TEine Kulturbühne für Harsefeld: CDU fordert Anbau an Eissporthalle
Eine Visualisierung, die von Jens Paulsen erstellt wurde: So könnte sich die Kulturbühne als Anbau an die Eissporthalle Harsefeld anfügen. Foto: Jens Paulsen
Schon vor Jahren wurde das Thema diskutiert - jetzt bringt die CDU das Projekt Bürgerzentrum zurück in den Ring. Warum die Eissporthalle der richtige Standort sein soll.
Harsefeld. Für die Bürger und das kulturelle Leben von Harsefeld hat die CDU-Fraktion im Rat des Fleckens jüngst einen Antrag bei der Gemeindeverwaltung eingereicht: Die Partei fordert den Bau eines multifunktionalen Bürgerbegegnungs- und Kulturzentrums. Damit bringt die CDU ein Thema zurück aufs Tableau, das schon vor Jahren diskutiert wurde.
Kultur und Gemeinschaft: Treffpunkt fehlt
„So etwas fehlt hier in Harsefeld einfach“, sagt Jens Paulsen von der CDU. Damit meint er einen gut zu erreichenden und altersübergreifenden Treffpunkt, der zugleich Vereinen und anderen Gruppen in Harsefeld einen Ort für Treffen, Seniorennachmittage und zwischenmenschliche Kommunikation bietet. Als drittgrößte Kommune im Landkreis Stade weise Harsefeld eine deutliche Lücke auf: Der Flecken brauche eine adäquate Kultur- und Tagungsinfrastruktur im mittleren Segment - mit Bühne und 150 bis 350 Plätzen.
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Für kleine Veranstaltungen mit bis zu 80 Personen gebe es Räumlichkeiten. Und auch für größere Veranstaltungen stünden etwa die Eissporthalle (rund 2500 Personen) sowie die Festhalle des Schützenvereins (rund 500 Personen) zur Verfügung. Doch dazwischen gebe es kein Angebot - und das schon, seit vor mehr als zehn Jahren das Hotel Eichhorn schloss.

Jens Paulsen von der CDU Harsefeld liegt das Projekt Kulturbühne besonders am Herzen. Foto: privat
Seither wurde in Harsefeld mehrfach über die Notwendigkeit eines „Bürgerhauses als kulturellen Treffpunkt“ diskutiert - und diese letztlich anerkannt. 2017 hatte der Rat die Gesamtkosten eines solchen Vorhabens von 3 Millionen Euro im Finanzierungsplan des Integrierten städtischen Entwicklungskonzeptes des Fleckens (ISEK) 2017-2030 festgehalten. Während der Corona-Pandemie wurde die Planung 2020 erst mal auf Eis gelegt und soll jetzt auf Antrag der CDU wieder aufgenommen werden.
CDU will Wärme der Eissporthalle nutzen
Die Idee, ein Bürgerbegegnungs- und Kulturzentrum als Anbau an die Eissporthalle zu realisieren, ist neu. Jahre zuvor gab es die Überlegung, solch ein Projekt bei der Rosenborn Grundschule zu realisieren, doch dieser Vorstoß wurde verworfen.
Die CDU erachtet den Standort an der Eissporthalle als geeignet - unter anderem wegen eines kostensparenden Synergieeffekts: „Neben der gemeinsamen Nutzung von Parkplätzen und Sanitäranlagen soll im Winter die bei der Eiserzeugung ohnehin anfallende Abwärme direkt zur (ergänzenden) Beheizung der Kulturbühne genutzt werden.“ PV-Anlagen auf dem Dach könnten zudem zur Stromversorgung beider Hallen genutzt werden, so die Idee der CDU.

Die Erlebnismesse findet in der Eissporthalle Harsefeld statt. Foto: P. Meyer
Gleichzeitig würde das Projekt mit dem Standort Eissporthalle eine Schwachstelle kompensieren, die im städtebaulichen Rahmenplan Steinfeldsiedlung mit Klosterteichen kritisiert wird, argumentiert die Partei. Denn im Quartier fehle ein Ort für ein regelmäßiges, zwangloses und konsumfreies Zusammenkommen ohne die Bedingung, Mitglied eines Vereins sein zu müssen.
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Als besondere Herzensangelegenheit sieht die CDU-Fraktion den sozialen und demografischen Wert des vorgeschlagenen Kultur- und Begegnungszentrums für die ältere Generation. „Viele unserer Mitbürgerinnen und -bürger können oder möchten insbesondere abends nicht mehr mit dem Auto zu Veranstaltungen nach Stade, Buxtehude oder Hamburg pendeln“, so Jens Paulsen.
3 Millionen Euro waren veranschlagt: Förderungen möglich
Die Standards, die die Kulturbühne laut CDU-Antrag erfüllen sollte, entsprechen den Anforderungen von Tourneetheatern und Musik- und Comedy-Veranstaltern - mit professionellem Bühnen- und Backstagebereich. Damit wolle die CDU den Bürgerinnen und Bürgern „Kultur pur“ bieten. Das Gebäude wäre so auch für Laienspielgruppen, Tagungen sowie Firmen-Events geeignet. Großveranstaltungen, die die Kapazitäten der Eissporthalle überschreiten, könnten gemeinsam durchgeführt werden.
Die im ISEK 2017-2030 veranschlagten 3 Millionen Euro für den Bau eines Bürgerhauses sollen Ausgangspunkt für ein weiteres Vorgehen sein: Um kein Loch in den Gemeindehaushalt zu reißen, fordert die CDU in ihrem Antrag die konsequente Fortschreibung der damaligen Finanzierungsübersicht sowie das Ausschöpfen aller staatlichen Fördertöpfe. Infrage kämen dabei Mittel der Städtebauförderung im Sanierungsgebiet „Steinfeldsiedlung mit Klosterteichen“ sowie verschiedene Programme des Bundes. „Ein endgültiger Baubeschluss wird erst gefasst, wenn eine tragfähige, maximale Förderquote schwarz auf weiß vorliegt“, so die CDU.
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