TEhemaligentreffen am Buxtehuder Gymnasium Süd: Was ist aus ihnen geworden?
Wiedersehen macht Freude: Jan-Paul Schwarz (Abiturjahrgang 2015) mit Nina Schacht (Abiturjahrgang 2016). Foto: Sulzyc
Es ist eine Tradition am Gymnasium Süd: Ehemalige feiern immer am Jahresende ein Wiedersehen in der Schule. Einige von ihnen haben eine bemerkenswerte Karriere gemacht.
Buxtehude. Es war die wohl am häufigsten gestellte Frage an diesem Abend: „Und was machst du jetzt so?“ Rund 170 frühere Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Süd feierten am Montag beim Ehemaligentreffen in der Mensa ein Wiedersehen.
Auch wenn sich manche Lebensläufe in sozialen Netzwerken wie Instagram verfolgen lassen: Aufregender ist es von Mensch zu Mensch. Wie zum Beispiel das Wiedersehen von Annaleen Wiese (21) mit ihrer Freundin Janne Rump (22). Letztere ist aus dem US-Bundesstaat Kentucky angereist - Besuch bei der Familie in Buxtehude.
Janne Rump (links) ist aus den USA angereist. Sie sieht ihre Freundin Annaleen Wiese wieder. Foto: Sulzyc
Nach dem Abitur 2023 begann Janne Rump ein Studium in den USA: Psychologie und Kriminaljustiz. Ein Studentenleben wie im Film, erzählt sie. Alle lebten auf dem Campus. Das Interesse an Psychologie habe sie bereits während der Schulzeit gehabt. Was Kriminelle zu Verbrechen antreibt, wolle sie wissen. „Ich habe mich gerade auf Masterprogramme in forensischer Psychologie beworben.“
Erst Pferdewirtin, jetzt auf dem Weg zur Wirtschaftsingenieurin
Ein Faible für Naturwissenschaften hatte ihre Freundin Annaleen Wiese während der Schulzeit. Doch nach dem Abitur 2022 absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Pferdewirtin in Eckernförde. Sie kam zu dem Schluss, dass das doch nicht das Richtige für sie sei - und studiert jetzt Wirtschaftsingenieurwesen in Elmshorn.
Richter am Landgericht verrät seine Abi-Note
Marcus Aping (34), Richter am Landgericht Stade, besucht zusammen mit seinem Schulfreund Christopher Stoldt (35) das Ehemaligentreffen. Die beiden sind seit der siebten Klasse befreundet. Ursprünglich wollte Christopher Stoldt Pilot werden, Schifffahrtskaufmann in einer mittelständischen Reederei ist er heute.
Marcus Aping verrät dem TAGEBLATT auf Nachfrage seine Abiturnote: 1,9. „Ich frage mich selbst, wie die Note zustande kam“, sagt er.
Mit der Abiturnote 2,5 startete Jan-Paul Schwarz (29) eine bemerkenswerte Karriere in der Wirtschaft: zunächst Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in Hamburg, anschließend das Studium der Betriebswirtschaftslehre in Münster - um später in Los Angeles zu studieren.
Ehemaligentreffen
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In den USA gründete Jan-Paul Schwarz zusammen mit einem früheren Dozenten ein IT-Unternehmen. Heute lebt er in Hamburg. „Ich möchte mich selbstständig machen im Bereich künstliche Intelligenz.“
Was treibt den 29-Jährigen an diesem Abend an die frühere Schule zurück? „Alte Freunde treffen“, sagt Jan-Paul Schwarz. Zum Beispiel Nina Schacht (geborene Drechsel). Ihre Mitschüler kannten die heute 27 Jahre alte Bauingenieurin bereits aus der Schulzeit als gute Fußballerin. Fußball spiele sie noch immer - Landesliga in der 1. Damenmannschaft im TSV Apensen.
Porta-Coeli-Schule
T Jubiläum an der Oberschule Himmelpforten: Daran erinnern sich Ehemalige
Am Gymnasium Süd ist das Abitur im Fach Sport möglich. Mehrere Handballerinnen des Bundesligisten Buxtehuder SV gingen dort zur Schule. Die Nationalspielerin Emily Vogel (geborene Bölk) zum Beispiel. Biologie und Erdkunde hat sie bei Michael Schäperkötter gelernt.

Organisatoren des Ehemaligentreffens: die Schulvereinsvorstände Barbara Zimmermann und Michael Schäperkötter. Foto: Sulzyc
Der 66 Jahre alte Lehrer denkt nicht ans Aufhören, den Ruhestand lehnt er ab. Bis zum Alter von 69 Jahren werde er weiter unterrichten. „Mir macht das so viel Spaß“, sagt er. Michael Schäperkötter organisiert zusammen mit Barbara Zimmermann, Vizepräsidentin der Hochschule 21 in Buxtehude, das Ehemaligentreffen. Beide gehören dem Vorstand des Schulvereins an.
Treffen immer am ersten Werktag nach Weihnachten
Seit etwa zehn Jahren veranstaltet der Schulverein das Ehemaligentreffen. Die Tradition ist älter - zuvor war die Schule selbst Veranstalter. Immer am ersten Werktag nach Weihnachten kommen Ehemalige in der Mensa zusammen. Die Idee dabei: Die Teilnahme soll auch denen möglich sein, die weit entfernt studieren oder arbeiten.

Sie alle gehören dem ersten Abiturjahrgang am Gymnasium Süd aus dem Jahr 2008 an: Die Freunde sehen sich jedes Jahr beim Ehemaligentreffen in der Schule wieder. Foto: Sulzyc
So wie zum Beispiel Dr. Axel Sturm. Der 36-Jährige lebt in Braunschweig. Der Wissenschaftler gehört dem ersten Abiturjahrgang am Gymnasium Süd aus dem Jahr 2008 an. In jedem Jahr besuchen er und andere Mitschüler des Jahrgangs gemeinsam das Ehemaligentreffen - eine lustige Männerrunde.
Axel Sturm studierte Maschinenbau und promovierte 2022. Er ist Experte für Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie autonomes Fahren. Zurzeit schreibt er seine Habilitation, strebt also eine Professur an. Am Gymnasium Süd - da wird man was.
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