TDampflok, Ostereier und Kaffeeklappe - So startet der Landkreis Stade in die Saison
Wieder geöffnet: das Deutsche Feld- und Kleinbahnmuseum Foto: Helfferich
Ostern ist das Fest der Wiedergeburt und des Neuanfangs. Der Frühling weckt Energie und Aktivitäten. Das TAGEBLATT hat drei Orte besucht, wo das Leben wieder beginnt.
Landkreis. Der Ostersonntag beginnt windig und regnerisch. Dennoch machen sich die Dampflok-Fans schon früh auf den Weg nach Deinste. Das Deutsche Feld- und Kleinbahnmuseum lädt ein zum Besuch beim Osterhasen im Lütjenkamp.
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Feld- und Kleinbahnmuseum
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Um 10.40 Uhr startet die erste Bahn mit vier Waggons. Die sind auch schnell voll. 20 Sitzplätze hat jeder Wagen. Stehen ist keine gute Alternative, denn die Bahn ruckelt gehörig. Und laut ist es, was aber offenkundig niemanden stört. Kurz vor dem Ziel im Lütjenkamp hält der Zug, weil eine Weiche gelegt werden muss. Dann ruckelt es weiter.
Dampflok wird bald 100 Jahre alt
Der Verein zählt 149 Mitglieder und eine Jugendgruppe mit sechs Aktiven. Mehrfach im Jahr gibt es Veranstaltungen.
Mit Ostern endet die Winterpause. „Das ist für mich der Startschuss, wieder nach draußen zu gehen, im Garten zu arbeiten“, erzählt Gina Hensel aus Lilienthal, die mit Sohn Eddie und Mutter Elke Frese nach Deinste gekommen ist. Schon als Kind war sie gerne hier. „Das ist meine Kindheit und jetzt zeige ich das meinem Sohn.“

Jan Reher, 1. Vorsitzender des Vereins Deutsches Feld- und Kleinbahnmuseum in Deinste. Foto: Helfferich
Jan Reher ist seit zehn Jahren Vorsitzender des Vereins. Als Kind hat er begeistert mit seiner Modellbahn gespielt. Jetzt ist es die 1927 erbaute Dampflok Henschel 20925. Sie zieht Heeresfeldbahnwagen von 1919. Am Wochenende wurde auch ein offener Lorenzug mit originalen Dieselfeldbahn-Lokomotiven eingesetzt.
Fünf Waggons und 100 Passagiere zieht die Lok
Inzwischen ist es Mittag. Die Sonne scheint, der Wind bläst tüchtig, was niemanden stört. „Hauptsache es regnet nicht“, sagt Anja Latendorf aus Horneburg. Sie und ihre Schwester Britta Latendorf besuchen mit ihren Kindern Lydia und Dario gerne die Veranstaltungen der Kleinbahn. „Der Verein macht regelmäßig was für Kinder.“ Lydia hat ihren Spaß, wenn die Bahn losfährt und es tüchtig rumpelt.

Bei der Kleinbahn: Anja Latendorf mit Tochter Lydia und ihrer Schwester Britta Latendorf und deren Sohn Dario (von links). Foto: Helfferich
Der Andrang wird immer größer, so dass dem Zug ein fünfter Wagen angekoppelt wird. Jetzt sind auf der 1,2 Kilometer langen Strecke bis Lütjenkamp mit jeder Tour 100 Passagiere unterwegs.
Gundo Spinner und Schaffner Maik Spreckels kontrollieren und lochen die Fahrkarten. Hier fährt keiner schwarz, sondern jeder freut sich, dass die unterschiedlichen Fahrzeuge wieder aus dem Schuppen geholt wurden.
Ostereier suchen am Krautsander Strand
Szenenwechsel. Am Ostermontag fluten Kinder den Krautsander Strand. Fast alle sind mit Spaten ausgestattet, um nach Ostereiern zu suchen. Kurz nach 11 Uhr gibt Chef-Organisator Dirk Ludewig das Startsignal.
Zuvor hatten zehn Unterstützer drei Felder abgesperrt und dort 250 Plastikeier mit Gewinnnummern verbuddelt: ein Feld für die ganz Kleinen bis sechs Jahre, eins für größere Kinder und Jugendliche und schließlich ein Feld für Erwachsene. Dort gab es das Goldene Ei zu gewinnen - ein Wochenende im Elbstrand Resort.

Sonne und Wind: Julian (11) und Constantin (8) buddeln auf Krautsand nach Ostereiern. Foto: Helfferich
Unter den schwer arbeitenden Kindern sind auch Julian und Constantin, elf und acht Jahre alt. Sie kommen aus Aachen und machen mit ihrer Mutter Monika Schmitz Urlaub auf Krautsand. „Wir sind zum dritten Mal hier, das erste Mal zu Ostern“, erzählt sie, „man kann hier so schnell runterkommen und hat viel Zeit für sich.“ Sie hat schon wieder gebucht.
Hier geht kein Kind traurig nach Hause
Im ersten Feld für die Kleinen buddelt der vierjährige Ben, unterstützt von Mama Katharina Marx. „Es ist toll, was Dirk Ludewig regelmäßig auf die Beine stellt“, sagt Katharina Marx. Die junge Familie wohnt in Assel und besucht gerne die Angebote, wie Kinderfasching und Ostereiersuchen.
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Twielenfleth
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Ludewig verspricht: „Hier geht kein Kind traurig nach Hause.“ Wer selbst mit seiner Buddelei nicht erfolgreich ist, bekommt dennoch ein Geschenk. 400 Preise haben die Initiatoren zusammengetragen, und jedes Kind darf sich etwas aussuchen.
Sehnsuchtsort Kaffeeklappe hat wieder geöffnet
Szenenwechsel. Eine steife Brise aus West weht am Mittag auf die Kaffeeklappe am Twielenflether Anleger zu. Sie ist gerade aus dem Winterschlaf erwacht und vor vier Tagen in die Saison gestartet. Der Andrang sei riesig gewesen, erzählt Ralf Exner. Binnen zweieinhalb Stunden seien acht Kuchenbleche geleert worden.

Das Kaffeeklappen-Team freut sich auf die Saison: Eva, Ralf und Andrea (von links). Foto: Helfferich
Sobald der Ponton wieder am Anleger festgemacht war, starteten Ralf und Andrea Exner mit dem Einkauf. „Bei uns zu Hause sah es aus wie in einem Warenlager“, erzählt er. Er ist froh, dass jetzt alles wieder an seinem Platz ist.
Kurzurlaub: Die Wellen schaukeln in die Entspannung
Auch an diesem windigen Tag schauen die Gäste vorbei. Wer auf die Kaffeeklappe kommt, ist sofort per Du. Edith aus Harsefeld, die sonst gerne mit dem Fahrrad kommt, hat ihre Freundin Waltraud dabei. „Trinken wir Kaffee oder Sekt?“, fragt die eine die andere.
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Zwei Aperol gehen über den Tresen. Waltraud gesteht, noch nie hier gewesen zu sein. Für Edith geht es nicht ohne: „Das ist wie Urlaub. Man kommt her, setzt sich hin und der Wellengang schaukelt einen in die Entspannung“, sagt sie.

Kerstin und Sohn ToRo besuchen noch schnell die Kaffeeklappe, bevor er zurück nach Hannover fährt. Foto: Helfferich
Stammgast ist auch Kerstin. „Wenn man hier sitzt und auf die Wellen schaut, hat man gleich das Gefühl, am Meer zu sein“, sagt sie. Heute ist ihr Sohn ToRo dabei, der in Hannover lebt. Er ist im April geboren und liebt den Frühling, die Kraft der Natur, die er auch an der Elbe erlebt. „Sie lädt meine Batterie auf“, sagt er und schaut aufs Wasser.
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