TEngelschoff hofft auf Sonnensegen und Geldregen: Solarpark kann kommen
Das Unternehmen Energiekontor AG will in Engelschoff einen Solarpark bauen. Es betreibt unter anderem auch den Solarpark Garzau-Garzin in Brandenburg (Foto). Foto: Energiekontor AG
Der Gemeinderat Engelschoff hat den Weg für einen mehr als 20 Hektar großen Solarpark geebnet. Ab 2029 könnte in Engelschoff Sonnenstrom produziert werden.
Engelschoff. Mit einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat am Dienstagabend zum Endspurt der Legislaturperiode den Bebauungsplan zum Solarpark. „Wir haben etwas Großes auf den Weg gebracht“, war sich Engelschoffs Bürgermeister Sven Frisch sicher.
Größter Solarpark in der Samtgemeinde
Zwei Jahre lang hat die Gemeinde am Bebauungsplan gearbeitet. Die Bremer Firma Energiekontor hatte im Sommer 2024 ihr Projekt in Engelschoff vorgestellt. Sie hatte die Fläche früh ins Auge gefasst. Es ist die größte für Freiflächen-Photovoltaik in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten.
In den zwei Jahren von der Projektidee bis zum Bebauungsplanbeschluss ist die Fläche mächtig geschrumpft. Von 40 Hektar ist knapp die Hälfte übrig geblieben. Jetzt plant das Unternehmen noch mit 20.000 Quadratmetern. Der Grund: „Die Flächenverfügbarkeit und raumordnerische Vorbehalte“, sagt Marvin Kleinewächter, Projektkoordinator bei der Firma Energiekontor, auf Nachfrage.
Landwirtschaft braucht Flächen
Ein landwirtschaftlicher Betrieb bleibt künftig erhalten und benötigt die betriebsnahen Flächen, darauf hatte auch das Landvolk in seiner Stellungnahme verwiesen. Einwände hatte auch der Landkreis Stade mit Blick auf die landwirtschaftlichen Flächen - und auf das Landesraumordnungsprogramm, sodass die Pläne abgespeckt wurden.
Gebaut werden soll der Solarpark in zwei Teilen, die etwa 250 Meter Abstand voneinander haben. Der eine ist 200 Meter breit und 400 Meter lang, der andere misst etwa 450 mal 300 Meter. Die Flächen liegen nördlich des langgezogenen Dorfes und südlich des angrenzenden Königsmoores, inmitten von landwirtschaftlich genutztem Grünland.
Unternehmen investiert bis zu 20 Millionen Euro
Der Bau der entsprechenden Infrastruktur wird für die Firma bei geringerer Kapazität nun teurer. „Das macht das Projekt herausfordernder“, sagt Kleinewächter. Bis zu 20 Millionen Euro will die Energiekontor AG investieren. Knapp 24 Millionen Kilowattstunden sollen so jährlich erzeugt werden. Und davon will auch die Gemeinde profitieren.

Engelschoffs Bürgermeister Sven Frisch bei der Vertragsunterzeichnung. Er freut sich sichtlich über das Projekt Solarpark. Foto: Klempow
Bürgermeister Sven Frisch unterzeichnete noch an Ort und Stelle den beschlossenen Vertrag mit der Energiekontor AG. Der sieht vor, dass die Firma 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Engelschoffer Strom an die Gemeinde überweist. Jährlich könnten somit 48.000 Euro zusätzlich aufs Konto fließen. „Das sind in 30 Jahren 1,5 Millionen Euro“, so Frisch. Geld, das die Gemeinde bestens für ihre Straßen auf schwierigem Moorgrund oder die Kita gebrauchen kann.
Unterschrift an Ort und Stelle
Frisch setzte seine Unterschrift mit Schwung unter die Vereinbarung - sichtlich zufrieden, dass der amtierende Rat das aufwändige und arbeitsintensive Projekt noch mehrheitlich auf den Weg gebracht hat. Er dankte seinen Ratskolleginnen und Kollegen für die „ausführlichen Diskussionen“ zum Großprojekt.
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Die Anregungen und Einwände seien zum großen Teil bereits eingeflossen und abgearbeitet worden, so Frank Buhrmester für die Verwaltung. Ein etwa 2,50 Meter hoher Zaun umgibt die Areale. Sogenannte Rehdurchschlüpfe werden eingebaut, ebenso soll eine 15 Zentimeter hohe Lücke zum Boden einen Durchschlupf für Amphibien oder kleine Wildtiere ermöglichen.
Umspannwerk zum Anschluss an die Hochspannung
Spätestens 2029 könnte der Solarpark Strom produzieren. „Wenn alles glatt und schnell läuft vielleicht auch früher“, sagt Kleinewächter. Die nächsten Schritte sind für ihn der Antrag auf Baugenehmigung und Netzverknüpfung. Der Solarpark soll mittels Umspannwerk an die etwa 2,5 Kilometer entfernte Hochspannungsleitung angeschlossen werden.
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Wie die Bürger, die im Umkreis von 2,5 Kilometer um den Solarpark leben, von der gesetzlich verankerten Abgabe des Betreibers (0,1 Cent pro Kilowattstunde und circa 24.000 Euro jährlich) später profitieren können, wird noch geklärt. Der Gesetzgeber sieht mehrere Möglichkeiten der Ausschüttung vor, von der Direktzahlung bis zur Beteiligung an Bürgerenergiegenossenschaften.
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