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TErst Titel, dann neuer Trainer: Horneburg greift nach der Meisterschaft

Josua Schleßelmann (trinkt) und Stefan Hagedorn werden auch künftig zusammenarbeiten.

Josua Schleßelmann (trinkt) und Stefan Hagedorn werden auch künftig zusammenarbeiten. Foto: Berlin

15 Siege in Serie, ungeschlagen zu Hause, neues Trainerteam ab Sommer: Der VfL Horneburg steuert auf einen historischen Abschluss der Saison zu.

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Von Lars Wertgen
Donnerstag, 23.04.2026, 14:05 Uhr

Horneburg. Es war ein langer Weg - und doch ging es rasend schnell. 2023 spielte der VfL Horneburg noch in der Landesliga. Nur drei Jahre später steht der Oberliga-Spitzenreiter kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga. Am Samstag um 18 Uhr empfängt der VfL die HSG Hunte-Aue Löwen. Ein Remis würde reichen, um die Meisterschaft perfekt zu machen.

Die Ausgangslage könnte kaum komfortabler sein. 15 Siege in Serie hat der VfL zuletzt eingefahren, in der Herrmannstraße ist das Team seit rund anderthalb Jahren ungeschlagen.

Der Gast aus dem Kreis Diepholz hat ganz andere Ziele: Die Löwen stecken im Abstiegskampf, sind seit neun Partien ohne Sieg und punktgleich mit dem TuS Haren, der derzeit den ersten Abstiegsplatz belegt. Für Horneburg eine lästige, aber lösbare Aufgabe.

Trotz Doppelbelastung: Jugend liefert

Eine wichtige Rolle gegen die HSG dürften erneut Talente wie Josua Schleßelmann spielen, die in dieser Saison auch noch für die A-Jugend aufliefen. Schleßelmann ist sowohl in der Jugend-Bundesliga als auch bei den Herren der beste VfL-Torschütze.

„Wir sind sehr stolz darauf, wie sie die Oberliga gerockt haben“, so Handball-Abteilungsleiter Stefan Hagedorn - und meint damit ausdrücklich auch die Jungen. Sie stehen stellvertretend für eine Entwicklung, die weit über den Landkreis Stade hinausstrahlt.

Josua Schleßelmann ist in Horneburg der beste Torjäger.

Josua Schleßelmann ist in Horneburg der beste Torjäger. Foto: Scholz (Archiv)

Jugendarbeit mit Bundesliga-Wirkung

Einige A-Jugendspieler aus der Horneburger Bundesliga-Mannschaft haben Angebote von Klubs aus der 2. Bundesliga und 3. Liga erhalten, so Hagedorn. Sie entschieden sich für Vereinstreue.

Die künftige A-Jugend hingegen zieht mittlerweile Spieler aus Hamburg und Bremen an, die vielleicht sogar schon Optionen für die erste Herren sein könnten, findet Hagedorn. Und auch die jüngeren Jahrgänge seien vielversprechend.

Die B-Jugend von Christoph Hagedorn wird wieder in der Regionalliga spielen. Dennis Klingebiel unterstützt ihn dabei. Der Torhüter kommt vom SV Beckdorf und wird selbst auch für die erste Herren spielen.

Über eine Jugendarbeit auf so hohem Niveau verfügt in der Regionalliga der Männer nur Meister TSV Burgdorf II. Die Ausnahmestellung gelingt dem VfL ohne Jugendspielgemeinschaften, betont Hagedorn.

Nils Peper will in die zweite Reihe rücken.

Nils Peper will in die zweite Reihe rücken. Foto: Eldorando Werbeagentur (nomo)

Ab neuer Saison: Nachfolger für Coach Peper

Zur neuen Spielzeit gibt es bei den Herren personelle Veränderungen im Trainerteam. Nils Peper verlässt das bisherige Gespann und möchte die zweite Mannschaft übernehmen.

Als Nachfolger suchte der Verein einen jungen Trainer mit passendem Profil, der ins Budget passt. „Das mit dem Alter hat nicht ganz geklappt“, sagt Hagedorn schmunzelnd. Er selbst, der die A-Jugend bereits betreut und dies auch künftig tun wird, übernimmt die entstandene Lücke.

Max Alpers bleibt dem Team erhalten, Alexander Mirkens komplettiert das Dreiergespann. Mirkens war zuletzt bei den Regionalliga-Frauen der HSG Stade/Fredenbeck für Aleksandra Malmon eingesprungen.

Der Verein verteilt die Aufgaben klug auf viele Schultern. Ole Hagedorn, der parallel für den Zweitligisten VfL Lübeck-Schwartau aufläuft, wird das Team im Videostudium unterstützen.

Substanz für die Zukunft

Die strukturelle Breite, entstanden aus jahrelanger, konsequenter Nachwuchsarbeit, könnte künftig sogar eine dritte Mannschaft ermöglichen. Und viele Spieler sind zwischen 18 und 25 Jahre alt. Sie dürften dem Verein lange erhalten bleiben.

Ob der Aufstieg am Samstag gelingt oder erst in einem der beiden verbleibenden Spiele besiegelt wird - der VfL Horneburg hat längst die Vorarbeit geleistet, um in der Regionalliga nicht nur anzuklopfen, sondern sich - wie früher - zu etablieren.

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