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Wirtschaft

TBuxtehude: Wachstum stößt an Grenzen – Neue Konzepte sind gefragt

Melanie Mierau und Kerstin Maack von der Wirtschaftsförderung und Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt schauen sich die Vision des Gewerbegebiets Alter Postweg an.

Melanie Mierau und Kerstin Maack von der Wirtschaftsförderung und Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt schauen sich die Vision des Gewerbegebiets Alter Postweg an. Foto: Wisser

Buxtehude steht vor einem Dilemma: Das Wachstum der Stadt stößt an Grenzen, sowohl im Wohnungsbau als auch bei den Gewerbegebieten. Neue Ansätze sind gefragt.

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Von Karsten Wisser
Freitag, 05.06.2026, 12:10 Uhr

Buxtehude. Buxtehude stößt in der Fläche an die Grenzen seines Wachstums. Das gilt für den Wohnungsbau und auch für die Gewerbegebiete. Es gibt nur noch wenige Reserven an der Apensener Straße in Ottensen und in Ketzendorf. Neuansiedlungen und Erweiterungen heimischer Betriebe können bald zum Problem werden.

„Wir haben noch 7,5 Hektar im städtischen Besitz“, sagt Buxtehudes Wirtschaftsförderin Kerstin Maack. Zum Vergleich: Große Logistikbetriebe denken in Größenordnungen von zehn Hektar und mehr. Nicht, dass die in Buxtehude jemand haben wollte. „Da sind wir eine kleine Diva und wollen keine großen Logistiker. Wir setzen auf das Handwerk“, sagt Maack.

So reagiert Buxtehude auf den Platzprobleme

Das neue Gewerbeflächenentwicklungskonzept (GEK) der Stadt will die wirtschaftliche Entwicklung sichern, den Flächendruck verringern und politische Entscheidungen vorbereiten. „Neue Herausforderungen verlangen neue Ansätze: Unternehmen sind nicht nur Adressaten, sondern von Anfang an Mitgestalter“, sagt Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos). „Wir stehen vor der Aufgabe, wirtschaftliches Wachstum zu ermöglichen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit knappen Ressourcen umzugehen. Deshalb setzen wir in Buxtehude auf einen flächensparenden Kurs.“

Drei Kernaussagen das Konzepts

1. Buxtehude setzt auf Qualität statt Flächenverbrauch. Die Stadt will bei der Gewerbeflächenentwicklung umdenken. Statt neue Flächen zu erschließen, konzentriert sie sich auf die Modernisierung, Verdichtung und qualitative Aufwertung bestehender Standorte. So entsteht zusätzliches Potenzial, ohne neue Flächen zu versiegeln.

2. Das Konzept nutzt die Möglichkeiten in bestehenden Gewerbegebieten. Ziel ist ein zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort, der Ressourcen schont und nachhaltig wächst.

So könnte das Gewerbegebiet Alter Postweg einmal aussehen, werden die Visionen der Stadt Realität.

So könnte das Gewerbegebiet Alter Postweg einmal aussehen, werden die Visionen der Stadt Realität. Foto: Stadt Buxtehude

3. Kooperation ist der Schlüssel zum Erfolg. Verwaltung, Unternehmen und Grundstückseigentümer arbeiten eng zusammen, um Flächen effizienter zu nutzen und bestehende Standorte aufzuwerten. Dieses kooperative Vorgehen macht das GEK zu einem mutigen Experiment.

Platzreserven im dreistelligen Hektarbereich

Im Fokus stehen die Quartiere Alter Postweg und das Dreieck Harburger Straße/Konrad-Adenauer-Allee. Analysen zeigen: Eine Entwicklung der vorhandenen Flächen könnte Reserven im unteren dreistelligen Hektarbereich aktivieren.

Der Haken an der Sache: 80 Prozent dieser Potenziale hängen von den Plänen privater Eigentümer ab. Die Umsetzung gelingt nur, wenn Unternehmen und Eigentümer mitziehen. Viele der Unternehmer wollten mitreden. Zu einem Workshop kamen über 50.

Das Buxtehuder Industriegleis kann weg

Spannendes Detail zum Alten Postweg: Die Stadt hat die Unternehmen gefragt, ob sie das seit Jahrzehnten ungenutzte Industriegleis gebrauchen können. Die Antwort fiel laut Wirtschaftsförderin Maack eindeutig aus: Nein.

So präsentiert sich der Alte Postweg heute: Das Industriegleis liegt seit Jahren still.

So präsentiert sich der Alte Postweg heute: Das Industriegleis liegt seit Jahren still. Foto: Wisser

„Für die Wirtschaftsförderung bedeutet das einen neuen Blick auf bestehende Gewerbegebiete. Wir suchen nicht zuerst nach neuen Flächen, sondern nach neuen Chancen im Bestand. Das eröffnet Unternehmen Perspektiven und macht den Wirtschaftsstandort Buxtehude robuster“, sagt Maack. Entscheidend werde sein, wie stark Unternehmen und Eigentümer bereit seien, den Weg mitzugehen.

Haben die Unternehmen nicht andere Sorgen?

Die Wirtschaft steckt in der Krise. Gerade versucht das bekannte Buxtehuder Unternehmen Dammann-Landtechnik einen Neustart. „Die Wirtschaft hat Probleme, und trotzdem sagen wir: Es ist genau der richtige Zeitpunkt, etwas zu ändern“, so Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt.

„Wir sehen, dass Unternehmen im Wandel sind“, sagt Oldenburg-Schmidt. Darauf könne nicht nur geopolitisch reagiert werden. „Wir müssen uns auch lokal mehr darauf einstellen, was die Unternehmen brauchen und gleichzeitig unsere Wirtschaftsförderung stärken.“

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