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Harsefeld

TDe Vries lobt Harsefeld und hat ein Rezept für Stade gegen Kriminalität

Treffen unter Gleichgesinnten: Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, diskutierte mit dem CDU-Ortsverband Harsefeld über drängende Themen der inneren Sicherheit.

Treffen unter Gleichgesinnten: Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, diskutierte mit dem CDU-Ortsverband Harsefeld über drängende Themen der inneren Sicherheit. Foto: T. Meyer

Christoph de Vries (CDU) sagt in Harsefeld seine Meinung zur Sicherheit in Deutschland, warnt Bürger vor einem Denkfehler und hat eine Idee gegen Clan-Kriminalität im Kreis.

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Von Thies Meyer
08.09.2026, 18:00 Uhr

Harsefeld. Christoph de Vries (CDU) hat eine Verbindung zu Harsefeld. „Meine Frau ist Grundschullehrerin und hat damals ihr Referendariat an der Grundschule in Ahlerstedt gemacht“, sagte der 51-Jährige. Harsefeld sei „so ein bisschen“ sein „Nachbarwahlkreis“ und Hamburg-Mitte sein Heimat-Wahlkreis.

Seit Februar 2025 ist de Vries Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern (BMI) - enger Mitarbeiter von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). De Vries war der Einladung von Mirco Dawideit, dem Vorsitzenden des CDU-Ortsverbands Harsefeld, in die Lounge des Fitnessstudios vom TuS Harsefeld gefolgt. Bei der Debatte über das Sicherheitsgefühl in Deutschland stört de Vries etwas.

So steht es laut de Vries um Deutschlands Sicherheit

Trotz vieler Schreckensbilder und überdramatisierter Darstellungen, gegenüber „Angstmachern“, die sich via Social Media verbreiten, wolle de Vries eines klarstellen: „Deutschland ist ein sicheres Land.“

Mirco Dawideit (links), Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Harsefeld, und Christoph de Vries, aktuell auch kommissarischer Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung.

Mirco Dawideit (links), Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Harsefeld, und Christoph de Vries, aktuell auch kommissarischer Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung. Foto: T. Meyer

Oft höre der CDU-Mann: „Um Gottes Willen, was ist eigentlich los in unserem Land.“ Dieser Eindruck trüge seiner Meinung nach - ein Denkfehler. De Vries: „Das hat manchmal weniger mit der Realität als mehr mit der Wahrnehmung zu tun.“ Das Bundestagsmitglied verwies auf die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes.

Laut der sind die Straftaten in Deutschland im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf rund 5,5 Millionen Fälle gesunken. Dennoch wolle de Vries nichts verharmlosen. Zwischen 2021 und 2024 hätten die Zahlen einen Anstieg der Gewaltkriminalität und „Höchststand seit 2007“ gezeigt, so der gebürtige Ostfriese de Vries.

Bundespolitiker spricht über die Kriminalität in Harsefeld und Stade

De Vries habe sich im Vorfeld des Treffens über das Thema Jugendbande in Harsefeld, die sogenannte „Consti-Gang“, informiert. Der Hamburger lobte das Handeln aller Beteiligten und die erhöhte Polizeipräsenz. Da Harsefeld die Lage aktuell im Griff hat, gab es bei einem anderen lokalen Kriminalitätsthema mehr Redebedarf.

Ob in einer Großstadt wie Berlin oder in Stade: Clan-Kriminalität nehme zu, so der BMI-Mitarbeiter. Man habe es „mit Gruppierungen zu tun, die sich vollständig von unserer Gesellschafts- und Werteordnung abgelöst haben“ und „staatliche Autoritäten verachten“. Es sei beunruhigend, was es innerhalb kürzester Zeit an Schießereien in Stade gegeben habe, so de Vries.

De Vries lobte die eigene Partei für den Aktionsplan der Bundesregierung gegen Organisierte Kriminalität. „Wir gründen gemeinsame Ermittlungsgruppen von Zoll und Bundeskriminalamt, die zusammenarbeiten und Lagebilder machen, damit wir konzentriert gegen Kriminalität vorgehen“, sagt der Christdemokrat. „Das wäre auch ehrlich gesagt ein gutes Rezept für den Landkreis Stade.“

Um kriminelle Gruppen zu stellen, müsse der Staat sie da „treffen“, wo es am meisten weh tue: am Geldbeutel. Wenn jemand hohe Vermögenswerte habe und kaum Einkünfte, müsse es für Sicherheitsbehörden leichter sein, auf diese Vermögenswerte zuzugreifen.

De Vries kritisiert „vaterlandslose Gesellen“

Einen Großteil des Vortrags mit anschließender Diskussionsrunde widmete Christoph de Vries bundespolitischen Themen und hybriden Bedrohungen. „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind täglich Ziel hybrider Angriffe“, sagte der parlamentarische Staatssekretär des BMI mit Blick auf den abgewehrten Drohnenanschlag am 4. August am Leipziger Flughafen, für den die Bundesregierung Russland verantwortlich macht.

Russland habe gezeigt, dass es „Schaden für Leib und Leben“ in Deutschland in Kauf nehme. Deutschland werde sich de Vries zufolge nicht von Russland und „Kriegstreiber Putin“ einschüchtern oder davon abhalten lassen, der Ukraine militärisch und zivil zu helfen.

An diesem Punkt fragte de Vries rhetorisch in die Runde der CDU-Ortsverbandsmitglieder: „Was haben wir eigentlich gehört von der AfD, von dem BSW oder den Linken? Entweder wir haben gar nichts gehört oder wir haben Frau Wagenknecht gehört, die die Bundesregierung vor Kriegstreiberei gegen Russland gewarnt hat.“ De Vries sprach seine Meinung aus: „Das sind vaterlandslose Gesellen.“

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