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Niedersachsenpokal

TD/A-Duo: Das sind die unvergesslichen Pokalmomente

Jannes Elfers liebt es, vor großer Kulisse zu spielen - dann dreht er auf.

Jannes Elfers liebt es, vor großer Kulisse zu spielen - dann dreht er auf. Foto: Struwe (Archiv, nomo)

Über artistische Jubler, beschädigte Pokale und große Gefühle. Pokalsiege sind unvergesslich. Das wissen zwei D/A-Spieler, die alle Höhen und Tiefen erlebten, sehr genau.

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Von Jan Bröhan
Donnerstag, 21.05.2026, 17:40 Uhr

Drochtersen. Die SV Drochtersen/Assel kann sich am Samstag in Barsinghausen gegen den SSV Jeddeloh (Anpfiff 14 Uhr) zum vierten Mal zum Niedersachsenpokal-Sieger krönen.

Es würde das obligatorische Jubelbild folgen. Kapitän Nico von der Reith würde den Pokal überreicht bekommen, er würde den Pott hochreißen, neben und hinter ihm jubelt die Mannschaft, mit wedelnden Armen, vielleicht schwappt auch so manches Getränk durch die Luft.

Kapitän Nico von der Reith traf einst gegen Jeddeloh im Finale.

Kapitän Nico von der Reith traf einst gegen Jeddeloh im Finale. Foto: Struwe (Archiv, nomo)

„Zwei Pokale sind gleich bei der Siegerfeier kaputt gegangen“, erzählt Nico von der Reith. Als Kapitän bleibt er natürlich verschwiegen und vage: „Sagen wir mal so - es gibt Spieler bei uns, denen sollte man den Pokal vielleicht nicht in die Hand drücken.“

Jannes Elfers klärt das Geheimnis später ganz selbstverständlich auf, als er zugibt, dass er es ist, der den Pokal „wohl eher nicht kriegen wird“. Ja, gibt er zu, er sei der Übeltäter gewesen. Wieso, weshalb, warum? „Sagen wir mal so“, sagt Elfers, „ich habe die Pokale zu zu später Stunde bekommen.“ Er lacht.

Darum wird immer wieder dieser eine Sieg hervorgehoben

D/A hat den Niedersachsenpokal 2016, 2018 und 2019 gewonnen. 2021 verlor D/A bitter nach Elfmeterschießen gegen den SV Meppen. Auf Höhepunkte dieser Pokalhistorie angesprochen, antwortet jeder D/A-Beteiligte: das Halbfinale gegen den VfB Oldenburg 2016.

„Das war einfach ein unglaubliches Gefühl“, sagt Nico von der Reith. D/A sei als Regionalliga-Aufsteiger der klare Underdog gewesen, Gastgeber Oldenburg sei seit fast 20 Spielen ungeschlagen gewesen. „Danach hatten wir den Flow, wir wussten, dass wir auch das Finale gegen Egestorf gewinnen werden“, so von der Reith.

„Ja, das war das Heftigste“, sagt auch Jannes Elfers, „Oldenburg war damals die Übermacht.“ Zudem, so Elfers, was heute ja viele vergessen: „Damals waren wir als Finalist schon fürs DFB-Pokale qualifiziert.“ Der Amateurstrang und der parallele Wettbewerb der Regionalligisten und Drittligisten wurden 2018 eingeführt.

D/A nimmt besonderes Andenken aus Oldenburg mit

Zehn Jahre später hat D/A wieder beim VfB Oldenburg das Halbfinale mit 3:1 für sich entschieden. Einige VfB-Anhänger machten durch den Absperrzaun auf den Weg ins Stadion Handyfotos von dem blau-roten D/A-Mannschaftsbus. Imponierend stechen die Schriftzüge mit den drei DFB-Teilnahmen heraus. Bei den VfB-Fans ist die einstige Niederlage noch im Bewusstsein.

Damals war die D/A-Party in Oldenburg größer, ausgelassener. „Da haben wir mit bestimmt 1000 Fans da gefeiert“, sagt Nico von der Reith. „Das war das erste Spiel für mich mit so vielen Zuschauern“, sagt Jannes Elfers. Er finde das „geil“, das motiviere ihn extra. „Und als wir in Drochtersen ankamen, wurden wir von super vielen empfangen“, schwärmt Elfers.

Was er nicht kaputt gekriegt hat, ist das damalige Mitbringsel. „Wir haben das Kabinenschild, auf dem stand „Gäste rechts, VfB Oldenburg links“ abgeschraubt und mitgenommen. Das hängt noch im Vereinsheim“, erzählt Elfers und lacht.

Die Belohnung für den Pokalerfolg bleibt für immer

Jannes Elfers weiß vor allem noch ganz genau, wo er war, als die Auslosungen der ersten DFB-Pokalrunde liefen. Als 2016 Mönchengladbach gezogen wurde, war er am Flughafen, weil er mit Jasper und Thilo Gooßen sowie Marek Baumgartner auf Amerikareise war.

Als 2018 die Bayern kamen, war D/A der glücklichste Dorfverein Deutschlands und Elfers glückselig. „Ich bin Bayern-Fan“, sagt er. Sein damaliger Gegenspieler war dann der große Arjen Robben. Unvergesslich. „Und was beeindruckend war: Wie präzise und hart die ihre Standards ausführten.“ Er jubelte mit der Mannschaft im Vereinsheim bei dem größten aller Lose. Das glückliche Gesicht von Präsident Rigo Gooßen in der Sportschau sah ganz Fußball-Deutschland auf dem heimischen Fernsehbildschirm.

Gegen Schalke wäre Elfers fast vom Platz geflogen, weil er einen Profi im Mittelfeld weggefegt hatte. „Da hatte ich Glück.“ Die Auslosung schauten sie bei der Hochzeitsfeier von Nico von der Reith über einen Beamer.

Besonderes Andenken und artistischer Jubel

Nico von der Reith wird den vorerst letzten Pokaltriumph nicht vergessen, weil er vor jedem Spiel daran erinnert wird.

2018/19 schaltete D/A alle drei Drittligisten aus. Erst Braunschweig, dann Osnabrück und im Finale Meppen. „Das war etwas ganz Besonderes.“ Ein Jubelfoto aus dem Duell mit Osnabrück ziert zusammen mit speziellen Schlagworten seinen Schienbeinschoner.

2018 besiegte D/A den jetzigen Gegner SSV Jeddeloh mit 5:1. Nico von der Reith erzielte vor der Pause den 2:1-Führungstreffer per Foulelfmeter. Sein Torjubel wurde artistisch: auf einen Flick-Flack folgte ein Rückwärtssalto.

„Das könnte ich heute bestimmt auch noch“, sagt von der Reith auf Nachfrage. Was für ein Jubler entstehen würde, träfe er im jetzigen Finale erneut, passiere aber situativ.

Es sind die Gefühle, die die Erinnerungen prägen

Nico von der Reith (32) und Jannes Elfers (30) prägen die D/A-Mannschaft seit dem eingeschlagenen Erfolgsweg mit dem Regionalliga-Aufstieg 2015. Zehn Jahre nach dem ersten Pokaltriumph ist ein Kern dieser Mannschaft noch stabil. Die einstigen Leistungsträger Sören Behrmann und Oliver Ioannou sind Sportdirektor und Trainer. Spieler wie Patrick Siefkes und Nikola Serra waren beim ersten Pokalsieg auch schon dabei.

Wenn sich von der Reith und Elfers an die Erfolge erinnern, sind es keine Details oder Momente, die Spiele entschieden haben. Es sind Erinnerungen, die aus Gefühlen gespeist werden. Und so wie sich Nico von der Reith an „den Flow“ nach dem Oldenburg-Erfolg vor zehn Jahren erinnert - so spürt er heute: „Ich merke, dass alle da sind, voll fokussiert.“

D/A scheint bereit, den Erinnerungsschatz aufzuwerten. Und sollte der Kapitän den vierten Pokal in die Luft strecken dürfen, dürfte Elfers bestimmt auch mal Hand anlegen - unter Aufsicht und nicht zu später Stunde.

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