TDie 5 skurrilsten Objekte im Schwedenspeicher
Wie dieses Schuppentier aus Afrika im Fundus des Heimatmuseums gelandet ist, bleibt rätselhaft. Foto: Stehr
Das sind die fünf skurrilsten Objekte, die aktuell im Schwedenspeicher zu sehen sind. Was über die kuriosen Stücke aus dem Heimatmuseum bekannt ist und wobei der Museumsleiter Hilfe braucht.
Stade. Den Blick verträumt in die Ferne gerichtet, das bunt geschmückte Haar fällt wallend bis auf die Schultern. Trotz dunklem Bart wirkt die bunte Porzellanfigur weiblich und erinnert wahrscheinlich deshalb an die Kunstfigur Conchita Wurst, die 2014 den Eurovision Song Contest in Kopenhagen gewann.
Ein Geschenk von Major Mesecke aus Stade
Die Porzellanfigur thront auf einer prunkvollen Kaminuhr und gehört zu den rund 300 Objekten, die derzeit im Rahmen der Ausstellung „Keine Leichen mehr im Keller“ im Schwedenspeicher zu sehen sind. Die Exponate stammen allesamt aus dem geretteten Fundus des Heimatmuseums (das TAGEBLATT berichtete). Der Blick in einen der historischen Kataloge des Heimatmuseums verrät: Ein Major Mesecke aus Stade schenkte die Uhr 1966 dem Museum. „Mehr wissen wir darüber leider nicht“, sagt Museumsleiter Dr. Sebastian Möllers.

Conchita-Wurst-Uhr aus Porzellan.

Blick ins Heimatmuseum 1904. Foto: Schwedenspeicher
Immerhin gibt es verschiedene Bücher, in denen die rund 10.000 Objekte aufgeführt sind, erklärt Möllers. Meist allerdings nur mit kurzen Hinweisen dazu, ob es sich um ein Geschenk oder etwas Gekauftes handelt und wann das Exponat den Weg ins Heimatmuseum gefunden hat. Mehr Hinweise auf die einzelnen Teile gebe es womöglich im alten Eingangsbuch, das ziemlich chaotisch geführt worden sei. Möllers und sein Team haben es bereits erfolgreich transkribiert. Es werde aber noch Jahre dauern, bis alle Objekte genau erfasst seien.
Wer kann Hinweise zu den Objekten geben?
Möllers freut sich deshalb auch über Hilfe aus der Bevölkerung. Vielleicht könne ja jemand zu dem ein oder anderen Objekt etwas sagen. Zum Beispiel zu dem aufwendig gefertigten Holzsteckrahmen, der auch ohne Leim richtig stabil ist. Möllers schätzt, dass er vermutlich in den 1930er Jahren im Alten Land oder Hamburg hergestellt wurde. Das Bild eines Segelschiffs könnte von einem lokalen Maler stammen.

Dieser Steckrahmen kommt komplett ohne Leim aus. Foto: Stehr
Rätselhaft ist auch das Präparat eines Steppenschuppentiers, das in der Ausstellung zu sehen ist und aus Ostafrika stammt. Es kam auf dem Dachboden des Heimatmuseums zwischen Hirschgeweihen und Schildkrötenpanzern zum Vorschein. Das Tier könnte als Tauschobjekt im Museum gelandet sein, sagt Möllers. Oder jemand habe es vielleicht einfach vor die Tür gelegt. Das komme gelegentlich auch heute noch beim Schwedenspeicher vor.
Kuriose Alltagsmaschinen für Karten und Tee
Kurios ist zudem eine alte Kartenpressmaschine aus Holz. Sie stammt aus der Sammlung Cöllen aus Schwinge und gehörte einst wohl einem Johann Knappe aus Wiepenkathen. Ob der leidenschaftlicher Kartenspieler war oder eine eigene Kneipe hatte, weiß Möllers nicht. Fest steht, dass mit der Presse bis zu zehn Kartenspiele über Nacht wieder in Form gebracht werden konnten.

Mit dieser Kartenpresse konnten bis zu zehn Kartenspiele über Nacht in Form gebracht werden. Foto: Stehr

Diese Teemaschine ist auch eine echte Kuriosität. Foto: Stehr
Ein besonderes Stück ist auch die gelbe Teemaschine. Außer, dass das klobige Gerät mehr als 100 Jahre am gleichen Platz im Heimatmuseum stand, wissen Möllers und sein Team noch nicht viel darüber.
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„Wir freuen uns über jeden Hinweis, den wir zu den Exponaten und ihren Geschichten bekommen“, betont der Museumsleiter und lädt herzlich ein, im Schwedenspeicher vorbeizuschauen. Wer die Ausstellung besucht, kann auch einen Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit werfen und erfahren, wie schwierig die Rettung und Restauration vieler Exponate war.
Ausstellung läuft noch bis zum 20. Oktober
„Keine Leichen mehr im Keller“ läuft noch bis zum 20. Oktober. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr.

Ulrike Habeck (v. li.), Katrin Mielitz, Marcus Bohlmann, Katharina Kaiser, Martin Börner und Carla Fromme gehören zum Team, das die Exponate aus dem Heimatmuseum gerettet hat. Foto: Stehr