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Schulkrise

TBuxtehudes Bürgermeisterin kämpft um Zeitplan für Schulbauprojekte

Das Schulzentrum Süd in Buxtehude ist in die Jahre gekommen. Die Sporthalle ist mit Ausnahme eines Anbaus 45 Jahre alt.

Das Schulzentrum Süd in Buxtehude ist in die Jahre gekommen. Die Sporthalle ist mit Ausnahme eines Anbaus 45 Jahre alt. Foto: Wisser

Die Sanierung maroder Schulen und Sporthallen droht ins Stocken zu geraten. Die Zeit drängt, denn die Sommerpause naht und die Kommunalwahl steht bevor.

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Von Karsten Wisser
Freitag, 15.05.2026, 10:30 Uhr

Buxtehude. Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt will den Zeitplan für drei Schulbauprojekte retten. Die Stadt plant, marode Schulen und Sporthallen zügig zu sanieren. Doch die abgebrochene Sitzung von Schul- und Bauausschuss letzte Woche war ein Rückschlag.

Bei der Sanierung der Sporthalle Süd und der Gründung einer Oberschule stieß die Stadtverwaltung auf politischen Widerstand. Das dritte Projekt, der Masterplan Grundschulen, blieb unerörtert. Nach fast vier Stunden emotionaler Debatte war die Sitzung zu Ende.

Jetzt drängt die Zeit: Ende Juni beginnt die Sommerpause, und am 13. September 2026 steht die niedersächsische Kommunalwahl an. Nach der werden viele der jetzigen Ratsmitglieder nicht mehr dabei sein.

Soll die Sporthalle Süd abgerissen werden?

Am schnellsten lässt sich klären, ob die Stadt die Sporthalle Süd saniert und erweitert oder abreißt und neu baut. „Wir prüfen jetzt prioritär die Punkte zur Sporthalle Süd“, sagt Oldenburg-Schmidt. Der Vorschlag, die Halle für 16,6 Millionen Euro zu sanieren, stieß auf breiten Widerspruch. Nun wird geprüft, ob ein Neubau sinnvoller wäre.

Schwerstarbeit in den letzten Monaten ihrer Amtszeit: Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt geht am 31. Oktober 2026 in den Ruhestand.

Schwerstarbeit in den letzten Monaten ihrer Amtszeit: Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt geht am 31. Oktober 2026 in den Ruhestand. Foto: Wisser

Das zweite Thema ist die Gründung der Oberschule. Realschule und Hauptschule am Schulzentrum Süd wollen fusionieren. Bis letzte Woche hofften die Schulen, dies zum Schuljahr 2027/2028 umzusetzen. Doch die Verwaltung zerschlug diese Hoffnung im Sachstandsbericht. Kritik kam von den Schulleiterinnen und aus der Politik. Vor allem die Hauptschule Süd steht unter Druck, da die Anmeldezahlen massiv eingebrochen sind.

Vier Rumpfgymnasien mit eingeschränktem Angebot

„Wir wollen die Oberschule“, sagt Oldenburg-Schmidt. „Aber das geht nicht im Handstreich.“ Der Knackpunkt ist das gewünschte gymnasiale Angebot der OS. „Wir müssen prüfen, ob die Stadt vier gymnasiale Angebote verträgt“, sagt die Bürgermeisterin.

Vier Rumpfgymnasien mit eingeschränktem Angebot nützen niemandem, so Oldenburg-Schmidt. Was sie meint: Neben einem möglichen gymnasialen Angebot der OS gibt es in Buxtehude noch die Halepaghen-Schule, das Gymnasium Süd und die Integrierte Gesamtschule Buxtehude.

Auch die Einführung eines Ganztagsangebots für die OS muss geklärt werden. Eine Mensa gibt es bisher nur für das Gymnasium. Für den Ganztagsbetrieb braucht die Oberschule eine eigene Mensa.

Schul-Fusion ohne gymnasialen Zweig?

Ein Start der OS ohne gymnasialen Zweig wäre einfacher, meint Oldenburg-Schmidt. Sie versteht die pädagogischen Argumente der Schulen, sieht aber auch Vorteile in einer Fusion ohne gymnasialen Zweig. Eine Kooperation mit dem benachbarten Gymnasium Süd könnte die bessere Lösung sein.

Das Schulzentrum Süd wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Aktuell entscheidet sich wie.

Das Schulzentrum Süd wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Aktuell entscheidet sich wie. Foto: Wisser

Der Rat hat sich allerdings im Juni 2025 für eine Oberschule mit gymnasialem Zweig ausgesprochen. Die Verwaltung müsse trotzdem prüfen, ob das umsetzbar sei, so Oldenburg-Schmidt. Sie erwartet, dass viele Fragen bis zur nächsten Schulausschusssitzung am 16. Juni geklärt sind.

Vor jedem Projektstart erfolgt neue Bewertung

Der Masterplan Grundschulen hat langfristig die größte Bedeutung. Er soll Buxtehudes Grundschüler aus maroden Schulen holen und gleiche Bedingungen für alle schaffen. Es geht um fünf Schulen und theoretisch 208 Millionen Euro. „Der Masterplan bietet erstmals eine echte Grundlage für alle Grundschulen“, sagt die Bürgermeisterin.

Doch die dort genannten zehn Projekte werden nicht zwingend so umgesetzt. Vor jedem neuen Projektstart erfolgt eine neue Bewertung, einschließlich aktualisierter Schülerzahlenprognosen.

Welche Schulen sollen zuerst saniert werden?

Die Politik soll den Masterplan Grundschulen nur zur Kenntnis nehmen. Ein Beschluss über die Vorlage bedeutet nicht, dass die in der Präsentation bei der Vorstellung des Masterplans enthaltene Timeline verbindlich sei. Auch über Art, Ausführung, Vergabe und Finanzierung der Projekte werde noch nicht entschieden.

Nachrichten für Buxtehude

Die Verwaltung will, dass die Politik zwei Starterprojekte benennt. Sie schlägt die Schulgebäude der Grundschulen Am Rotkäppchenweg und Stieglitzweg vor. Die Sporthallen sollen danach folgen. Doch die Ratsfraktionen sind uneins.

Die Politik soll im Bauausschuss am 11. Juni und im Schulausschuss am 16. Juni darüber beraten und entscheiden.

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