TEva und Heinz-Friedrich Müller feiern Eiserne Hochzeit in Dammhausen
23. Mai 1959: Das Hochzeitsfoto von Eva und Heinz-Friedrich Müller. Foto: Privat
Das Tanzen war jahrelang ihr gemeinsames Hobby. Und vielleicht wagen sich Eva und Heinz-Friedrich Müller, die am Donnerstag ihre Eiserne Hochzeit feiern, zu dem besonderen Anlass noch einmal auf‘s Parkett. Denn beide sind noch richtig gut drauf.
Buxtehude. Wie sie sich kennengelernt haben, weiß Eva Müller noch genau: Sie sah ihren Mann Heinz-Friedrich zum ersten Mal mit 16 Jahren. Der damals 19-Jährige ging immer die Straße entlang, wo Eva mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern seit 1945 eine Unterkunft nach der Flucht aus Berlin gefunden hatte.
Mitgenommen zum Tanzen in Altkloster
„Ich spielte mit meinen Brüdern draußen im Garten“, erinnert sich die 86-Jährige. Heinz-Friedrich, ein leidenschaftlicher Volkstanz-Fan, nahm sie eines Tages dann mit zum Tanzen in den Verein in Altkloster. Am 23. Mai 1959, vor 65 Jahren, haben sie dann geheiratet - als Eva 21 Jahre alt und damit volljährig war. Am 23. September wurde die erste Tochter geboren, 1961 die zweite.
„Unsere Hochzeit haben wir richtig groß gefeiert, dafür haben wir noch ein Zelt aufgestellt. Am Polterabend waren uns die Getränke ausgegangen, denn es kamen über 100 Leute“, weiß der 89-Jährige noch, der in Buxtehude geboren und aufgewachsen ist. „Ich hatte ja eine große Verwandtschaft und viele Freunde hier“, sagt Heinz-Friedrich Müller. Auch die Silberne und die Goldene Hochzeit haben sie in ähnlicher Weise begangen.

Eva und Heinz-Friedrich Müller mit ihrem Hochzeitsfoto vom 23. Mai 1959. Foto: Franziska Felsch
Eva arbeitete als Schuhverkäuferin in Buxtehude, ihr Mann, der Maschinenbau gelernt hatte, war als Eisenbahner oft tagelang unterwegs. Wenn er zu Hause war, gingen sie beide ihrem Hobby Tanzen nach. Aber das habe mit der Zeit nachgelassen. „Man wird im Alter doch faul“, sagt Heinz, obwohl er außer „ein paar kleinen Wehwehchen“ gesund sei. Das mache das Kegeln und Wandern, ist sich seine Frau sicher, die zusätzlich einmal in der Woche Sport treibt.
Auch genäht habe sie immer gern. „Das habe ich von meiner Mutter gelernt, die Schneidermeisterin war. So konnte ich mir was dazuverdienen“, erzählt Eva, die heute keine Kleider mehr fertigt, aber noch Änderungen vornimmt. „Ich habe immer noch Spaß daran, genauso wie am Stricken von Mützchen und Jäckchen für Babys.“

Freuen sich auf ihre Eiserne Hochzeit: Eva und Heinz-Friedrich Müller aus Dammhausen. Foto: Felsch
Ein Paradies gleich hinterm Haus
Das Ehepaar wohnt im Erdgeschoss des 1977 gekauften Hauses mit Garten, den beide hegen und pflegen. „Die Blumen sind eher Sache meiner Frau, die muss gar nicht wegfahren, sondern findet hinterm Haus ihr Paradies“, sagt der Pensionär, der drinnen und außen selbst Hand angelegt hat, um ein schönes Heim für die Familie zu schaffen. Das Einzige, was sie störe, ist der zunehmende Verkehr. Aber im Großen und Ganzen fühlen sie sich im Ort pudelwohl. Auch weil ihre Kinder in der Nähe sind.
Oben wohnt eine Tochter, die zweite in Altkloster. „Es ist beruhigend, dass wir alle nicht so weit voneinander entfernt leben, da kann man sich gegenseitig helfen“, freuen sich beide. Ein Enkel und ein Urenkel gehören zur Familie, die am 23. Mai zusammen das 65-jährige Ehejubiläum des Paares mit feiern wird. Eines steht aber vorab schon fest: Der Rahmen wird nicht so groß wie bei der Hochzeit.

23. Mai 1959: Das Hochzeitsfoto von Eva und Heinz-Friedrich Müller. Foto: Privat