TD/A: Darum verzögert sich der Stadionausbau in Drochtersen
Der Ausbau des Kehdinger Stadions verzögert sich offenbar um rund ein Jahr. Foto: Berlin
Der Stadionausbau in Drochtersen verschiebt sich deutlich - und kommt die Beteiligten teurer als gedacht. Das ist der Grund.
Drochtersen. Die SV Drochtersen/Assel möchte das Kehdinger Stadion ausbauen - doch der Weg dorthin ist komplizierter als gedacht. Der Landkreis Stade hat der Gemeinde Drochtersen mitgeteilt, dass zunächst der Bebauungsplan geändert werden muss, bevor die eingereichten Bauanträge für die neuen Tribünen bearbeitet werden können.
Eine unerwartete Hürde, die die Planung empfindlich durcheinanderbringt und den Zeitrahmen für den Stadionausbau deutlich verändert.
Alter Bebauungsplan reicht nicht aus
Das Problem liegt im Bebauungsplan aus den 1980er Jahren. Das Gelände des Stadions ist darin als Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Sportplatz“ ausgewiesen.
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Für kleinere Anlagen mit Tribüne ist das ausreichend. „Es können bauliche Anlagen errichtet werden, die dem festgesetzten Zweck unmittelbar dienen und eine nur untergeordnete Bedeutung haben“, teilt der Landkreis auf TAGEBLATT-Nachfrage mit.
Ein geplantes Stadion mit 5000 Besucherplätzen hingegen stellt nach Einschätzung des Landkreises ein sogenanntes Planerfordernis dar: Es braucht einen eigenen Bebauungsplan, der das Areal ausdrücklich als Stadion ausweist.
Das Verfahren dürfte rund zehn Monate dauern, so das beauftragte Planungsbüro.
Verein und Gemeinde überrascht
Für den Verein und die Gemeinde kam diese Nachricht unerwartet. Im September hatten Vertreter von Drochtersen/Assel, der Gemeinde und dem Landkreis ein erstes Gespräch über die Bauvorhaben rund ums Stadion geführt - von einer notwendigen Bebauungsplanänderung sei damals noch keine Rede gewesen.
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Erst im März, beim zweiten Gespräch, sei das Thema erstmals angesprochen worden. Seither ist klar: Ohne diesen formalen Schritt werden die Bauanträge nicht bearbeitet.
Die praktischen Folgen sind erheblich. Die beiden bereits eingereichten Bauanträge für die neuen Tribünen wurden zurückgezogen. Die Idee, noch im September oder Oktober mit weiteren Bauarbeiten zu beginnen, ist vom Tisch.
Im März hatte Präsident Rigo Gooßen noch gehofft, dass die neuen Tribünen mit Beginn der Rückserie fertiggestellt sein könnten - diese Perspektive hat sich durch die neue Lage verschoben.
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Was das Verfahren zusätzlich kosten könnte
Für den Bebauungsplan sind mehrere Gutachten erforderlich, darunter eine schalltechnische Untersuchung, ein Verkehrs- und ein Entwässerungskonzept.
Das Planungsbüro soll diese Unterlagen erstellen - und schätzt die Kosten dafür auf rund 100.000 Euro. Wer diese Summe am Ende trägt, ist noch offen. D/A-Sportdirektor Sören Behrmann sagt: „Wir werden das besprechen und gemeinsam auf den Weg bringen.“
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Grundsätzlich ist die Stimmung trotz der neuen Hürde nicht gekippt. Verein und Gemeinde stehen nach Behrmanns Angaben in engem Austausch und treffen sich bereits Anfang Juni wieder.
Stadion soll mehr als Fußball ermöglichen
Bürgermeister Mike Eckhoff hat die Drochterser Politik bereits über die geänderte Lage informiert. Nach der Sommerpause soll das Thema auf die kommunale Agenda. Aus dem Landkreis Stade heißt es, die Abstimmung laufe im gemeinsamen Austausch.
Behrmann betont, dass das Projekt weit über den Fußball hinaus wirke. „Das ist für die Region eine einmalige Geschichte.“ Im fertiggestellten Stadion könnten auch andere Veranstaltungen stattfinden. „Es profitiert nicht nur der Fußball.“
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