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Christkinddorf

TDarum beneiden die Experten der Weihnachtspost Himmelpforten

Kerstin Meineke (links) und Elke Meyer kamen aus Himmelreich bei Hannover zum Treffen der Weihnachtspostämter.

Kerstin Meineke (links) und Elke Meyer kamen aus Himmelreich bei Hannover zum Treffen der Weihnachtspostämter. Foto: Susanne Helfferich

Acht Weihnachtspostämter gibt es in Deutschland. Die Wunschzettelexperten versenden in der Adventszeit mehr als 600.000 Briefe. Jetzt trafen sie sich in Himmelpforten.

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Von Susanne Helfferich
08.09.2026, 12:30 Uhr

Himmelpforten. Sie heißen Himmelpfort in Brandenburg, Himmelsthür bei Hildesheim, Engelskirchen in Nordrhein-Westfalen, Himmelstadt bei Würzburg, Nikolausdorf bei Garrel, St. Nikolaus im Saarland, Himmelreich bei Hannover - und Himmelpforten im Landkreis Stade.

Alle eint, dass sie einen besonderen Draht zu Christkind, Weihnachtsmann und Nikolaus haben. Und so trafen sich am vergangenen Wochenende fünf der inzwischen acht Weihnachtspostdörfer in Himmelpforten.

Schwieriger Neuanfang nach der Pandemie

Acht Jahre ist die letzte Zusammenkunft her. Dann kam die Coronapandemie und die Partnerschaften drohten zu brechen. Nach der Pandemie seien die ehrenamtlichen Hauptstreiter nicht mehr aktiv gewesen. Nun starteten Bernd Reimers und Peter Gerecke einen Wiederbelebungsversuch und fünf Weihnachtspostämter reisten am Freitag an.

Nicht mit dem Schlitten, sondern mit dem beräderten Schiff Gertrud holte Bürgermeister Reimers seine Gäste am Gasthaus Hellwege ab. In der Villa von Issendorff schmorte bereits das Essen aus der Riesenpfanne. Da gönnte Himmelpfortens Bürgermeister den Weihnachtsfans einen Einblick in sein Arbeitszimmer im ersten Stock der Villa, wo die Farbe Rot deutlich dominiert.

Elke Meyer und Kerstin Meineke aus Himmelreich bei Hannover sind das erste Mal beim Treffen der Weihnachtsdörfer und bewundern die gute Stube des Bürgermeisters. „Einen solchen Raum hätten wir auch gerne“, sagen sie. „Wir wollen wissen, wie die anderen arbeiten“, so Elke Meyer. Obwohl es das Weihnachtspostamt Himmelreich bereits seit 1966 gibt, hat sich erst 2024 ein Förderverein gegründet. 23 Mitglieder zählt der Verein, davon schreiben acht die Antwortbriefe an die Kinder.

Neueinsteiger aus Himmelreich bei Hannover

Elke Meyer und Kerstin Meineke ist wichtig, dass sie die Kinderbriefe individuell beantworten. Der Verein entwerfe jedes Jahr ein Heftchen mit Geschichten, jedes Jahr neu gestaltet. Im vergangenen Jahr habe der Verein 1300 Briefe mit Wunschzetteln der Kinder beantwortet.

Christian Stock aus Himmelsthür bei Hildesheim lobt den Zusammenhalt: Seit 60 Jahren gibt es dort ein Kinderpostamt.

Christian Stock aus Himmelsthür bei Hildesheim lobt den Zusammenhalt: Seit 60 Jahren gibt es dort ein Kinderpostamt. Foto: Helfferich

Christian Stock ist Ortsbürgermeister des 6500 Einwohner zählenden Ortes Himmelsthür. Das Weihnachtspostamt Himmelsthür habe viele Jahre ein Postler geleitet, unterstützt von einem Kreis Ehrenamtlicher, die die Briefe beantworteten. Als dieser Postler starb, habe das Projekt Weihnachtspost auf der Kippe gestanden; zumal aus logistischen Gründen die Briefe auch nicht mehr nach Himmelsthür, sondern nach Hildesheim geschickt werden.

Briefe für Himmelsthür werden nach Hildesheim geschickt

Die Briefe werden nun mit einer Sonderweihnachtsbriefmarke ausgezeichnet und einem Weihnachtsstempel gestempelt. „Das ist unsere Kooperation mit der Post. Uns ist es wichtig, dass diese Tradition weitergeführt wird“, so Christian Stock. Im vergangenen Jahr seien 44.000 Briefe verschickt worden.

Peter Gerecke aus St. Nikolaus im Saarland ist seit dem zweiten Treffen in Berlin dabei. Er setzte mit dem Elch einen grünen Kontrapunkt zum Rot.

Peter Gerecke aus St. Nikolaus im Saarland ist seit dem zweiten Treffen in Berlin dabei. Er setzte mit dem Elch einen grünen Kontrapunkt zum Rot. Foto: Helfferich

Peter Gerecke aus St. Nikolaus im Saarland lebt drei Kilometer entfernt von der französischen Grenze. Er ist seit dem zweiten Treffen im Jahr 2006 dabei. „Es ist einfach schön, zu sehen, was die anderen so machen“, sagt er. Aus den Treffen seien Freundschaften entstanden und er hoffe, dass künftig wieder der Zwei-Jahres-Rhythmus aufgenommen wird.

Das St.-Nikolaus-Postamt ist immaterielles Kulturerbe

Auch das nur 840 Einwohner zählende St. Nikolaus hat einen Verein gegründet, der sich um die Weihnachtsbriefe kümmert. Von 175 Mitgliedern sind 45 ehrenamtliche Briefeschreiber im Einsatz. Eine Künstlerin entwirft ehrenamtlich das Briefpapier und auch den Nikolausstempel; was wiederum Briefmarkenfreunde interessiere. Knapp 50.000 Briefe waren zuletzt unterwegs. Seit März 2025 ist das St.-Nikolaus-Postamt als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Das habe er sich in der Gemeinde Himmelpforten abgeschaut, die sich den Namen Christkinddorf vor Jahren hat schützen lassen.

Andreas Scheb vertritt als zweiter Bürgermeister zum ersten Mal die Gemeinde Himmelstadt bei Würzburg und hat einen Engel fürs Foto ausgewählt.

Andreas Scheb vertritt als zweiter Bürgermeister zum ersten Mal die Gemeinde Himmelstadt bei Würzburg und hat einen Engel fürs Foto ausgewählt. Foto: Helfferich

Andreas Scheb ist zum ersten Mal beim Treffen und freut sich auf den Austausch. Er ist zweiter Bürgermeister der kleinen Gemeinde Himmelstadt bei Würzburg. 25 bis 30 Ehrenamtliche beantworten dort die Briefe und Wunschzettel der Kinder. Im vergangenen Jahr seien es 74.000 gewesen. Das Rathaus ist das Weihnachtspostamt. Immer am 1. und 3. Advent können Kinder dort ihre Briefe abgeben.

74.000 Briefe verschickte das Weihnachtspostamt Himmelstadt

„Es ist wichtig, nicht nur für Kinder, dass das Weihnachtspostamt weiter betrieben wird. Deshalb nehme ich hier teil, um zu sehen, wie es die anderen machen“, so Scheb.

Mehr als 600.000 Briefe und Wunschzettel erreichen Jahr für Jahr die Weihnachtsdörfer bundesweit. Im Christkinddorf Himmelpforten waren es laut Bernd Reimers im vergangenen Jahr etwa 38.000. 2028 soll es wieder ein Treffen geben. „Wir wollen weitermachen“, sagt Reimers, der selbst beruflich Postbeamter war. Wer einlädt, steht noch nicht fest.

Kerstin Meineke (links) und Elke Meyer kamen aus Himmelreich bei Hannover zum Treffen der Weihnachtspostämter.

Kerstin Meineke (links) und Elke Meyer kamen aus Himmelreich bei Hannover zum Treffen der Weihnachtspostämter. Foto: Susanne Helfferich

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