TD/A verarbeitet Negativerlebnis und beweist Siegermentalität
D/A beweist Siegermentalität. In Hannover bereitete Jannes Wulff (hinten) das 2:0 von Miguel Fernandes vor. Foto: Struwe (Archiv, nomo)
Der D/A-Erfolg bei Hannover 96 II war nicht selbstverständlich. Unter den gegebenen Umständen wäre eine Niederlage wohl milde analysiert worden. Das 2:1 hat Aussagekraft.
Drochtersen. „Wir mussten die emotionale Woche gegen Oldenburg aufarbeiten“, sagt D/A-Trainer Oliver Ioannou. Nach dem Pokalrausch folgte bekanntlich der Ligakater. D/A war mit 3:1 in Oldenburg ins Pokalfinale eingezogen, eine Woche später verlor D/A mit 1:3 gegen den VfB im Kehdinger Stadion, wodurch der Titeltraum platzte.
Schon in der Niederlage sprach Ioannou davon, dass D/A die Anspannung bis zum Saisonende, bis zum großen Finale im Pokal, hoch halten müsse. Das ist im Sport eine allgemeine Ansage wie Anforderung - diese aber mit Inhalt zu bestätigen, ist nach solchen Rückschlägen eben nicht leicht.
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T Starke Reaktion in Hannover: D/A dominiert erste Halbzeit und siegt 2:1
D/A hat das eine große Ziel, den möglichen Aufstieg in die dritte Liga, verpasst. Ein Motivationsloch, ein Leistungsabfall, das emotionale Tief nach einer entscheidenden Niederlage - das füllt in der Sportpsychologie ganze Studien. Sie sind Theorie.
D/A schüttelt das Negativerlebnis ab
„Ich denke, wir haben gute Arbeit unter der Woche geleistet“, sagt Ioannou, „ein Spiel ist dann auch immer das Spiegelbild dieser Vorbereitung.“ Mentale Frische und Freude am Fußball, so Ioannou, seien die wichtigen, wieder zu bekommenden Faktoren gewesen. „Gleichzeitig mussten wir natürlich im Wettkampfmodus bleiben.“
Das 2:1 bei Hannover 96 II hat demnach gezeigt, dass das Trainerteam gute Arbeit geleistet hat und diese D/A-Mannschaft keinerlei Motivationsprobleme hat.

Hannover wurde von D/A, hier Robin Kölle, in der ersten Halbzeit dominiert. Foto: Struwe (Archiv)
Rein sportlich gesehen, war dieser Sieg auch keine Selbstverständlichkeit. Hannover 96 II hatte in diesem Jahr erst ein Spiel verloren, spielte unter anderem remis gegen Titelfavorit SV Meppen und besiegte die anderen beiden Topteams VfB Oldenburg und SSV Jeddeloh. D/A ging zudem personell angeschlagen in das Topspiel. Doch die Drochterser dominierten die erste Halbzeit und zogen dabei ansehnlichen Offensivfußball auf.
Drochterser feilen weiter am eigenen Spiel
„Wir haben im Pressing etwas angepasst“, sagt Ioannou, „das war dann richtig gut, wir haben tolle Angriffe gefahren.“ Nikola Serra schnupperte schon in der zehnten Minute an der Führung, sein Kopfball nach einer Ecke wurde aber noch auf der Linie geklärt. Zehn Minuten später mündete ein weiterer fein herausgespielter Angriff einmal mehr in einer Ecke. Der Ball landete bei Matti Steinmann, der aus gut 20 Metern einen Schlenzer zum 1:0 aus seinem Fußgelenk zauberte. D/A kontrollierte das Spiel komplett.
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In der 35. Minute veredelte Miguel Fernandes, der den Gelb-gesperrten Haris Hyseni bestens vertrat, einen nächsten Offensivvortrag zum 2:0. Ein Konter - Hannover beendete eine Ballstafette der sehr hoch aufgerückten D/A-Mannschaft - nutzte Tom Hobrecht zum 1:2-Anschlusstreffer in der 45. Minute. „Das war psychologisch natürlich kein guter Zeitpunkt für uns“, sagt Ioannou.
Trainer Ioannou lobt die Siegermentalität
In der zweiten Halbzeit war der Gastgeber dann ebenbürtig, wollte natürlich das zweite Tor. Mehr als Halbchancen sprangen aber nicht heraus. D/A spielte abgeklärt. „Den Rhythmus brechen, Ruhe reinkriegen“, waren die Anforderungen, so Ioannou. D/A habe dann auch „leidenschaftlich verteidigt“. Das stehe für die „starke Siegermentalität“ lobt der Trainer.
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T Jorik Wulff steht mit seinem Spielstil für die Spielidee von D/A
Fast eine Stunde durfte D/A nach dem verdienten Sieg darauf hoffen, dass Tabellenführer Meppen gegen Flensburg eventuell zwei oder drei Punkte einbüßt. Es wäre noch mal ein Hoffnungsschimmer gewesen. Doch der Titelfavorit, dessen Heimspiel eine Stunde später angepfiffen wurde, glich spät aus und markierte kurz vorm Abpfiff noch den 2:1-Siegtreffer.
„Wir schauen nach vorne und bleiben ganz bei uns“, sagt Ioannou. Für D/A habe sich „kein bisschen verändert“ - „wir wollen weiterhin jedes Spiel gewinnen.“ Dass diese allgemeingültige Ansage ein aussagekräftiger Anspruch ist, hat D/A mit dem Auftritt in Hannover eindrucksvoll bewiesen. Mit dem Sieg hat D/A nach Punkten zudem schon jetzt die beste Saison seit Regionalligazugehörigkeit gespielt.
Verschnaufen ist nicht. Schon am Mittwoch geht es wieder nach Hannover, dann wartet der abstiegsbedrohte HSC.
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