T„Ein Lottogewinn“: Auch dieses Dorf im Kreis Stade bekommt Zuschüsse
Weideland vor der Kulisse des Flecken Freiburg mit der St.-Wulphardi-Kirche - vom „Vogelkieker“ aus gesehen. Foto: Christian C. Schmidt
Eine richtig gute Nachricht für den Nordkreis: Freiburg ist nun Dorfregion. Die Ministerin lobt den Charme und das maritime Flair. Was haben die Freiburger mit dem Fördergeld vor?
Freiburg. Sie haben es geschafft: Die Einladung nach Verden stand unter guten Vorzeichen, in Verden überreichte jüngst die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte zwei Gästen aus Freiburg eine Urkunde mit Gewicht.
Gemeindedirektor Ernst Hülsen und Ratsmitglied Nils-Arne Eggert nahmen die Ernennungsurkunde für die Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm entgegen. Damit ist der Flecken eine von 14 neuen Dorfregionen in Niedersachsen.
Wichtiges Signal für Freiburg
„Ich wusste, dass man Lottogewinne in Hannover abholt. Der Lottogewinn für die Kommune wurde in Verden verteilt“, sagt Nils-Arne Eggert, der in Vertretung von Bürgermeister Herwart von der Decken in Verden dabei war. „Das ist einfach ein großer Gewinn für uns“, freut sich Eggert.

Aushändigung des „Lottogewinns" (von links): Lienhard Varoga (Amt für Regionale Landesentwicklung), Uwe-Heinz Bendig (Ministerium), Ministerin Miriam Staudte, Nils-Arne Eggert und Ernst Hülsen, Landtagsabgeordnete Corinna Lange und die Landesbeauftragte Karin Beckmann. Foto: ML
Er sieht darin ein wichtiges Signal: „Damit wir den jungen Leuten eine Perspektive geben können, damit frischer Wind in den Ort kommt und wir ein Zeichen setzen, dass investiert und nicht aufgegeben wird.“
Flecken besticht durch maritimen Charme
Ob ein neuer Spielplatz oder die Umnutzung eines alten Stalles für gemeinschaftliche Projekte – mit dem Dorfentwicklungsprogramm fördere Niedersachsen die Daseinsvorsorge und Lebensqualität ländlicher Räume, teilt das Ministerium mit.

Freiburg konnte auch mit seinem historischen Ortskern punkten. Foto: Klempow
Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte begründet die Aufnahme in das Programm so: „Freiburg an der Elbe verbindet auf einzigartige Weise historischen Charme, maritimes Flair und eine beeindruckende Landschaft. Mit seinen Häfen, dem Elberadweg und einem starken Gemeinschaftsleben besitzt der Ort großes Potenzial. Die Dorfentwicklung hilft dabei, diese Stärken weiter auszubauen und Freiburg als attraktiven Lebens-, Bildungs- und Erholungsort für alle Generationen zu gestalten.“
Das sind die nächsten Schritte
Dieser Umbau geht nicht von heute auf morgen. Andere Dorfregionen in der Samtgemeinde Nordkehdingen sind zum Teil mehr als zehn Jahre im Programm und haben mit viel Gemeinsinn und mit Hilfe der Fördermittel nach und nach ältere Gebäude modernisiert, Gemeinschaftsplätze geschaffen, Gehwege und Straßenlaternen auf den neuesten Stand gebracht.
„Was das Dorfentwicklungsprogramm so besonders macht, ist die Chance als Dorfgemeinschaft ein Stück weiter zusammenzurücken und die aktuellen Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Erster Schritt nach der Ernennung ist nun, mit unseren Einwohnern den Dorfentwicklungsplan zu erstellen. Das dauert gut ein Jahr, denn wir brauchen Zeit, uns in Arbeitskreisen auszutauschen und Projektideen zu entwickeln“, erläutert Ernst Hülsen, Bauamtsleiter und Gemeindedirektor für den Flecken Freiburg, das weitere Vorgehen.
Soziales Miteinander im Blickpunkt
Die Themen für den Dorfentwicklungsplan sind vorgegeben: Demografie und soziales Miteinander: Wo liegen die Bedarfe an Wohnungen, Kindertagesstätten, Schulen, Orte der Freizeitgestaltung, Senioreneinrichtungen und Begegnungsstätten?
Weitere Themenfelder sind Klimawandel und Klimafolgenanpassung sowie Baukultur: Wie sorge ich dafür, dass es in Freiburg Räume gibt, die man bei Hitze besuchen kann oder wie schaffe ich es, das Wasser gut abzuleiten, wenn Starkregen kommt?

Der Flecken möchte seine Bücherei erweitern. Foto: Helfferich
Bei der Baukultur geht es um den Erhalt und die stimmige Modernisierung von älteren Gebäuden. „Wir haben den historischen Ortskern, wir haben die Kirche, wir haben den Kornspeicher mit regelmäßigen Veranstaltungen - es passiert ja was“, sagt Eggert. Aber als Dorfregion sei jetzt ein großer Schritt möglich.
Erste Anträge noch zum Stichtag in 2027
Ist der Dorfentwicklungsplan, der zusammen mit einem Fachbüro entwickelt wird, eingetütet, könnten vielleicht erste Anträge zum 30. September 2027 für das Folgejahr gestellt werden. „Das ist unser Ziel, ob das klappt, wird sich zeigen“, sagt Hülsen.
Die Freiburger haben bereits bei den Punschabenden der Dorfmoderatorinnen und bei einem Infoabend zur Einheitsgemeinde Wünsche für ihren Ort geäußert: Es soll grundsätzlich sauberer und gepflegter im Flecken sein, außerdem fehlen mehr Sitzgelegenheiten am Hafen und an weiteren Plätzen.
Hafen soll mehr Aufenthaltsqualität bieten
Die Gemeinde möchte den Hafen insgesamt aufwerten und das ehemalige Amtsrichterhaus erwerben, in dem sich im Erdgeschoss die Bücherei befindet, um mehr Raum für Begegnungen zu schaffen. „Wir haben ja kein Dorfgemeinschaftshaus. Wir wollen Treffen der Dorfgemeinschaft ermöglichen und die Gemeinschaft in Freiburg stärken“, so der Gemeindedirektor. Die Ideen hatte Freiburg schon im Antrag beschrieben.

Maritimer Charme: Der Freiburger Hafen punktet mit seiner Ursprünglichkeit. Foto: Helfferich
Samtgemeindebürgermeisterin Erika Hatecke freut sich sehr über die Aufnahme, da sie miterlebt hat, was das Programm in den Gemeinden Oederquart mit Krummendeich und Wischhafen in den vergangenen zehn bis 14 Jahren bewegt hat: „Wir setzen jetzt die Segel für Freiburg und gestalten aktiv die Zukunft. Ich möchte alle Freiburgerinnen und Freiburger aufrufen, sich an den Planungen zu beteiligen, die vermutlich im Herbst losgehen.“
Steht der Dorfentwicklungsplan, ermöglicht das Programm Freiburg über mehrere Jahre eine Förderung mit bis zu 75 Prozent bei öffentlichen Maßnahmen.
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