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Mini-Hochhaus

TEin Turm im Garten: Manfred Maiwalds „Tinytower“ mitten in Oldendorf

Manfred Maiwald vor seinem Tinytower. Aus der Baumhaus-Idee wurde ein Panoramablick aufs Gartenparadies.

Manfred Maiwald vor seinem Tinytower. Aus der Baumhaus-Idee wurde ein Panoramablick aufs Gartenparadies. Foto: Klempow

Manfred Maiwald hat sich einen Lebenstraum erfüllt. Der Mann, der Pflanzen liebt, hat mitten im neu gestalteten Garten einen Turm gebaut. Er lädt zum Entdecken von Tinytower und Garten ein.

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Von Grit Klempow
Dienstag, 09.06.2026, 17:10 Uhr

Oldendorf. Maiwalds und die Pflanzen - das ist eine Lebensgeschichte. Sein Berufsleben hat Manfred Maiwald damit verbracht, in der Erde zu wühlen und Grün jeglicher Art die besten Bedingungen fürs Wurzelnschlagen zu ermöglichen. Den Betrieb, die Gartenbaumschule Maiwald in Oldendorf, hat Sohn Jonas übernommen. Und Manfred Maiwald? Der hat den Familiengarten umgekrempelt und sich dort einen Lebenstraum erfüllt. Nun kann er hoch hinaus, nach oben, zu den Baumkronen.

Rundweg im Garten mit neun Stationen

Manfred Maiwald hat richtig geackert und im riesigen Garten in Oldendorf einen Rundweg angelegt. Der hat neun Stationen, symbolisch einem Lebensweg nachempfunden.

Nach dem Anfang mit dem kleinen Labyrinth, wo an Spalieren Stachelbeeren und Pfirsiche gedeihen, folgen die große Kräuterpyramide oder die Nische mit dem Obelisken. Überall gibt es Mauern und Ecken, es geht barrierefrei bergab, es sprudelt ein Wasserlauf und ruht ein Teich.

Sitzplätze laden zum Gucken und Lauschen ein

Hinter jeder Biegung gibt es Neues zu entdecken. An jeder Station steht eine Bank, um den Blick zu genießen, dem Vogelgezwitscher zu lauschen und die Gedanken schweifen zu lassen.

Blick von der Sitzecke auf Obelisk und Hohlweg.

Blick von der Sitzecke auf Obelisk und Hohlweg. Foto: Klempow

„Das ist mein eigentlicher Baum“, sagt er und zeigt auf einen dicken Stamm. Vermutlich 120 Jahre alt ist die Eiche, die noch aus den Zeiten des ersten Hausbaus auf dem Grundstück stammt. Einst sollen hier Weber gelebt haben, „mein Opa war dann Schuhmacher“, erzählt Maiwald.

Das riesige Mammutblatt findet im Garten Platz

Egal, welches Handwerk, die Generationen vor ihm brauchten den Boden für eine kleine Landwirtschaft. „Schön war, dass meine Eltern das Grundstück so in der Größe erhalten haben. Ich hatte einen tollen Start“, sagt Manfred Maiwald über die Anfänge der Gartenbaumschule.

Passt nicht in jeden Vorgarten: das Mammutblatt.

Passt nicht in jeden Vorgarten: das Mammutblatt. Foto: Klempow

Diese Größe gewährt ihm im privaten Garten die Gestaltungsfreiheit. Das gigantische Mammutblatt würde jeden Vorgarten erdrücken. Hier passt es.

Maiwald ist ein gelassener Gärtner

An anderer Stelle gedeiht das Salomonssiegel. Das wuchs hier einträchtig mit Blaublattfunkie und Giersch. „Das ging über Jahrzehnte gut“, sagt Maiwald. Aber irgendwann machte das Salomonssiegel alles platt. „Kann man auch mal so lassen“, sagt Maiwald gelassen.

Manfred Maiwald hat seinen Garten neu gestaltet. Holzabschnitte oder Ziegel begrenzen den Hohlweg.

Manfred Maiwald hat seinen Garten neu gestaltet. Holzabschnitte oder Ziegel begrenzen den Hohlweg. Foto: Klempow

Blätter leuchten hellgrün oder rot, zarte Blüten treffen auf Waschbeton oder Feldsteine. „Ich habe alles benutzt, was wir noch so hatten“, sagt Maiwald und blickt auf Mauern aus Ziegeln und Holzabschnitten. Alles hat er mindestens zwei Mal in der Hand gehabt und mit viel Liebe zum Detail verbaut.

Ein Mini-Hochhaus aus Holz: der Tinytower

Gebaut hat er das neue Herzstück des Gartens nicht selbst. Aber gestaltet. Manfred Maiwald, der Zeit seines Lebens mit Boden und Wurzeln verbracht hat, will damit den Kronen der Bäume nah sein.

Im Garten von Maiwalds in Oldendorf steht ein Tinyturm.

Im Garten von Maiwalds in Oldendorf steht ein Tinyturm. Foto: Klempow

„Das ist der Tinytower“, sagt er und lächelt. Er ist stolz auf dieses Mini-Hochhaus. Der Tinytower ist bemerkenswert unauffällig. Ein Turm aus hellem Holz und Glas, der wie gewachsen wirkt. Als wäre er schon immer da gewesen.

Zurzeit sind Fotografien von Ernst Ryll im Tinytower, hier im zweiten Stock, zu sehen.

Zurzeit sind Fotografien von Ernst Ryll im Tinytower, hier im zweiten Stock, zu sehen. Foto: Klempow

Aber der Turmnachbar war zuerst da. „Die habe ich gepflanzt als ich in der Ausbildung war“, sagt Manfred Maiwald und blickt auf die Sumpfeiche. Sein Tinytower ist acht Meter hoch, er scheint sich am Stamm emporzurecken. Genauso wollte es Manfred Maiwald und hat zum Eichenstamm hin extra Fenster einbauen lassen.

Ein Wintergarten in acht Metern Höhe

Knapp 15 Quadratmeter ist das Erdgeschoss groß. Ein kleines Bad, Küchenzeile, Esstisch und Fensterfront. Im zweiten Stock gibt es kaum Möbel. Schlafen wäre hier möglich, auch Seminare kleinerer Gruppen kann sich Maiwald im Mini-Hochhaus aus Douglasie vorstellen.

Den Kronen so nah und neue Perspektiven unter und neben sich: Manfred Maiwald blickt aus der dritten Ebene seines Tinyturms.

Den Kronen so nah und neue Perspektiven unter und neben sich: Manfred Maiwald blickt aus der dritten Ebene seines Tinyturms. Foto: Klempow

Auf der dritten Ebene, in acht Metern Höhe, können Stühle für Vorträge stehen. Der Raum braucht keinen Blickfang. Der ist draußen. Die Panoramafenster sind nach Süden ausgerichtet. Wie ein Wintergarten auf Höhe der Baumkronen. Ein erhabener Platz, der Welt entrückt.

Perspektivwechsel auf Höhe der Eichenkrone

So nah wie möglich baute Maiwald das Haus an seine Sumpfeiche. Es sollte mittendrin stehen. Manfred Maiwald blickt nach unten. Nur von hier oben ist zu sehen, wie breit der schöne Ahorn da unten am Teich eigentlich ist. „Für mich ist dieser Blick ein besonderer Genuss“, sagt er.

Trotz der Höhe seines Tinytowers fügt sich der bemerkenswerte Bau ein, scheint behütet durch das Blätterdach der Eiche. Hier oben kann Manfred Maiwald den Baumkronen ganz nah sein. Ein willkommener Perspektivwechsel für den Mann im Ruhestand, der die mächtige Eiche einst selbst gepflanzt hat.

Bei der Aktion Offener Garten ist auch Maiwalds Garten am Sonntag, 14. Juni, geöffnet, ebenso darf der Tinytower besichtigt werden. Geöffnet ist auch am 28. Juni von 11 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter 0 41 44/23 39 806, manfred.maiwald@mein.gmx

Mauern, verschiedene Ebenen, Wasserläufe und ein Rundweg mit zehn Stationen - in Maiwalds Garten gibt es viel zu entdecken.

Mauern, verschiedene Ebenen, Wasserläufe und ein Rundweg mit zehn Stationen - in Maiwalds Garten gibt es viel zu entdecken. Foto: Klempow

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