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Kommunalwahl 2026

TBunter Stader Rat: Das sagen die Parteien zur Kommunalwahl

Während der Kommunalwahl werden die Wahlergebnisse im Stader Königsmarcksaal angezeigt.

Während der Kommunalwahl werden die Wahlergebnisse im Stader Königsmarcksaal angezeigt. Foto: Strüning

Die Wahl am Sonntag hat zu deutlichen Verschiebungen in der Besetzung des neuen Stader Rats geführt. Was sagen die Parteien dazu? Von Katzenjammer und Jubelgesängen.

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Von Lars Strüning
16.09.2026, 17:50 Uhr

Stade. Die CDU. Verglichen mit den desolaten Umfragewerten bundesweit haben sich die Christdemokraten in Stade gut gehalten. Ihre Fraktion in dem 40-köpfigen Rat zählt elf Mitglieder, bisher waren es zwölf. Stades CDU-Vorsitzender Arne Kramer führt das auf die personell gut besetzte Liste zurück. „Das hat gezogen“, so Kramer.

CDU: „Ich bin schon stolz auf das Ergebnis“

„Ich bin schon stolz auf das Ergebnis“, sagt er - gegen den Bundestrend und auch gegen parteiinterne Kritik, dass mit der personellen Aufstellung keine Wahl zu gewinnen sei. Die Zahlen sprechen für sich: Kramer mit 1800 Stimmen, Christoph von Schassen, Melanie Reinecke und Hendrik Deede mit deutlich über 800 Stimmen haben der Fraktion geholfen. Eine fiel durch: Kristina Kilian-Klinge, einst selbst Kandidatin fürs Bürgermeisteramt. Sie rückt nach, falls Kramer Bürgermeister wird.


Die SPD.
Die Sozialdemokraten haben Federn lassen müssen, haben bald nur noch 9 statt der zwölf Sitze. „Da haben wir uns mehr erhofft“, sagt Stades SPD-Chef Kai Koeser. Die Partei sei mitten im Generationswechsel. Bewährte Kräfte mit hohem Stimmenpotenzial seien nicht wieder angetreten, die neuen seien noch nicht so bekannt.

SPD: Kai Koeser mit bestem Einzelergebnis

Er selbst ragt mit seinen gut 2000 Stimmen heraus. Das beste Einzelergebnis. Tamer Yüksel (560), Elena Brückner (492) und Sigrid Koppelmann (491) stehen noch gut da, zogen locker wieder in den Rat ein. Die bunte Mischung mit neun Parteien sieht Koeser sportlich: Er setzt auf das „Stader Modell“ mit wechselnden, möglichst stabilen Mehrheiten und einem guten Austausch. Mit den kleineren Gruppen oder Einzelvertretern will er Gespräche führen für eine Gruppenbildung.



Die AfD.
Sie ist zweifelsohne die Siegerin der Wahl. Sie schoss von null auf sieben Mitglieder im Rat, ist damit die drittgrößte Fraktion. Einen Ansprechpartner in der neuen Fraktion gibt es noch nicht. Das übernimmt der Pressesprecher auf Kreisebene, Helmut Wiegers. Er sagt: „Wir haben in Stade, wie im gesamten Landkreis, eine politische Verschiebung erlebt, wie ich sie persönlich hier noch nicht bewusst erlebt habe.“

AfD: Ungelöste Probleme der inneren Sicherheit

Der Erfolg der AfD in Stade beruhe unter anderem auf den „seit Jahren ungelösten Problemen“ der inneren Sicherheit in der Stadt und selbstverständlich auch an dem „generellen Versagen“ der Regierung im Land und im Bund. Allein Dennis Franck kam auf 684 Stimmen.

Die Sitzverteilung im Rat der Stadt Stade.

Die Sitzverteilung im Rat der Stadt Stade. Foto: KDO

Die Grünen. Ihre Fraktion wurde am Sonntag von sechs auf vier Mitglieder reduziert. „Zufrieden sind wir nicht“, sagt die Fraktionsvorsitzende Karin Aval. Vor fünf Jahren bei der Wahl hatten die Grünen einen Hochlauf, jetzt hätten sie die gleiche Stärke wie einst. Zudem habe die Bürgermeisterwahl alles überstrahlt - ohne einen Grünen-Kandidaten.

Primus bei den Grünen ist der junge Tim Evers mit 513 Stimmen, der bereits im Rat der Stadt sitzt. Eine Gruppenbildung mit anderen Parteien bringe den Grünen nichts, sagt Aval. Sie will über gute Absprachen mit anderen Fraktionen ihre Inhalte durchsetzen.

Die Linke. Die Partei hat jetzt auch vier Sitze und damit ihre Anzahl verdoppelt. Das heißt: Sie hat auch in Ausschüssen Stimmrecht und ist in den Gremien der städtischen Gesellschaften vertreten, zum Beispiel wenn es um die Preise fürs Solemio geht, sagt Michael Quelle als frisch gewähltes Ratsmitglied. Das gute Abschneiden seiner Partei führt er auf vier Gründe zurück.

Vier Gründe für das gute Abschneiden der Linken

Die aktive Arbeit der zweiköpfigen Fraktion mit klarer Positionierung gegen Surfpark und Holzkraftwerk, aber auch mit vielen kleinen Impulsen wie Trinkbrunnen in der Innenstadt. Deutlich mehr Kandidierende, die in der Stadtgesellschaft ein breites Spektrum abdeckten. Die politische Großwetterlage, die den Linken derzeit ein Hoch zuweist. Und die vielen engagierten Mitglieder im Wahlkampf. Quelle kündigt an: „Wir werden weiter Anträge und Anfragen in den Rat einbringen.“

Michael Quelle (links) und Tristan Jorde freuen sich über das gute Abschneiden der Linken bei der Wahl in Stade.

Michael Quelle (links) und Tristan Jorde freuen sich über das gute Abschneiden der Linken bei der Wahl in Stade. Foto: Strüning


Die FDP
. Die Freien Demokraten dagegen leiden offenbar unter dem bundesweiten Negativtrend. Sie werden sich auf Partnersuche begeben, um eine Gruppe bilden zu können. Die FDP ist nur noch mit zwei Köpfen vertreten im Rat, ab drei Mitgliedern gibt es das wichtige Stimmrecht in den Ausschüssen und die Möglichkeit, beratende Mitglieder in den Fachausschüssen zu stellen. Stades FDP-Vorsitzender Enrico Bergmann will im Rat keinen ausgrenzen, alle mitnehmen, wie er sagt. Dazu zählt er auch die AfD. Eine engere Zusammenarbeit sei aber nicht vorstellbar.

Die konstituierende Ratssitzung findet am Montag, 2. November, von 18 Uhr an im Rathaus statt. Dann kommen alle neu gewählten Ratsmitglieder erstmals zusammen.

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