Schützenfest

TEhrensache auch bei Hitze: Kutenholzer Schützen weihen neue Fahne

Sternmarsch auf dem Sportplatz: Der Schützenverein Kutenholz leistet sich eine neue Fahne.

Sternmarsch auf dem Sportplatz: Der Schützenverein Kutenholz leistet sich eine neue Fahne. Foto: Felsch

Der Schützenverein Kutenholz feiert 75-jähriges Jubiläum. Ein Höhepunkt: die Weihung der neuen Fahne. Was das für die Träger bedeutet und wie viel sie gekostet hat.

Von Franziska Felsch 23.06.2026, 05:50 Uhr

Kutenholz. Jens de Waal, Präsident des Schützenvereins Kutenholz, strahlte mit der Sonne um die Wette über den gelungenen Sternmarsch am Sonntagmittag. Zeige er doch die Verbundenheit und Freundschaft zu anderen Vereinen, die gekommen waren, um das Jubiläum gemeinsam mit den Kutenholzern gebührend zu würdigen.

Das Schützenwesen lebe nicht allein von Ritualen, es lebe von den Menschen, die dafür einstehen, dass die Traditionen der Schützenvereine gewahrt bleiben, so der Präsident.

Neue Fahne stammt aus Bayern

Dafür sorgen besonders die Fahnenträger des Vereins. Denn der Schützenverein Kutenholz leistete sich zu seinem 75-jährigen Jubiläum eine nagelneue Fahne. „Die wurde von einer Abordnung unseres Vereins in der Nähe von Regensburg persönlich abgeholt, verbunden mit einem Wochenendausflug und einem Besuch bei unseren bayrischen Freunden, die heute auch hier sind“, erzählte Torben Engelhardt. Es gebe nicht mehr so viele Unternehmen, die Fahnen herstellten, deshalb wurde die Fahne in Bayern bestellt. Kostenpunkt: um die 7000 Euro.

Die alte Fahne wird von Hendrik Engelhardt (Mitte), Hauke Stelling (rechts) sowie Alexander Gleiß getragen.

Die alte Fahne wird von Hendrik Engelhardt (Mitte), Hauke Stelling (rechts) sowie Alexander Gleiß getragen. Foto: Felsch

„Es ist für mich und meine Kameraden eine Ehrensache“, sagte der 48-Jährige, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert im Schützenverein ist und fast genauso lange dieses Amt ausfüllt. Selbst bei hohen Temperaturen. „Egal, bei welchem Wetter, ob es regnet, stürmt oder die Sonne brennt“, fügte er hinzu.

Die Fahne eines Vereins sei so etwas wie seine Visitenkarte. „Das ist Tradition und gehört dazu, ohne Fahne kein Marsch“ erklärte Torben Engelhardt, der von Heiko Witz und Klaus Brendemühl unterstützt wurde. Alle drei stehen um 12 Uhr auf dem Sportplatz in Kutenholz, wo die Weihe der neuen Fahne, die sich jetzt noch in einer Art Stofftasche befindet, stattfindet.

Zwei Bandträger achten auf die Balance

Brendemühl ist mit seinen 82 Jahren der Älteste in der Gruppe der Fahnenträger des Schützenvereins Kutenholz. Der Senior freute sich riesig, dass er beim Jubiläum dabei sein konnte - wenn auch „nur“ als Bandträger.

Die alte und die neue Fahne (links) des Schützenvereins Kutenholz.

Die alte und die neue Fahne (links) des Schützenvereins Kutenholz. Foto: Felsch

„Das ist ein nicht zu unterschätzender Job“, betonte Engelhardt. Denn die beiden Männer sind für die richtige Balance zuständig. Bei starkem Wind oder beim Absenken der Fahne ist ihre Konzentration besonders gefordert. Aber sie wissen, was zu tun ist. Die drei sind ein eingespieltes Team.

600 Menschen besuchen die feierliche Fahnenweihe

„Es ist mir eine besondere Ehre, den heutigen Tag mitzuerleben“, betonte Brendemühl, der vor vielen Jahren hierher zog und den Ort sowie den Schützenverein als seine Heimat bezeichnet. „Fahnentragen hält jung“, meinte er schmunzelnd, während er sich die weißen Handschuhe glatt zog. Alles saß perfekt, auch die grüne Samtschärpe und das schneeweiße, gestärkte Hemd. Auf Jacken verzichteten sie wegen der Sommerhitze - bei Temperaturen über 25 Grad verständlich.

Geduldig warteten sie auf die befreundeten Vereine, die in Begleitung der Musikzüge kurz nach 12 Uhr auf dem Rasen aufmarschierten - begrüßt von lauten Bollerschüssen.

Etwa 600 Leute nahmen an der feierlichen Weihung der neuen Fahne teil, darunter Hendrik Engelhardt, der im Umzug die alte Fahne trug. Gemeinsam mit seinen Bandträgern Alexander Gleiß und Hauke Stelling nahm er in der Mitte des Sportplatzes Aufstellung, neben seinen Schützenbrüdern mit der neuen Fahne.

Mit der neuen Fahne geht es zum Festplatz

Nach der feierlichen Weihung der neuen Fahne - die alte werde im Schießstand aufgehängt, wie Pressesprecherin Laura Müller erzählte - setzte sich der lange Umzug wieder mit Musik durch das geschmückte Dorf bis zum Festplatz fort, wo das Programm mit Schießen und Feiern weiterging.

Sternmarsch in Kutenholz.

Sternmarsch in Kutenholz. Foto: Felsch

Auch Gleiß, Stelling und Engelhardt, die schon länger im Verein sind, sehen es als eine große Ehre, die Fahne zu tragen. „Wir sind stolz drauf und es macht Spaß, wir haben immer lustige Gespräche unterwegs“, sagten sie.

Mit das Schönste: Als Dank oder Belohnung für ihren Einsatz gibt der König ihnen dann einen aus. „Am liebsten ein kühles Bier oder einen eisgekühlten Jägermeister“, so die drei gutgelaunten Fahnenträger voller Vorfreude.

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