Fußball-Regionalliga

TD/A startet wieder durch: Neue Reize setzen und zusammenwachsen

Trainer Oliver Ioannou beim Trainingsauftakt mit den sechs Neuzugängen (von links): Terry Becker, Dominique Ndure, Jesper Heim, Tom Sanne, Ole Schulz, Ali Wissam Abu-Alfa.

Trainer Oliver Ioannou beim Trainingsauftakt mit den sechs Neuzugängen (von links): Terry Becker, Dominique Ndure, Jesper Heim, Tom Sanne, Ole Schulz, Ali Wissam Abu-Alfa. Foto: Bröhan

D/A ist in die Vorbereitung gestartet. Der Regionalligist hat eine Transferoffensive gestartet, die die Ansprüche untermauert. Spürt der Trainer den gestiegenen Erfolgsdruck?

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Von Jan Bröhan
23.06.2026, 07:41 Uhr

Drochtersen. Vergangenen Montag beendete Oliver Ioannou den zehntägigen Familienurlaub auf Kreta. „Das war gut auszuhalten, es war schön“, sagt der D/A-Trainer. Fußball sei aber natürlich weiterhin präsentes Thema gewesen.

Am Donnerstag fuhr er nach Drochtersen. Für die Spieler standen Leistungstests an, Kraft, Ausdauer, Laktatwerte. Ioannou führte viele Gespräche, mit Sportdirektor Sören Behrmann, mit dem neuen sportlichen Berater Holger Stanislawski, mit dem Trainerteam.

Seit diesem Montag wird geschwitzt, die Mannschaft ist in die Saisonvorbereitung eingestiegen. Und die Ansprüche sind bei dem Vizemeister und Pokalfinalisten hoch. Stillstand ist nicht - das hat die Transferoffensive nach der Erfolgssaison, mit diesem einen Makel, deutlich gemacht.

Wie geht der Trainer mit dem neuen Erfolgsdruck um?

Natürlich sei Erfolgsdruck da, sagt Oliver Ioannou. „Aber das habe ich mir ja selbst eingebrockt durch den Erfolg - und das ist auch meine Ambition.“ Er hatte D/A während der Saison 2023/24 im Krisenmodus übernommen und führte das Team noch auf Platz 4. Es folgte Platz 3, punktgleich mit dem Vizemeister. Nun ist D/A amtierender Vizemeister.

Und doch hadern sie ein wenig mit der Erfolgssaison. Dass D/A das Finale im Niedersachsenpokal verloren hat, wurmt Präsident Rigo Gooßen sehr. Dass D/A als Verein vom Dorf noch eine Lücke zu schließen hat zu Traditionsvereinen wie Meister SV Meppen, verstehen die D/A-Verantwortlichen als Auftrag.

Um die Professionalisierung voranzutreiben, hat Gooßen den ehemaligen Erfolgstrainer vom FC St. Pauli, Holger Stanislawski, als sportlichen Berater verpflichtet. „Er ist eine große Unterstützung - für mich wie für den Verein“, sagt Ioannou.

Stanislawski bringe ein großes Mindset mit, so Ioannou, und er bei D/A schon jetzt etwas Bestimmtes ziemlich deutlich gemacht: „Wir müssen schon jetzt so professionell arbeiten, als wären wir schon Profis“, so Ioannou. Nur so gelinge der anvisierte Aufstieg in die 3. Liga.

Ioannou fühlt sich in seiner Arbeit bestätigt

Der D/A-Trainer habe sich „schon extrem viel mit Stani ausgetauscht“. Die beiden sind auf einer Wellenlänge, sagt Ioannou. Stanislawski habe als Trainer wie als Mensch auf allen Ebenen viel erlebt und es sei interessant gewesen, ihn kennenzulernen.

Vor der Vorbereitung hat Ioannou Stanislawski aufgezeigt, was seine Ideen sind, wie sein Konzept aussieht. „Er geht da voll mit“, sagt Ioannou. Er wolle den eingeschlagenen Erfolgsweg weiter fortführen.

„Ich merke als Trainer, dass es bisher gut war, aber wir müssen Stück für Stück weitergehen“, sagt Ioannou. Dazu gehört ab sofort auch das verstärkte Trainingsaufkommen mit zusätzlichen Tagesseinheiten. „Meine Tage werden länger, ich muss mehr investieren“, sagt Ioannou, der im Raum Osnabrück lebt, „aber ich bin da voll motiviert.“

Im Spätsommer kann er sich zudem für den A-Lizenzlehrgang bewerben, der dann im Januar 2027 startet. Da kommt dann noch mehr Arbeitsaufwand oben drauf. Wenn für D/A alles läuft wie geplant, genau in der heißen Saisonphase.

D/A hat einen mittelgroßen Umbruch eingeleitet

Der Konkurrenzkampf wurde beim Vizemeister für den nächsten Entwicklungsschritt angeheizt. Mit Ali Wissam Abu-Alfa, Terry Becker, Tom Sanne, Dominique Ndure, Ole Schulz und Jesper Heim sind Spieler mit ambitionierten Zielen sowie einem Stammplatzanspruch verpflichtet worden.

„Mit dem Gesamtpaket bin ich sehr zufrieden“, sagt Ioannou. Abgeschlossen ist die Transferoffensive derweil noch nicht, wie auch schon Stanislawski im TAGEBLATT-Gespräch verriet.

Kann es durch den Umbruch zu Disharmonie kommen, kann der Erfolg durch Nebengeräusche gefährdet werden?

„Charakter, Mentalität und das Fußballerische - alles muss passen“, beschreibt Ioannou die Drochterser Entscheidungsfindung bei Transfers. Gespräche, persönliche Treffen, Live-Scouting, Infos einholen von Dritten. „So entsteht ein Gesamtbild und letztlich müssen wir ein gutes Gefühl haben“, sagt Ioannou.

Er freue sich, mit „den guten Jungs arbeiten zu dürfen“. Die Neuen sollen neue „Reize“ setzen, das sagte Ioannou auch der Mannschaft während der Ansprache beim Start in die Saisonvorbereitung. Ab jetzt wird Vollgas gegeben. Für die großen Ziele.

„Wir wollen offensiv und defensiv etwas anpassen, und wollen so wieder ein Stück weit besser werden“, sagt Ioannou. Den Umbruch zu gestalten, motiviere ihn.

Neben den athletischen und fußballerischen Bereichen müsse die Gruppe während der jetzigen Vorbereitung als Mannschaft „schnell zusammenwachsen“.

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