TDarum ist das Hallenbad in Drochtersen für die Region unverzichtbar
Innenministerin Daniela Behrens lässt sich die Kehdinger Welle zeigen, während im Hintergrund eine Schulklasse Schwimmunterricht hat. Foto: Wertgen
Die Kehdinger Welle ist eines der wenigen Hallenbäder in der Region, aber marode. Vom Land gibt es einen Millionensegen. Warum es für die Übergabe keine bessere Kulisse hätte geben können.
Drochtersen. Bürgermeister Mike Eckhoff und Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sprechen über den Neubau der Schwimmhalle und dessen Wichtigkeit, als im Hintergrund ein Bus aus Himmelpforten vorfährt. Die 4c eilt zum Schwimmunterricht.
Die ganze Woche über kommen Klassen verschiedenster Schulen nach Drochtersen - aus der Gemeinde selbst, aus Nordkehdingen und den Schulen der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Die DLRG schult donnerstags, und auch andere Vereine nutzen die Halle.
Kehdinger Welle
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Ein Bad für die ganze Region
Das Angebot zu haben, ist wichtig. Jedes dritte Schulkind in Niedersachsen könne nicht schwimmen, so Behrens. „Das ist gefährlich und nicht gut.“
Viele Orte, an denen Schwimmenlernen möglich ist, gibt es in der Region aber nicht. „Unsere Schwimmhalle hat entlang der Elbe daher eine große Bedeutung“, sagt Eckhoff. Zudem seien die wenigen Alternativen ausgelastet.
„Ein funktionsfähiges Hallenbad ist entscheidend dafür, dass Kinder frühzeitig und sicher schwimmen lernen“, ergänzt Behrens.
Kehdinger Welle
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Förderbescheid über 1,45 Millionen übergeben
Behrens ist an diesem Vormittag mit mehr als nur Worten nach Drochtersen gekommen. Sie übergibt der Gemeinde den Förderbescheid über 1.455.673 Euro aus dem Sportstätteninvestitionsprogramm. Das Land Niedersachsen fördert in diesem Jahr mit insgesamt 15 Millionen Euro die Lehrschwimmbecken.

Von links nach rechts: Dirk Ludewig (SPD), Hannes Hatecke (CDU), Corinna Lange (SPD), Daniela Behrens (SPD), Mike Eckhoff (parteilos), Melanie Reinecke (CDU), Kai Schildt (SPD), Claus Fastert (DLRG). Foto: Wertgen
Die Kehdinger Welle aus dem Jahr 1974 soll vollständig abgerissen und durch einen modernen, energieeffizienten und barrierefreien Neubau ersetzt werden. „Mit dem Ersatzneubau entsteht in Drochtersen ein zeitgemäßer Ort für Sport, Gesundheit und Begegnung“, sagt Behrens.
Das Bad leidet - schon lange
Drochtersen profitiert davon, dass das Programm ausdrücklich auch Ersatzneubauten zulässt - die Kehdinger Welle ist nicht mehr sanierungsfähig.
Wie marode das Bad tatsächlich ist, zeigt Schwimmmeister Jens Beneke der Ministerin. Während über ihnen die Kinder schwimmen lernen, führt Beneke die Gäste durch die Katakomben. Beneke lässt sie auch sehen, wo die Kehdinger Welle baulich und technisch schon lange vor sich hinsiecht.

Jens Beneke führte die Stader Landtagsabgeordneten Melanie Reinecke und Corinna Lange sowie Daniela Behrens durch das Schwimmbad. Foto: Wertgen
Gemeinde will möglichst viel Förderung
Dass die Förderung zustande kam, hat die Gemeinde auch der SPD-Landtagsabgeordneten Corinna Lange zu verdanken. Behrens sagt, Lange habe ihr auf den Füßen gestanden - und stark für das Projekt geworben.
Zusammen mit bereits bestehenden Landesmitteln verfügt Drochtersen nun über knapp zwei Millionen Euro - die erwarteten Gesamtkosten von rund neun Millionen deckt das nicht.
Um den Haushalt zu schonen, bewirbt sich die Gemeinde daher um rund vier Millionen Euro aus einem Bundesförderprogramm. Eine Rückmeldung wird bis Oktober erwartet. „Ich drücke die Daumen“, sagt Behrens.
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Warum die Absagen ein Vorteil sein könnten
Geplant ist ein Bau nach dem Baukastenprinzip. Was die aktuellen Varianten nicht vorsehen: höhenverstellbare Böden. Hubböden erleichtern den Betrieb mit einem dichten Kursprogramm für unterschiedliche Zielgruppen erheblich.
Dass Drochtersen erst beim achten Förderanlauf Erfolg hatte, könnte dabei zum Vorteil werden: Andere Kommunen, die früher Gelder erhielten, sind mit ihren Projekten schon weiter - und fragen genauso nach Hubböden.
Claus Fastert, Vorsitzender der DLRG Drochtersen, hofft genau darauf: „Wenn die Anbieter merken, dass Bedarf da ist, nehmen sie die Böden vielleicht auf.“
Kurz nachdem Behrens das Bad verlassen hat, fährt der nächste Bus vor. Wieder eine Schulklasse, wieder Kinder, die in Drochtersen schwimmen lernen.
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