TDer Höhenflug: Das macht Fredenbeck zu einem der stärksten Aufsteiger
Daniel Polak hat für den VfL Fredenbeck bereits 91 Tore erzielt. Foto: Struwe (nomo)
Der VfL Fredenbeck hat in der bisherigen Saison alle Erwartungen übertroffen. Was macht den VfL zum zweitbesten Aufsteiger aller dritten Ligen?
Fredenbeck. Der VfL Fredenbeck rangiert als Aufsteiger nach 24 von 30 Spieltagen auf dem siebten Tabellenplatz mit ausgeglichenem Punkteverhältnis (24:24) und ist damit aktuell nach der TSG Münster der zweitbeste von zehn Aufsteigern in allen dritten Ligen. Das sind die Gründe.
Erfolgsfaktor 1: Der Trainer
Matthias Steinkamp, seit Saisonbeginn 2025/26 Trainer der Mannschaft, hat ein Team formiert, „in dem Jeder für seinen Mitspieler einsteht.“ Steinkamp fordert auch im Training Leistung und die Bereitschaft jeden Spielers, in jeder Situation dazuzulernen. Er fördert aber auch den Leistungswillen und duldet keine „Erbhöfe“. Die Integration der jungen und neu hinzu gekommenen Spieler beweist das sichtbar.
„Die Abwehr ist nicht drittligareif“, war das Urteil von Trainer Matthias Steinkamp vor seinem Amtsantritt im März 2025. Dementsprechend lag der Schwerpunkt des Trainings anfangs auf deren Verbesserung, während der Fredenbecker Angriff noch Baustelle blieb. Die Fredenbecker Abwehr um den unumstrittenen Abwehrchef Nils Schröder ist im Saisonverlauf zur Grundlage des sportlichen Erfolgs geworden.

Abwehrchef Nils Schröder. Foto: Potreck (nomo)
Mit dem „7. Feldspieler“ hat Steinkamp eine Angriffsvariante etabliert, die zum „Mindset“ der Mannschaft passt. Mit Marten Franke steht ein Regisseur bereit, der mit gutem Auge schon mehr als ein Spiel für den VfL Fredenbeck zurück in die Erfolgsspur gelenkt hat.
Erfolgsfaktor 2: Halle und Fans
Nicht umsonst wird die Geestlandhalle unter den Fans ligaweit auch als „Geestlandhölle“ bezeichnet. „Hier kommt keiner gerne her,“ betonen gerade erfahrene auswärtige Spieler immer wieder.

Die Fredenbecker können sich auf ihre Fans in voller Hütte verlassen. Foto: Struwe (nomo)
878 Zuschauer besuchten im Durchschnitt die bisherigen 12 Heimspiele des VfL. Rang 6 in der Besuchertabelle. Spitzenreiter auch hier ist der TV Emsdetten mit durchschnittlich 2046 Besuchern. Es ist aber nicht nur die Anzahl der Fans, sondern vor allem ihre lautstarke und emotionale Unterstützung, die die gegnerischen Mannschaften, vor allem aber auch die eigene Mannschaft beeindruckt und immer wieder zu Höchstleistungen antreibt.
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Viele der Fredenbecker Fans sind ehemalige Aktive. Fehler werden lange verziehen, fehlender Einsatz nie. 17:7 Punkte in der Heimspieltabelle, Tabellenplatz 5, sind die Grundlage für das frühzeitige Erreichen des Saisonziels Klassenerhalt.
Erfolgsfaktor 3: Der Torwart
„Justin Rundt gehört mit Sicherheit zu den fünf, sechs besten Keepern der Liga“, urteilt der ehemalige Erstligakeeper und Fredenbecker Torwarttrainer Jens Kanzog. An guten Tagen sei er auch in der Ligaspitze, so der Trainer, und könne Spiele allein entscheiden.
Erfolgsfaktor 4: Die Abwehr
Mit Nils Schröder und Lauro Strothmann im Mittelblock hat Steinkamp ein Abwehrbollwerk gezimmert, dass von den Halben Michel Brassait und Pelle Fick bzw. Jesper Müller flankiert wird. In puncto Griffigkeit und Beweglichkeit ist die Abwehr, dirigiert von Nils Schröder, absolut ligatauglich, auch wenn durchschnittlich 31,8 Gegentore zeigen, dass es auf dem Weg zur Spitzenmannschaft (26 - 28 Gegentore) noch ein gutes Stück weit weg ist.
Erfolgsfaktor 5: Der Angriff
Die Stärke des Fredenbecker Angriffs ist seine Variabilität. Unter den 50 erfolgreichsten Torschützen der Liga rangieren mit Nils Schröder (106, Rückraum), Michel Brassait (95, Kreis), Jan Möller (91, Rechtsaußen), Daniel Polak (91, Linksaußen) und Lauro Strothmann (78, Rückraum) fünf Fredenbecker Spieler.

Michel Brassait gehört zu den Toptorschützen. Foto: Potreck (nomo)
Dazu kommt mit Jesper Müller ein weiterer Torgarant, der die erste Saisonhälfte aus beruflichen und Verletzungsgründen pausieren musste. Fredenbecks Angriff ist auf allen Positionen ähnlich torgefährlich. Dennoch liegt beim VfL mit durchschnittlich 30,6 Toren, die Spitzenmannschaften treffen durchschnittlich 33 - 36 Mal, Steigerungspotential.
Ansatzpunkte dafür sind die Verbesserung des Umschaltspiels und vor allem der Chancenverwertung. Viel zu viele „Freie“ werden noch vergeben.
Erfolgsfaktor 6: Die Bank
Ein großes Plus des VfL Fredenbeck ist die breit besetzte, ausgeglichene Bank. Für jede Position bieten sich Spieler mit annähernd gleichwertiger Spielstärke an.
Erfolgsfaktor 7: Der Stab
Auch im Trainerstab hat sich der VfL Fredenbeck professionalisiert und in vielen Bereichen stärker an die Erfordernisse der 3. Liga angepasst. Neben Trainer Matthias Steinkamp und Co-Trainer Maciek Tluczynski konnte Jens Kanzog als Torwarttrainer gehalten werden.
Mit Marcel Hopp wurde erstmals ein Athletiktrainer engagiert. Marcia Cavaleira und Björn Staats sind als Physiotherapeuten in Training und Spiel bei der Mannschaft.
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