. 600 Euro sollte die Reparatur des Wagens kosten. Da fielen die 90 Euro für eine zusätzliche freiwillige Ultraschalluntersuchung kaum noch ins Gewicht. Es war eine Entscheidung, die ihr vielleicht sogar das Leben rettete.

„Da war etwas auf dem Ultraschallbild“, erzählt Katja Grunewald. „Ein kleiner schwarzer Fleck in meiner Brust.“ Es vergingen ein paar Wochen, bis eine Untersuchung in einer radiologischen Praxis in Stade ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigte: Es war Brustkrebs.

Auch ein Lymphknoten in ihrer Achsel war bereits befallen. Ein Schock für die junge Mutter. „Ich habe vor zehn Jahren meine beste Freundin an Brustkrebs verloren“, erklärt Katja Grunewald. Jetzt hielt sie Überweisungen für dieselben Termine in der Hand, die ihre Freundin damals machen musste.

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„Man denkt darüber nach, dass jetzt alles vorbei sein könnte“, sagt Katja Grunewald. Doch die damals 39-Jährige will kämpfen. Und sie will ihr Leben umkrempeln. Im Januar 2025 trennt sie sich von ihrem Mann und zieht mit ihrem Sohn Ivar in eine eigene Wohnung nach Fredenbeck. Die Beziehung habe schon länger gekriselt, erklärt sie. Die Diagnose habe etwas in ihr verändert: „Ich habe kein Stück Leben zu verschwenden“, sagt Katja Grunewald.

Meal Train und Kühlkappe: Wie Freunde helfen können

Dann begann eine Zeit des Durchhaltens: Katja Grunewald musste eine Operation, Chemotherapie und Bestrahlung über sich ergehen lassen. Die Hoffnung, vielleicht um eine Chemotherapie herumzukommen, zerschlug sich. Anfang April, einen Tag nach ihrem 40. Geburtstag, bekam sie die erste Chemotherapie-Behandlung. „Ich habe mich auch für meinen Sohn dazu entschieden. Der soll noch lange etwas von mir haben“, sagt Katja Grunewald.

Unterstützung bekam sie während dieser Zeit auch aus ihrem Umfeld. Eine Freundin, die in Amerika lebt, initiierte dafür einen sogenannten „Meal Train“. Über eine Webseite können sich Freunde und Familienmitglieder eintragen und der erkrankten Person Mahlzeiten vorbeibringen. „Dort ist das ganz normal“, erzählt Katja Grunewald. „Das hat mich über die Chemo-Zeit getragen.“

Während der Chemotherapie trug Katja Grunewald Kältehandschuhe und -socken.

Während der Chemotherapie trug Katja Grunewald Kältehandschuhe und -socken. Foto: privat

Doch nicht nur Familie und Freunden, die eine Spendenaktion für die frisch getrennte Mutter ins Leben gerufen hatten, halfen. Nachbarn, Bekannte und ehemalige Nachhilfeschüler spendeten für sie. Über das Geld finanzierte Katja Grunewald eine Kühlkappe gegen den Haarverlust sowie Kühlhandschuhe und -socken für die Chemotherapie. Denn als Ergotherapeutin ist sie auf ihre Beweglichkeit angewiesen - die Hilfsmittel können Nervenschäden in Händen und Füßen verhindern. „Das hat auch funktioniert“, so Katja Grunewald. Nur die Kühlkappe konnte das Ausfallen ihrer Haare nicht verhindern.

Spenden sammeln: Aktionstag am 11. Oktober

Katja Grunewald geht offen mit ihrer Geschichte um. Um anderen die Berührungsängste mit Erkrankten zu nehmen, um Betroffenen Hoffnung zu geben und besonders, um aufzuklären: „Achtet auf euch, nehmt Angebote in Anspruch“, rät sie allen Frauen.

Mit ihrer Aktion am Sonntag, 11. Oktober, 11 Uhr, in der Ergotherapiepraxis Hölting (Stader Straße 1), in der sie arbeitet, will Grunewald Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Es wird einen Flohmarkt geben, bei dem die Erlöse an die Krebsberatung Stade und den Verein Suumpfperlen gehen. Beide Organisationen werden mit einem Infostand vor Ort sein. Zudem plant Katja Grunewald eine Tombola, für die auch noch Sponsoren gesucht werden sowie Aktionen für Kinder. „Und ich werde pinke Limonade ausgeben“, erklärt sie. Ganz im Zeichen des Pinktobers.

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Heute geht es Katja Grunewald gut. Sie muss noch regelmäßig zum Arzt, hat manchmal noch mit körperlichen Veränderungen zu kämpfen. Eine positive Sache kann Katja Grunewald trotzdem aus der Zeit ziehen: Sie habe ihre Sicht auf die Dinge verändert: „Ich schiebe nichts mehr auf.“

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