Ehrenamt

TEr holte Uwe Seeler nach Stade: Für Jens Wiebusch ist Sport Leidenschaft

Jens Wiebusch gilt beim VfL Stade als Netzwerker und Macher.

Jens Wiebusch gilt beim VfL Stade als Netzwerker und Macher. Foto: Berlin

Für Jens Wiebusch ist Sport Herzensangelegenheit. Er engagiert sich beim VfL Stade und holt Menschen vom Sofa. Sein jüngstes Projekt ist ein Volltreffer.

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Von Daniel Berlin
30.06.2026, 09:05 Uhr

Stade. Jens Wiebusch mag das Rampenlicht nicht. Der VfL Stade verpasste dem 65-Jährigen aus Wiepenkathen die Ehrenmitgliedschaft für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit im Verein. Für ein Gespräch mit dem TAGEBLATT muss Wiebusch überredet werden. Dabei hat der Mann doch so viel zu erzählen.

Wiebuschs jüngstes Projekt richtet sich an die Älteren im Verein, die Pensionäre, die Rentner. „Ich wollte dem VfL etwas zurückgeben“, sagt Wiebusch und initiierte „Mehr als Sport“. Das Projekt läuft wie geschnitten Brot und bringt Leute zusammen, die zwar seit Jahren im Verein organisiert sind, sich aber auch seit Jahren kaum oder gar nicht gesehen haben.

Von Backen bis Minigolf - das neuste Projekt

Sportliche Angebote hat der VfL Stade genug im Portfolio. Deshalb setzt Wiebusch woanders den Hebel an. Unter dem Motto „Runter vom Sofa, ab in die Geselligkeit“ organisiert der 65-Jährige Ausflüge und gesellige Unternehmungen. Mit dem Rad in den Obsthof, Backen zu Weihnachten, Minigolf, Betriebsführungen, ein Rundgang durch den Sportcampus in Riensförde während eines Basketballspiels. Und: Wie funktioniert eigentlich ein E-Bike?

An der ersten Veranstaltung vor gut zwei Jahren nahmen mehr als 50 Menschen teil. Mittlerweile stehen 120 Adressen in Wiebuschs Verteiler. „Mehr als Sport“ ist meistens ausgebucht. „Beim letzten Mal war eine 93-jährige Dame dabei. Sie hat alte Bekannte wiedergetroffen. Das spornt mich an weiterzumachen“, sagt Wiebusch.

Wiebusch gilt beim VfL Stade als der Netzwerker, der Macher. Er kennt viele Menschen, viele kennen ihn. Er hält Kontakte. Er sagt, er „verkauft die gute Sache“. Was Wiebusch anpackt, ist nachhaltig. Das ist ihm wichtig.

“Lauf der Schulen“ trägt seine Handschrift

Mit seinem zu früh verstorbenen Freund Wolfgang von der Wehl gründete Wiebusch vor 20 Jahren das Stader Sponsorennetzwerk Stade 21. Ein Pool von Unternehmen unterstützt seither Breiten- und Leistungssportler sowie Projekte in der Stadt finanziell und organisatorisch. Aber Wiebusch rührt noch in anderen Töpfen.

Der „Lauf der Schulen“, an dem tausende Kinder und Jugendliche teilnehmen, trägt seine Handschrift. Außerdem das Stader Grundschulsportfest. 500 Zweitklässler kommen einmal im Jahr in Ottenbeck zusammen und treiben Sport. „Wir bewegen Stade“, sagt Wiebusch getreu dem VfL-Motto. Organisieren sei immer schon seine Leidenschaft gewesen.

1965 trat Wiebusch dem Verein bei. Zunächst turnte er, mit sieben, acht Jahren wechselte er zum Fußball. In fast 30 Jahren bestritt Wiebusch um die 1000 Fußballspiele. „Da sind Freundschaften für die Ewigkeit entstanden“, sagt er heute. Wiebusch besorgte Sponsoren und organisierte abseits des Fußballplatzes. „Das Drumherum sollte auch Spaß machen“, sagt er.

VfL Stade verleiht ihm die Ehrenmitgliedschaft

Jens Wiebusch holte 1984 Uwe Seeler zu einem Prominentenspiel auf den Stader Horstsportplatz. Kulttrainer Ernst Happel begrüßte er ein Jahr später in Bremervörde. „Damals habe ich das Organisieren gelernt“, sagt er. Seit 2003 sitzt Wiebusch im VfL-Präsidium. 2008 wurde er Vizepräsident.

Die Ehrenmitgliedschaft erhält Wiebusch für sein Lebenswerk. Als VfL-Präsident Carsten Brokelmann seinen Namen vorliest, setzt sich Wiebusch seine Brille ab und wischt sich die Tränen aus dem Gesicht. Er ist gerührt. Dabei engagiere er sich doch nur, weil Sport seine Leidenschaft sei. Er bedankt sich bei seinen Weggefährten und bei seiner Frau.

Wiebusch hat noch eine Menge Ideen. Doch diese Visionen, so sagt er, ließen sich nur mit einem engagierten Team umsetzen.

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