TBürgermeisterwahl in Stade: Neue Frauen braucht die Stadt
Melanie Reinecke ist aus Überzeugung Landtagsabgeordnete. Foto: Archiv
Fünf Männer wollen in Stade Rathaus-Chef werden. Das ist gut, weil Bürger eine echte Wahl haben. Aber wo bleibt die Geschlechtervielfalt? Und warum kandidiert Melanie Reinecke nicht?
Stade. Zugegeben: Ein bisschen divers ist die Bürgermeisterwahl in Stade schon, wenn man so will. Die beiden Kandidaten Kai Koeser (SPD) und Enrico Bergmann (FDP) sind mit einem Mann verheiratet und repräsentieren damit einen Aspekt gesellschaftlicher Vielfalt. Die Hälfte der Gesellschaft sind aber Frauen. Warum strebt keine von ihnen auf den Chefsessel im Rathaus?
Frauen haben häufig einen anderen Blick auf die Dinge
Egal, wer am Ende in Stade gewählt wird: Ob Kai Koeser, Enrico Bergmann, Arne Kramer (CDU), Tristan Jorde (Linke) oder Jörg Baumann (parteilos). Zusammen mit dem Ersten Stadtrat Lars Kolk und Stadtrat Carsten Brokelmann wird wieder ein reines Männertrio die Verwaltungsspitze bilden. Das hat Nachteile.
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Frauen haben oft einen anderen Blick auf die Dinge und gehen auch Probleme häufig anders an als Männer. Verschiedene Studien zeigen, dass Unternehmen, die Frauen in Führungspositionen fördern, insgesamt erfolgreicher sind.
Parteien finden kaum weibliche Kandidaten
An geeigneten Frauen mangelt es jedenfalls nicht. Die CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Melanie Reinecke hat den dauerhaft kranken Bürgermeister in den letzten Monaten als dessen ehrenamtliche Stellvertreterin souverän bei öffentlichen Terminen vertreten und wird von vielen geschätzt. Tatsächlich habe sie über eine Kandidatur nachgedacht, sagt sie auf TAGEBLATT-Nachfrage.
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Sie sei aber aus Überzeugung Landtagsabgeordnete. Als Frau in der Kommunalpolitik gehört sie übrigens immer noch zu einer Minderheit. Nur etwa 30 Prozent der kommunalen Mandatsträger sind weiblich.
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Unter anderem die SPD in Drochtersen und die FDP in Stade haben Probleme, weibliche Kandidaten zu finden, die sich lokalpolitisch engagieren wollen. Auch der Grünen-Ortsverband Buxtehude-Apensen sucht gezielt und händeringend nach Frauen. Noch düsterer sieht die Statistik bei den Bürgermeistern aus. In Niedersachsen sind fast 85 Prozent der Bürgermeister männlich. Und im Landkreis Stade?
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In Harsefeld, Buxtehude, Apensen und Nordkehdingen sitzen Frauen auf dem Chefsessel. In Buxtehude, Apensen und Harsefeld können Bürger im September eine Frau zur neuen Bürgermeisterin wählen. In Apensen und Harsefeld bleibt ihnen sogar nichts anderes übrig, weil es nur eine Bewerberin gibt. Auch da fehlt Vielfalt.
Übrigens: Die Einreichungsfrist für die Bürgermeisterwahl endet am 6. Juli. Bis zum 20. Juli können alle anderen Vorschläge für die Kommunalwahl eingereicht werden. Frauen, traut euch!
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