TBuxtehude: Gemeinsam gegen Rassismus und Rechtsextremismus
Erkan Dündar, Sebastian Lenk und Katrin Hauschildt (von links) vom Bunten Block Buxtehude gehören zum Team, das die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Buxtehude organisiert hat. Foto: Wisser
Menschen in Buxtehude setzen mit einem vielfältigen Programm während der Internationalen Wochen gegen Rassismus ein Zeichen für Solidarität und Menschenwürde.
Buxtehude. Buxtehude beteiligt sich erneut an den Internationalen Wochen gegen Rassismus, die vom 14. bis 29. März stattfinden. Das Motto: „100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“.
Gemeinsam mit dem Bunten Block als Organisator sowie zahlreichen Initiativen, Vereinen, Kirchengemeinden, Bildungs- und Kultureinrichtungen lädt die Stadt zu Vorträgen, Workshops, Ausstellungen, Filmen und Mitmachaktionen ein.
„Ziel ist es, ein klares Zeichen für eine offene und solidarische Stadtgesellschaft zu setzen“, so die Organisatoren. Erstmals beteiligt sich die Islamische Gemeinde Buxtehude. Insgesamt sind 45 Veranstaltungen geplant.
Bunter Block übernimmt von den Omas gegen Rechts
Im Landkreis Stade und der Region ist Buxtehude die einzige Stadt, die sich an dieser bundesweiten Aktion beteiligt. Gibt es hier mehr Rassismus als anderswo? „Nein, Rassismus gibt es überall, vor allem im Alltag. In Buxtehude nicht mehr als anderswo“, sagt Erkan Dündar vom Bunten Block und der Islamischen Gemeinde Buxtehude. „Buxtehude ist bunt, mit einer aktiven Stadtgesellschaft und vielen engagierten Menschen“, ergänzt Katrin Hauschildt vom Bunten Block.
Es ist die dritte Auflage der Wochen gegen Rassismus. 2024 und 2025 organisierten die Omas gegen Rechts die Veranstaltungen. Als sie signalisierten, dass sie dies 2026 aus personellen Gründen nicht schaffen, übernahm der Bunte Block. „Wir profitieren davon, dass die Stadt uns im Rahmen ihrer Gesamtstrategie 2035 unterstützt“, sagt Katrin Hauschildt. So laufen die Anmeldungen für die Veranstaltungen über das Internetportal der Volkshochschule (VHS) Buxtehude.
Auftaktveranstaltung beim Modehaus Stackmann
Den Auftakt bildet am Sonntag, 15. März, das offene „Get together“ unter dem Titel „Miteinander beginnt hier“ im Deck 1 bei Kaffee und Kuchen - ein Begegnungsangebot für alle Interessierten. Bereits am Vortag stellt sich das Bündnis Buxtehude im Eingangsbereich des Modehauses Stackmann vor und informiert über die Aktionswochen.
Die Islamische Gemeinde bietet bei ihrer Premiere eine besondere Aktion an, ebenfalls am Sonntag, 15. März: „Wir laden Menschen zum Fastenbrechen in private Haushalte unserer Gemeindemitglieder ein“, erklärt Erkan Dündar. Für beide Seiten sei das wie ein Blind Date, fügt er hinzu. Die Gemeinde ist mit sieben Veranstaltungen dabei. „Für uns als Islamische Gemeinde Buxtehude bedeutet das: Brücken bauen, Begegnungen schaffen und Dialog erlebbar machen“, so Dündar.
Was passiert, wenn Rechtsextremisten regieren?
Ein Höhepunkt ist die Buchpräsentation von Arne Semsrott: „Machtübernahme – Was passiert, wenn Rechtsextremisten regieren?“ am 16. März in der Stadtbibliothek. Am 17. März lädt die VHS zu einem Workshop „Mit Andersdenkenden reden“ ein, der Strategien für konstruktive Gespräche in polarisierten Zeiten vermitteln soll.
Die Stadtjugendpflege richtet sich mit mehreren Mitmachaktionen gezielt an junge Menschen, etwa mit „Kreuz ohne Haken“ an verschiedenen Orten, dem „Mut-Muskel-Workshop“ und einer abschließenden Musik-Video-Aktion im Freizeithaus.
Filmabende regen dazu an, sich mit Diskriminierung auseinanderzusetzen. Gezeigt werden unter anderem „In Liebe, Eure Hilde“ und „Blackkklansman“ im City-Kino sowie „Kein Land für Niemand“ mit anschließendem Filmgespräch in St. Paulus. Ein Stadtrundgang mit Dr. Norbert Fischer beleuchtet unter dem Titel „Buxtehude im Nationalsozialismus“ die lokale Geschichte.
CDU Buxtehude als einzige Partei dabei
Als einzige Partei ist die CDU Buxtehude bei den Wochen gegen Rassismus dabei. Die Christdemokraten haben für Donnerstag, 19. März, 19 Uhr, eine Podiumsdiskussion mit einem AfD-Aussteiger organisiert. Veranstaltungsort ist das Deck 1 in der Malerschule.
Ein umfangreiches Begleitprogramm zieht sich durch die Aktionswochen: Eine Kreide-Malaktion zum Thema Menschenwürde in der Innenstadt, die Ausstellung „Steine der Solidarität“ in St. Paulus und künstlerische Beiträge wie „Stimmen in Farbe“ von Sevin Abay im Deck 1 sollen Zeichen gegen Ausgrenzung setzen. Im Stadthaus zeigt die Stadtbibliothek im März die Ausstellung „Aktionslabor – Die redaktionelle Gesellschaft“.
Gesundheitswesen
T Physiotherapie: Proteste retten Ausbildung in Buxtehude
Praxiswechsel
T Hausarzt aus Jork zieht mit seinem Team nach Buxtehude
Mit einer Pop-up-Umfrage „Mein Spielplatz – dein Spielplatz – unsere Chance“ auf verschiedenen Spielplätzen werden Kinder, Jugendliche und Familien einbezogen. Auch im öffentlichen Raum: ein Banner „Menschenwürde am Fleth“.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.