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Wissenschaft

TDrohnen über Hollenbeck: Was das mit dem Salzstock zu tun hat

Befliegung mit dem Multikopter.

Befliegung mit dem Multikopter. Foto: Pixabay_mod.LIAG

Nächste Woche fliegen Drohnen über Harsefeld. Die Forscher wollen gesammelte Daten ergänzen und Messmethoden verbessern. Ein Endlager im Salzstock kommt aber nicht in Frage.

Von Redaktion Freitag, 24.04.2026, 07:00 Uhr

Hollenbeck. Genauer gesagt fliegen die Drohnen ab Montag nördlich von Hollenbeck und bei Klein Hollenbeck. Grund dafür sind geophysikalische Messungen, die ein Forschungsteam der Universität Münster hier durchführt. Diese sind Teil des Forschungsvorhabens GeoMetEr, das durch das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (Hannover) und die Technische Universität Bergakademie Freiberg geleitet wird.

Die Befliegung mit dem Multikopter.

Die Befliegung mit dem Multikopter. Foto: Forschungsvorhaben GeoMetEr

Bereits im März und Oktober 2025 führten die Forscher Messungen über Hollenbeck durch - in der Luft und am Boden. Dabei kamen Hubschrauber und Vibrationsfahrzeuge zum Einsatz. Die erneuten Messungen sollen die dabei gesammelten Daten ergänzen und das drohnengeophysikalische Messverfahren erproben und verbessern.

Keine Endlagerung in der Samtgemeinde

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung fördert die Forschung zur Entwicklung von Erkundungsmethoden für Endlagerstandorte. Wichtig ist: Die GeoMetEr-Messgebiete, also auch die Samtgemeinde Harsefeld, kommen als Endlagerstandorte nicht in Betracht. Das versicherte das LIAG-Insitut in seiner Pressemitteilung.

Als Forschungsregion ist Harsefeld aber besonders wegen des Salzstocks interessant. Das darüberliegende Deckgebirge konnte durch die 2025 durchgeführten Messungen bereits hochauflösend abgebildet werden. Zudem erprobe das GeoMetEr-Team kostengünstige und umweltfreundliche drohnengeophysikalische Systeme, so das LIAG-Institut. Deren Effizienz und Eignung sollen für die wissenschaftliche Fragestellung nun getestet werden.

Drohnen-Messflüge über Hollenbeck

Die ab dem 27. April geplanten Messflüge decken die bereits seismisch erkundete Fläche nördlich von Hollenbeck vollständig ab. In Kombination mit den seismischen Strukturbildern des Untergrundes sollen sie nun zusätzliche Informationen über den Tongehalt und die Salzkonzentration im Grundwasser liefern.

Ein Ausschnitt des Befliegungsgebietes.

Ein Ausschnitt des Befliegungsgebietes. Foto: Forschungsvorhaben GeoMetEr

Die Messungen erfolgen ähnlich, wie schon 2025, aber auf einer kleineren Skala: Eine Drohne, ein sogenannter Multikopter, schleppt einen miniaturisierten Sensor über das Untersuchungsgebiet. Dabei werden Signale erfasst, die mit einem elektrischen Dipolsender erzeugt werden.

Der Sender speist dabei über ein Kabel an geerdeten Endpunkten Wechselstrom in den Boden ein. Diese sogenannten Transmitterauslagen werden durch Kabelkanäle markiert. Es muss ein entsprechender Abstand zu den abgesperrten Erdungspunkten eingehalten werden.

Herausforderung: Forschende versuchen Signale zu trennen

Die Erkundung des Untergrundes mit den hubschrauber- oder drohnengestützten elektromagnetischen Induktionsverfahren birgt Herausforderungen für die Forscherinnen und Forscher: Metallische Infrastrukturen - wie zum Beispiel über- oder unterirdische Stromleitungen oder unterirdische Rohrleitungen - erschweren das Verfahren erheblich.

Zwar wird die Datenqualität der Hubschraubermessungen von den Forschenden als sehr gut eingeschätzt - allerdings ist die Auswertung noch in vollem Gang. Im Rahmen dieses Projektes sollen die Methoden zur Trennung von Infrastruktureffekten und geologischen Signalen weiter erforscht werden.

„Für den späteren Einsatz der Verfahren zur Standorterkundung leisten das Forschungsprojekt GeoMetEr und die Untersuchungen in Harsefeld daher einen wichtigen Beitrag“, heißt es in der Mitteilung des LIAG Instituts. Zur Verifizierung der Messergebnisse aus den seismischen und den elektromagnetischen Messungen ist für Anfang 2027 eine Forschungsbohrung geplant.

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