TDas bietet die Stader Hancken-Klinik in ihrem 45-Millionen-Neubau
Das neue Gebäude der Hancken-Klinik in der Visualisierung der Architekten Rosner und Partner aus Bremen. Foto: Hancken-Klinik
Hoher Besuch, Startschuss zum Neubau und Fördergelder in Millionenhöhe - das war ein Freudentag bei der Stader Hancken-Klinik. Das sind ihre nahen Zukunftspläne.
Stade. 45 Millionen Euro soll der Neubau kosten, der am Bleichergang auf dem Klinikgelände entsteht. Der Neubau mit fünf Etagen plus Staffelgeschoss bietet später 3000 Quadratmeter Nutzfläche. Hier stand das ehemalige Schwesternwohnheim des städtischen Krankenhauses, bevor das zum heutigen Standort des Elbe Klinikum am Schwarzen Berg umzog.
Hancken kauft der Polizei das alte Gebäude ab
Die benachbarte Polizei übernahm einst das Gebäude. Erst als deren Neubau bezugsfertig war, konnte Hancken mit seinen Planungen loslegen und sich aufs Nachbargrundstück ausweiten. Er hatte zuvor das alte Schwesternwohnheim aufgekauft, um es abzureißen. So weit die Vorgeschichte. Jetzt wird ein neues Kapitel geschrieben.
Gesundheitsversorgung
T Zehn Millionen Euro für den Ausbau der Hancken-Klinik in Stade
Medizinische Versorgung
T 32 Millionen Euro für Elbe Kliniken und Klinik Dr. Hancken
Am Donnerstag erfolgte per symbolischem Spatenstich der Baustart. Die Klinik Dr. Hancken verspricht sich davon „mehr Platz für hochmoderne Medizin und erstklassige Pflege“. Es handele sich um die größte Investition in der gut 100 Jahre währenden Firmengeschichte.
Das bietet der Neubau der Klinik Dr. Hancken
Die Betten sind gedacht für onkologische, palliativmedizinische, strahlentherapeutische und nuklearmedizinische Patientinnen und Patienten. Sie befinden sich überwiegend in modern ausgestatteten Einzelzimmern, so die Klinik. Dies soll gerade in schwierigen Krankheitsphasen Privatsphäre ermöglichen.

Scheckübergabe als Familienfoto (von links): Minister Philippi mit Lina, Charlotte, Constantin und Christoph Hancken. Foto: Strüning
Außerdem würden die neusten hygienischen Erkenntnisse aus dem Krankenhausbau umgesetzt, was besonders bei immunsuprimierten Tumorpatienten sehr wichtig ist, also bei Patienten, deren Immunsystem durch die Behandlung oder die Erkrankung geschwächt ist.

Erster Spatenstich: Minister Philippi (Mitte) legt Hand mit an. Vorher sagte er: "Was Sie hier machen, ist was Besonderes." Foto: Strüning
Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) bediente am Donnerstagnachmittag nicht nur den Spaten, er brachte auch einen Förderbescheid in Höhe von sieben Millionen Euro mit. Es handelt sich um Mittel aus dem Krankenhausinvestitionsprogramm des Landes. Insgesamt stecken Land und Bund 37 Millionen Euro in das Projekt. Philippi will deswegen noch zweimal wiederkommen.
Minister: Hancken sichert gute Medizin
„Insbesondere die bildgebende Diagnostik ist ein Instrument, um onkologische Erkrankungen frühzeitig feststellen zu können“, sagte Philippi in Stade. Damit sei die Einrichtung „mit ihren vielfältigen Möglichkeiten“ ein großes Plus für den Gesundheitsstandort Stade. Philippi: „Menschen, die an Krebs erkranken, können sich sicher sein, dass sie hier eine gute medizinische Betreuung erhalten.“
Als bildgebende Diagnostik werden alle medizinischen Methoden bezeichnet, mit denen das Innere des Körpers sichtbar und damit krankheitsbedingte Veränderungen wie Tumore oder Entzündungen erkennbar werden. Dazu gehören etwa Röntgen, Ultraschall, CT, MRT und die Durchleuchtung. All das befinde sich mit dem Erweiterungsbau unter einem Dach, so Hancken.
Kliniken-Chef Dr. Christoph Hancken freute sich über die Unterstützung durch das Land Niedersachsen. Bereits im Januar 2025 gab es eine Zuwendung über zehn Millionen Euro für das Projekt. „Mit dem Neubau stellen wir die Weichen für ganz neue Therapieformen“, so Hancken. Es sei ein „großartiger Fortschritt“ für sein Haus.
Hancken: Ansprüche und Patientenzahlen steigen
„Wir sind schon heute gut aufgestellt – und denken an die Zukunft“, ergänzt Juniorchef Constantin Hancken. Die Patientenzahlen stiegen, die Anforderungen auch. Durch effizientere Tumortherapien erhöhe sich das Lebensalter der erkrankten Patienten deutlich und damit steigt auch die Zahl der zu versorgenden Patienten, teilt die Klinik auf TAGEBLATT-Nachfrage mit. Dazu gehörten beispielsweise Antikörpertherapien und eine neue nuklearmedizinische Behandlungsform, die sogenannten Radioligandentherapie.
Diese wird bei fortgeschrittenem Prostatakrebs und Tumoren des Magen- und Darmtraktes eingesetzt. Die Klinik Dr. Hancken sei eines der wenigen Zentren in Norddeutschland, das diese neue Therapie anbieten kann. Deshalb sei nachträglich die Aufstockung des Klinikneubaus um ein Staffelgeschoss für diese nuklearmedizinische Tumortherapie vom Planungsausschuss des Landes Niedersachsen genehmigt worden.
Hancken - aus Stade in den gesamten Elbe-Weser-Raum
Hauptsitz der Klinik Dr. Hancken GmbH ist Stade. Sie wird geführt als Fachklinik für Tumortherapie, Palliativmedizin und Radiojodbehandlungen. Sie arbeitet seit Jahrzehnten intensiv mit den Elbe Kliniken Stade und Buxtehude zusammen, aber auch mit den Krankenhäusern in Otterndorf, Cuxhaven, Bremervörde und Lilienthal.
Mit ihrer weit verzweigten Radiologie versorgt sie pro Jahr 100.000 Patienten in den Kliniken des Elbe-Weser-Raums. Über die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) für Radiologie und Nuklearmedizin in den Landkreisen Stade, Cuxhaven und Rotenburg erreicht Hancken nach eigener Auskunft 150.000 ambulante Patienten.
Die Klinik kümmert sich um das Mammografiescreening und bietet auch ambulante Palliativversorgung an, was täglich zwischen 50 und 60 Patienten nutzen. Bei Hancken sind 600 Menschen beschäftigt, das entspricht 350 Vollzeitstellen.
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