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Bauernmarkt

TDorfladen, Höfe, Deko: Was Oldendorfs Betriebe zu bieten haben

Hinter dem Namen „Tante Hilda“ verbergen sich Monja und Göran Gallandt aus Burweg, die einen Mix aus Café, Frischemarkt, Catering und Feinkost präsentieren.

Hinter dem Namen „Tante Hilda“ verbergen sich Monja und Göran Gallandt aus Burweg, die einen Mix aus Café, Frischemarkt, Catering und Feinkost präsentieren. Foto: Grewe

Aus einem alten Dorfladen wurde ein Café, aus Hufeisen die Gartendeko: Der Bauernmarkt in Oldendorf zeigt, wie viel Herz in kleinen Betrieben steckt.

Von Arno Grewe 15.09.2026, 17:28 Uhr

Oldendorf. Gut 50 regionale Aussteller im Garten des Brunkhorst‘schen Hauses sorgten auf dem Bauernmarkt in Oldendorf für eine heimelige Atmosphäre. Früher war es Tradition, dass die Bauern aus Oldendorf und Umgebung im September zum Bauernmarkt kamen, um alles zu verkaufen, was für die eigene Versorgung im kommenden Winter nicht notwendig war.

Aus alter Tradition wird neues Vereinsleben

„Als unser Verein im Jahr 2000 gegründet wurde, ist der Bauernmarkt neu aufgelebt“, berichtet Dieter Offermann, seit elf Jahren hauptverantwortlich im Kultur- und Heimatverein für die Organisation des Marktes. „Wir wollen eine Mischung aus Markt, Kunst und Musik bieten. In diesem Jahr haben wir wieder neue Stände dabei.“

Unter dem Namen „Allerlei Flechtwerk“ bieten Sabine Tiedemann (links) und Theres van Loy aus Lamstedt Dekoratives und Praktisches für Haus und Garten an.

Unter dem Namen „Allerlei Flechtwerk“ bieten Sabine Tiedemann (links) und Theres van Loy aus Lamstedt Dekoratives und Praktisches für Haus und Garten an. Foto: Grewe

So wie Sabine Tiedemann und Theres van Loy aus Lamstedt, die seit knapp fünf Jahren mit „Allerlei Flechtwerk“ ihrer kreativen Leidenschaft nachgehen. „Wir haben Dekoratives und Praktisches für Haus und Garten in unserem Sortiment“, klärt Sabine Tiedemann auf. „Bei uns ist alles selbst gefertigt“, ergänzt Theres van Loy. Wert legen sie auf die Nachhaltigkeit ihrer Produkte.

Dieter Offermann (von rechts) ist gemeinsam mit Christian Oellerich beim Kultur- & Heimatverein Oldendorf für die Organisation des Bauernmarktes verantwortlich, bei dem auch der Vereinsvorsitzende Ernst Ryll seine Kunstwerke präsentierte.

Dieter Offermann (von rechts) ist gemeinsam mit Christian Oellerich beim Kultur- & Heimatverein Oldendorf für die Organisation des Bauernmarktes verantwortlich, bei dem auch der Vereinsvorsitzende Ernst Ryll seine Kunstwerke präsentierte. Foto: Grewe

Familie Helmke: Drei Generationen, eine Leidenschaft

Gleich drei Generationen der Familie Helmke aus Oldendorf, die den gleichnamigen Hof betreibt, sind an ihrem Stand vertreten. Unter dem Motto „Regional, frisch, lecker“ bietet der Familienbetrieb Produkte wie Kartoffeln, Eier, Marmelade, aber auch Kuchen im Glas oder Sirup an.

„Vor zwei Jahren haben wir den Betrieb an unseren ältesten Sohn Andreas und seine Frau Anja übergeben“, erzählt Dorothea Helmke. Seit zehn Jahren gibt es den Hofladen. „Auch meine Kinder Jorvin und Janika helfen schon gerne bei uns zu Hause mit“, fügt Anja Helmke hinzu. „Janika schaut mir schon gerne mal im Laden über die Schulter. Das übt auch ein wenig in Mathe für die Schule“, ergänzt Anja Helmke mit einem Lächeln.

Dorothea Helmke (rechts) ist die Schwiegermutter von Anja Helmke. Gemeinsam mit ihren beiden Kindern Jorvin und Janika packen bereits drei Generationen auf dem Hof Helmke in Oldendorf mit an.

Dorothea Helmke (rechts) ist die Schwiegermutter von Anja Helmke. Gemeinsam mit ihren beiden Kindern Jorvin und Janika packen bereits drei Generationen auf dem Hof Helmke in Oldendorf mit an. Foto: Grewe

Wie Familie Helmke sind auch Birgit Zitlau und ihr Mann Edgar zum wiederholten Mal in Oldendorf dabei. „Mit Gartendeko aus Hufeisen und rostigem Metall hat alles im Jahr 2017 angefangen“, blickt Birgit Zitlau auf die Anfänge zurück. „Das kam sehr gut an. Mittlerweile fertigen wir auch viele Blumen- oder Tiermotive.“

Schon zum vierten Mal sind Birgit und Edgar Zitlau aus Zeven mit ihren selbst gefertigten Kunstwerken aus rostigem Metall auf dem Bauernmarkt in Oldendorf dabei.

Schon zum vierten Mal sind Birgit und Edgar Zitlau aus Zeven mit ihren selbst gefertigten Kunstwerken aus rostigem Metall auf dem Bauernmarkt in Oldendorf dabei. Foto: Grewe

Familie Dankers bringt ihre Hühner gleich mit

Dass ein Aussteller seine tierischen Hauptdarsteller, also die Erzeuger, gleich mitgebracht hat, findet man wohl nur auf einem Bauernmarkt. So hat Familie Dankers aus Oldendorf einen Teil ihrer freilaufenden Hühner dabei, damit sich die Besucher einen Eindruck verschaffen können.

Christoph und Frauke Dankers betreiben ihren Nebenerwerb, der sich rund ums Ei dreht, seit sechs Jahren. Neben frischen Eiern ihrer Hühner hat Familie Dankers, zu der auch die beiden Töchter Anna und Britta gehören, noch selbst hergestellte Nudeln im Sortiment. „Dazu gehören Bandnudeln, Spiralen, Spaghetti, aber auch Bauernhoftiere. Alles aus Hartweizengrieß“, zählt Christoph Dankers auf.

Familie Dankers aus Oldendorf (von links: Christoph, Frauke, Britta und Anna Dankers) hat die Hühner, und somit die Erzeuger ihrer Produkte, gleich mitgebracht.

Familie Dankers aus Oldendorf (von links: Christoph, Frauke, Britta und Anna Dankers) hat die Hühner, und somit die Erzeuger ihrer Produkte, gleich mitgebracht. Foto: Grewe

„Der Verkauf findet über einen Selbstbedienungsladen beziehungsweise Eierkasten bei uns an der Straße statt“, nennt der Familienvater aus dem Ortsteil Kaken die Art der Vermarktung.

„Ich säe im Frühjahr Mais, damit unsere freilaufenden Hühner im Sommer sowohl einen Schutz vor Raubvögeln als auch vor Hitze und speziell Sonne haben“, erklärt Christoph Dankers seinen Beitrag zum Tierwohl.

„Hildas“: Aus Liebe zur Oma

Ein Aussteller namens „Tante Hilda“? Klingt gemütlich. Dahinter verbergen sich Monja und Göran Gallandt aus Burweg. „Meine Oma Hilda hatte einen klassischen Tante-Emma-Laden bei uns im Ort“, gibt Monja Gallandt Auskunft.

„Den hat mein Vater dann übernommen und dort 50 Jahre einen Spar-Markt geführt. Mein Mann und ich haben das Ganze dann 2021 umgebaut. Nun ist die eine Hälfte Café und die andere Hälfte der Laden und das Catering.“

Einen bunten Auszug ihrer Feinkost-Produkte haben die beiden Burweger mit zum Bauernmarkt nach Oldendorf gebracht.

Auch die Cocktailbar des Kultur- & Heimatvereins Oldendorf ist ein beliebter Treffpunkt auf dem Oldendorfer Bauernmarkt.

Auch die Cocktailbar des Kultur- & Heimatvereins Oldendorf ist ein beliebter Treffpunkt auf dem Oldendorfer Bauernmarkt. Foto: Grewe

„50 Jahre bin ich beim Erbsensuppe-Verkauf“

Stichwort „leibliches Wohl“: Wer es deftig mag, ist am Stand des DRK Oldendorf richtig. „Seit 4.15 Uhr haben wir insgesamt 170 Liter vorbereitet“, geht Arved Peglau vom DRK ins Detail. „50 Jahre bin ich hier schon beim Erbsensuppen-Verkauf aktiv“, fügt er hinzu.

Für das reichhaltige Büfett mit knapp 50 Kuchen und Torten haben auch die Standbetreiber jeweils mit einer gebackenen Spende beigetragen. Ehrenamtlich wird auch die Cocktailbar betrieben - alle Erlöse kommen dem Kultur- und Heimatverein Oldendorf zugute.

Mit Charme und Humor bieten (von links) Tom Boyke, Henner Gast und Jan Richters in der Cocktailbar des Kultur- & Heimatvereins Oldendorf Flüssiges an.

Mit Charme und Humor bieten (von links) Tom Boyke, Henner Gast und Jan Richters in der Cocktailbar des Kultur- & Heimatvereins Oldendorf Flüssiges an. Foto: Grewe

Lust auf Süßes? Knapp 50 Kuchen und Torten haben die Damen des Kultur- & Heimatvereins Oldendorf in ihrem Angebot.

Lust auf Süßes? Knapp 50 Kuchen und Torten haben die Damen des Kultur- & Heimatvereins Oldendorf in ihrem Angebot. Foto: Grewe

Die vielfältigen Kunstwerke von Ernst Ryll, dem Vorsitzenden des Kultur- & Heimatvereins Oldendorf, kann man am Brunkhorst’schen Haus bewundern.

Die vielfältigen Kunstwerke von Ernst Ryll, dem Vorsitzenden des Kultur- & Heimatvereins Oldendorf, kann man am Brunkhorst’schen Haus bewundern. Foto: Grewe

Selbst ein Kalifornier ist restlos begeistert

Der Bauernmarkt in Oldendorf erhält nur positive Resonanz, sogar aus Kalifornien: „Ich bin das erste Mal hier“, erzählt Louis Mattassi aus dem sonnigen San Francisco in seiner englischen Heimatsprache, der mit seinem Mann Rolf Ehrhardt aber mittlerweile in Kranenburg lebt.

„Die vielen lokalen Anbieter haben ein großes Angebot, und die Atmosphäre hier ist wirklich toll, richtig familiär“, schwärmt der Amerikaner.

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