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Stimmungsbild

TEnttäuschung und Zusammenhalt nach der Wahl in Oldendorf-Himmelpforten

Über ein Wahlplakat der AfD ist vor der Kommunalwahl in Himmelpforten der Schriftzug „Nie wieder ist jetzt“ mit großen Lettern geschrieben.

Über ein Wahlplakat der AfD ist vor der Kommunalwahl in Himmelpforten der Schriftzug „Nie wieder ist jetzt“ mit großen Lettern geschrieben. Foto: Klempow

Freude und Enttäuschung, aber auch Ratlosigkeit mischen sich in den Blick auf Wahlergebnisse in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Ein Stimmungsbild der Parteien.

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Von Grit Klempow
24.09.2026, 05:30 Uhr

Oldendorf-Himmelpforten. Eineinhalb Wochen nach der Wahl laufen die ersten Gespräche zwischen Parteien und Fraktionen. In der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten gibt es neue Konstellationen.

Im neuen Samtgemeinderat ist die AfD auf Anhieb fast mit der SPD gleichgezogen (jeweils sieben Sitze). In Himmelpforten hat die CDU zugelegt, die SPD musste Federn lassen. Die Linke ist neu im Rat vertreten. Die großen Fraktionen klopfen in Himmelpforten jeweils schon die Zusammenarbeit mit möglichen Partnern ab. Es gab Kontroversen, aber meist gemeinsame Beschlüsse.

Sachpolitik bestimmt das Bild

Die gab es auch im Samtgemeinderat. In den letzten fünf Jahren bestimmte Sachpolitik das Bild. Sie hoffe, dass das so bleibe, sagt Annekatrin Wolff-Meuter. „Wir haben parteiübergreifend gut miteinander gearbeitet“, sagt die Vorsitzende des SPD-Ortsverbands Oldendorf-Himmelpforten. Jetzt stelle sich die Frage, wie die Fraktionen künftig mit der AfD im Samtgemeinderat umgingen.

„Ich würde mir wünschen, dass die demokratischen Parteien eng zusammenrücken“, so Wolff-Meuter. Das ist mit Blick auf die AfD auch im Sinn von Ursula Männich-Polenz (Grüne). Sie freut sich beim Blick aufs Ergebnis, dass die Linken im Samtgemeinderat neu vertreten sind. „Damit haben wir mehr Meinungen und mehr Vielfalt“, sagt sie.

Für die SPD hätte es in der Samtgemeinde schlimmer kommen können, sagt Annekatrin Wolff-Meuter. Aber: „Wir hatten uns Besseres erhofft.“ Für sie persönlich sei das Ergebnis der AfD in der Samtgemeinde und vor allem in Hammah (23,7 Prozent) aber „ganz bitter, das hat mir zu schaffen gemacht“.
Die Unzufriedenheit mit der Bundespolitik könnte ein Grund für die guten Ergebnisse der AfD in den Kommunen sein. Das sorgt aber für Frust bei denen, die sich seit Jahren kommunalpolitisch engagieren.

CDU ist stärkste Kraft im Samtgemeinderat

Der CDU-Samtgemeindeverband habe ein starkes Team durch die Wahlen erhalten. „Es sind in vielen Ortsteilen vordere Ergebnisse erzielt worden. Wir sind die stärkste Kraft im Samtgemeinderat“, bilanziert Matthias Wolff, stellvertretender Vorsitzender der CDU in der Samtgemeinde. Aber er zeigt auch seine Enttäuschung:
Er ist Bürgermeister in Burweg und für die CDU wieder in den Kreistag gewählt worden. Um eine Einordnung gebeten, verweist er darauf, dass viele Kandidaten bereits in ihrem Gemeinde- oder Samtgemeinderat bewiesen hätten, wie sehr „ihnen diese Region am Herzen liegt“.

Die Erfolge dieser Ehrenamtlichen seien aber von einem Viertel der Wähler nicht wertgeschätzt worden, dabei sei die Liste lang. Wolff verweist unter anderem auf moderne Schulen, starke Feuerwehren, flächendeckende Kita-Versorgung, Baugebiete, ÖPNV und Bürgerbus oder die Sanierung der Gemeindewege und Straßen, auf gepflegte Sportanlagen und intensive Unterstützung der Vereine.

Motivation fürs Ehrenamt geraubt

Für diese Punkte seien Gemeinde und Samtgemeinde zuständig. „Leider wurde dies bei dieser Wahl nicht gewürdigt.“ Es seien Menschen abgestraft worden, die ihr Bestes für ihre Region gäben. „Diese ehrenamtlichen Menschen bilden das Rückgrat unser Demokratie, ihnen wurde mit einer willkürlichen Abgabe der Stimmen durch mindestens ein Viertel aller Wähler die Motivation geraubt - das Rückgrat angebrochen“, so Wolff.

Wie sonst sei es zu erklären, dass unbekannte Parteien und Personen mit Stimmen überhäuft würden, die nicht einmal an die Öffentlichkeit getreten seien, um sich und ihre Arbeit, und ihre Ideen für unsere Region vorzustellen?, fragt Wolff.

CDU vom Ergebnis in Hammah überrascht

Die CDU in Hammah habe daran geglaubt, dass bekannte Persönlichkeiten einen höheren Stellenwert bei einer Kommunalwahl hätten, sagt Jürgen Gooßen. Der erfahrene Kommunalpolitiker ist als Bürgermeister-Kandidat für die CDU in Hammah angetreten. „Wir waren überrascht“, kommentiert er die herben Stimmenverluste. Demnächst stehen Gespräche zur Zusammenarbeit mit der OLH an, die mit Bürgermeister Stefan Holst einen kleinen Zuwachs (plus 3,65 Prozent) verbuchen konnte.

„Für alle Parteien, die diese Region wirklich voranbringen möchten und ein klares Programm haben, das Ziele enthält, die den Gemeinden und der Samtgemeinde dienen, gilt es nun, zusammen zu arbeiten, Gruppen zu bilden, die stabile Einigkeit vorweisen und so Hetzern und Spaltern keine Ebenen bieten“, so Wolff. „Wir haben die Aufgabe, weiter zu zeigen, dass Partnerschaft, gutes Miteinander und eine gesunde Kompromissbereitschaft die Grundpfeiler für erfolgreiche kommunale Ratsarbeit bilden.“

Das sagt die AfD zum starken Wahlergebnis

Zum Erfolg der AfD gefragt, schickt Stephan Untersänger als AfD-Ortsverbandsvorsitzender Oldendorf-Himmelpforten/Fredenbeck über den AfD-Pressesprecher ein Statement. Er führe das „starke Ergebnis“ auf die „intensive politische Arbeit vor Ort zurück“. Mit Formaten wie dem Polittalk habe die AfD „den direkten Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern gesucht, Informationen unmittelbar vermittelt und Raum für persönliche Gespräche geschaffen“, meint er. Dabei sei es darum gegangen, Bürgernähe und ein gemeinsames Miteinander zu fördern, so schreibt es Untersänger.

In Hammah wehen Flaggen vor dem Dorfgemeinschaftshaus.

In Hammah wehen Flaggen vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Foto: Klempow

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