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TEntscheidung: Islamische Bestattungen bald auch in Buxtehude möglich

Muslimische Bestattungen sollen bald auf einem Friedhof in Buxtehude möglich sein.

Muslimische Bestattungen sollen bald auf einem Friedhof in Buxtehude möglich sein. Foto: Boris Roessler/dpa

In Buxtehude sollen muslimische Bürger ihre letzte Ruhe finden können. Ein Antrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Linkspartei ebnet den Weg für ein islamisches Gräberfeld.

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Von Karsten Wisser
08.10.2026, 13:10 Uhr

Buxtehude. In Buxtehude sollen künftig islamische Bestattungen möglich sein. Muslime werden traditionell nicht im Sarg, sondern in ein weißes Leichentuch gehüllt und nach Mekka ausgerichtet beigesetzt. Viele bevorzugen diese Form der Beerdigung, die in Deutschland erst seit wenigen Jahren erlaubt ist und eigens beantragt werden muss. In Stade gibt es diese Möglichkeit bereits seit 2021. Nun will Buxtehude nachziehen.

Grundlage für ein islamisches Gräberfeld ist ein gemeinsamer Antrag von SPD, Grünen und Linkspartei. Er soll sicherstellen, dass Muslime in Buxtehude ihre letzte Ruhe finden können. Der Stadtrat stimmte dem Vorschlag mit breiter Mehrheit zu.

Ein Zeichen für Vielfalt und Integration

Viele Muslime leben in Buxtehude bereits in zweiter, dritter oder vierter Generation. „Unsere Hansestadt ist ihre Heimat“, heißt es im Antrag. Der Wunsch, Verstorbene vor Ort in der Nähe ihrer Familien zu beerdigen, spiegele die Lebensrealität wider und sei ein Zeichen gelungener Integration und lokaler Identität.

SPD-Ratsherr Niels Großkreutz.

SPD-Ratsherr Niels Großkreutz. Foto: Wolfgang Woelken

„Mit diesem Beschluss setzen wir ein klares Signal: Wer hier lebt und Teil unserer Stadt ist, soll auch hier würdevoll und nach seinen religiösen Traditionen bestattet werden können“, betont SPD-Ratsherr und Bauausschussvorsitzender Niels Großkreutz. Grünen-Ratsherr Lars Niebuhr ergänzt: „Wir bekennen uns damit zur Vielfalt unserer Stadt. In Buxtehude sind alle Religionen willkommen.“

Bente Rosebrock, Co-Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

Bente Rosebrock, Co-Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Wisser

Lars Niebuhr, Ratsherr von Bündnis 90/Die Grünen.

Lars Niebuhr, Ratsherr von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Wisser

Die Grünen-Co-Fraktionsvorsitzende Bente Rosebrock lobt die städtischen Betriebe für ihre Vorarbeit. Clemens Ultsch von der Linkspartei, der die Idee ursprünglich durch eine Anfrage angestoßen hatte, nennt das Vorhaben ein „Herzensanliegen“.

Linken-Ratsherr Clemens Ultsch.

Linken-Ratsherr Clemens Ultsch. Foto: privat

Ultsch freut sich über die breite Zustimmung: „Wir haben den gemeinsamen Antrag von Rot-Rot-Grün mit großer Mehrheit zur Beschlussfassung empfohlen.“

Zustimmung mit wenigen Ausnahmen

Im Stadtrat stimmte nur die AfD-Fraktionsvorsitzende Anke Lindszus gegen das Gräberfeld. Sie kritisierte mangelnde Transparenz bei den Kosten, betonte aber, grundsätzlich nichts gegen ein solches Vorhaben zu haben.

Auch in der CDU gab es zunächst Bedenken. Im Betriebsausschuss stimmten einige Mitglieder gegen den Antrag. Diese Vorbehalte konnten jedoch im Verwaltungsausschuss ausgeräumt werden.

Ursprünglich sollte die Verwaltung beauftragt werden, auf dem Waldfriedhof kurzfristig ein islamisches Gräberfeld einzurichten. Diese Formulierung wurde gestrichen. Stattdessen soll die Verwaltung nun prüfen, wo und wie muslimische Bestattungen in Buxtehude am besten umgesetzt werden können.

Erleichterung in der islamischen Gemeinde

Vertreter der islamischen Gemeinde zeigten sich nach der Abstimmung erleichtert. „Als gebürtiger Buxtehuder bin ich ein lebendiges Beispiel dafür, dass muslimisches Leben seit Jahrzehnten zu unserer Stadt gehört“, sagte Erkan Dündar von der islamischen Gemeinde. Es sei wichtig, auch über den Tod hinaus mit der Heimat verbunden zu bleiben. Sein Dank gelte allen Beteiligten aus Politik, Verwaltung und städtischen Betrieben.

Erkan Dündar von der islamischen Gemeinde.

Erkan Dündar von der islamischen Gemeinde. Foto: privat

Die Verwaltung wird nun die Rahmenbedingungen und rituellen Anforderungen ausarbeiten. Dazu gehören die Ausrichtung der Gräber nach Mekka und die Möglichkeit sargloser Bestattungen im Leichentuch, soweit es die Friedhofssatzung erlaubt.

In Deutschland gilt grundsätzlich eine Sargpflicht

In Stade gibt es seit 2021 ein 1700 Quadratmeter großes islamisches Gräberfeld auf dem Friedhof Campe. Niedersachsen schreibt grundsätzlich eine Sargpflicht vor, erlaubt aber Ausnahmen aus religiösen Gründen. Für eine Tuchbestattung ohne Sarg muss ein Antrag beim Landkreis gestellt werden. Diese Anträge wurden in Stade bisher stets genehmigt.

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