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Dorfgemeinschaft

TFahnen, Bier und Erdbeertorte: Burweg feiert gleich zwei Jubiläen

Mit drei Spielmannszügen durch Burweg: Der Festumzug mit den Fahnenabordnungen bietet ein sehenswertes Bild. Burwegs Ortsbrandmeister Michael Eckhoff führt den Zug an.

Mit drei Spielmannszügen durch Burweg: Der Festumzug mit den Fahnenabordnungen bietet ein sehenswertes Bild. Burwegs Ortsbrandmeister Michael Eckhoff führt den Zug an. Foto: Klempow

Schützen und Feuerwehr feiern ihr Doppeljubiläum in Burweg mit dem ganzen Dorf und Gästen. Das Fest offenbart sieben Zeichen für eine richtig gute Gemeinschaft - das sind sie.

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Von Grit Klempow
Sonntag, 17.05.2026, 12:25 Uhr

1. Vereine halten zusammen

Enger geht es nicht. Der Schützenverein feiert sein 100-Jähriges, die Feuerwehr ihr 125-Jähriges. Selbstverständlich feiern sie zusammen. Das Doppel-Jubiläum am Sonnabend ist ein Fest fürs ganze Dorf. Von Konkurrenz keine Spur.

Der gemeinsame Festumzug durch Burweg.

Der gemeinsame Festumzug durch Burweg. Foto: Klempow

Landrat Kai Seefried lobt nicht nur die starke Gemeinschaft und den Willen, die lange Tradtition von Schützenverein und Feuerwehr weiterzutragen, sondern auch die Weitsicht der Schützen, ihre Vereinsgründung vor 100 Jahren ins 125-Jahr-Jubiläum der Feuerwehr zu legen.

Zusammenhalt, Verlässlichkeit und Heimatverbundenheit bescheinigt Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke den Jubilaren. „Werte, die nicht mehr selbstverständlich sind, aber mehr denn je gebraucht werden“, so Falcke.

Burwegs Schützenpräsident Dirk Holthusen.

Burwegs Schützenpräsident Dirk Holthusen. Foto: Klempow

„Feuerwehr und Schützenverein stehen in Burweg gleichermaßen stark in der Gesellschaft da. Die meisten Burweger könnten heute auch die Jacke wechseln, von grün auf blau oder von blau auf grün“, so Schützenvereinspräsident Dirk Holthusen. Ein angenehmes Problem, das wohl auch viele Gäste im Vorfeld hatten. Aus Blumenthal, Großenwörden, Heinbockel, Kranenburg, Himmelpforten, Brobergen, Neuland, Oldendorf oder Gräpel sind sowohl die Feuerwehr als auch der jeweilige Schützenverein mit einer Abordnung angetreten.

2. Gute Gastgeber

Der Festumzug gibt ein prächtiges Bild ab. Siebzehn Fahnen oder Standarten schweben über den Köpfen. Drei Spielmannszüge, aus Wischhafen, „Stade die Ehemaligen“ und aus Schüttdamm-Isensee, begleiten den Umzug auf dem Weg durchs Dorf. Vorweg marschiert der strahlende Burweger Ortsbrandmeister Michael Eckhoff.

Aufstellung auf dem Dorfplatz.

Aufstellung auf dem Dorfplatz. Foto: Klempow

Die Einladung auf 100 Liter Freibier - ein Geschenk der Gemeinde - im Anschluss kommt gut an. Ein enges Verhältnis hat Burweg zu den Nachbarn jenseits der Oste und der Kreisgrenze. Auch aus Hechthausen marschieren die Schützen mit. Der Brückenschlag über die Oste als gemeinsame Dorfregion schweißt zusammen.

3. Wimpel und Blumenschmuck

Wimpelketten im Grün-Weiß der Schützen oder im Blau-Rot der Feuerwehr. Blumenschmuck mit blühendem Flieder und wehenden Gräsern oder allem, was der Garten an Farben schon hergibt.

Wimpelketten, Blumenschmuck oder Luftballons als 100 oder 125 - die Burweger haben ihre Straßen fürs Doppeljubiläum herausgesputzt.

Wimpelketten, Blumenschmuck oder Luftballons als 100 oder 125 - die Burweger haben ihre Straßen fürs Doppeljubiläum herausgesputzt. Foto: Klempow

Die Burweger legen sich ins Zeug beim Schmücken der Straßen - keine Frage. Grüne, weiße oder goldene Ballons am Balkon, glänzende Ballonziffern an Zäunen oder Hecken machen klar: Hier feiern alle - sie feiern die Jubilare und ihr Dorf damit gleich mit.

4. Reibungslose Organisation

Die gute Organisation ist bestes Zeichen für reibungslose Zusammenarbeit. Auf und rund um den Dorfplatz sollte gefeiert werden. Der liegt mittenmang zwischen Schützenhalle und Feuerwehrgerätehaus - ideal fürs Doppeljubiläum.

Warten auf den Festumzug: Christa Braack (rechts) aus Burweg und Giesela Wick aus Neuland haben einen geschützten Platz in der Bushaltestelle am Festplatz gefunden.

Warten auf den Festumzug: Christa Braack (rechts) aus Burweg und Giesela Wick aus Neuland haben einen geschützten Platz in der Bushaltestelle am Festplatz gefunden. Foto: Klempow

Aber das kühle und etwas unstete Wetter erfordert Plan B. Kurzerhand wird der Festakt auf den großen Saal von „Tante Hilda“ verlegt - wohl denen, die noch eine solche Gaststätte im Dorf haben und sich reibungslos abstimmen können.

5. Liebe zum Detail

Dass das Balancieren mit dem Biernachschub durch die Reihen der vollbesetzten Tische ganz ohne Malheur funktioniert, liegt an der Liebe zum Detail.

Das Burweger Tablett-Konzept: Gefahrlos mit zehn Bier durch die Menge.

Das Burweger Tablett-Konzept: Gefahrlos mit zehn Bier durch die Menge. Foto: Burweg

Schon seit vielen Jahren sind in Burweg kippsichere Tabletts mit vorgefertigten Einsätzen für zehn Gläser in Gebrauch, die den gefahrlosen Transport durch die Menge und damit auch ausreichenden Nachschub gewährleisten. Vielleicht einer der kleinen Bausteine, die aus der Party am Abend mit DJ und Kapelle ein rauschendes Fest machen.

Den Festakt haben die Verantwortlichen wegen des unsteten Wetters vorsorglich auf den Saal von Tante Hilda verlegt.

Den Festakt haben die Verantwortlichen wegen des unsteten Wetters vorsorglich auf den Saal von Tante Hilda verlegt. Foto: Klempow

6. Tradtion und Humor

Festreden sind oft ein Muss, aber nicht immer ein Stimmungsbeschleuniger. Matthias Wolff, geschichtsverbundener Bürgermeister von Burweg, hat sich deshalb für seine Festrede in eine zwiegespaltene Persönlichkeit verwandelt, was auch an seiner Kleidung abzulesen ist: Die Jacke ist halb Feuerwehruniform und halb Schützenjoppe, ebenso die Mützen-Hut-Kombination.

Matthias Wolff hält die Festrede in einer historischen Doppelrolle: halb Ortsbrandmeister, halb Schützenpräsident.

Matthias Wolff hält die Festrede in einer historischen Doppelrolle: halb Ortsbrandmeister, halb Schützenpräsident. Foto: Klempow

Als ehemaliger Brandmeister Adam Kraus (von 1919 bis 1947) und Schützenpräsident Amandus Hölting (von 1937 bis 1967) blickt Wolff im Dialog der beiden auf die Geschichte zurück. Er erzählt vom ersten Einsatz mit der neuen Feuerwehrspritze bei der Kornbrennerei an der Sietwende. Oder von den Anfängen des Schützenvereins, der anfangs in einer Grube schoss - vor allem die Alten. Die Jungmannen mussten durch den Graben kriechen und das Ergebnis per Holztafel über einem Erdwall anzeigen.

So manche Anekdote drehte sich um die Auswirkung von Hochprozentigem. Nicht nur auf die Geselligkeit im Dorf, sondern auch als moderates Mittel, um bürokratische Hindernisse im direkten Austausch mit Offiziellen aus dem Weg zu räumen, mal für die Feuerwehr, mal für den Schützenverein.

7. Kuchenbüfett: Mit Liebe gebacken

Der Kuchen-Indikator: Selbstgebackene Torten und Kuchen sind ein Zeichen von dörflicher Unterstützung. In Burweg stehen 50 Torten und Kuchen zur Auswahl.

Der Kuchen-Indikator: Selbstgebackene Torten und Kuchen sind ein Zeichen von dörflicher Unterstützung. In Burweg stehen 50 Torten und Kuchen zur Auswahl. Foto: Klempow

Kein Jubiläum ohne Kaffee und Hausgebackenes - ein gut gefülltes Kuchenbüfett ist das sichere Anzeichen, dass alle ihren Beitrag zum Gelingen des Festes leisten. 50 Torten und Kuchen stehen in Burweg zur Auswahl, von Erdbeer-Quark- bis Schwarzwälderkirsch-Torte. Keine Frage, mit Liebe für die Jubilare und fürs Dorf gebacken.

Die Fahne eines der beiden Gastgeber - der Freiwilligen Feuerwehr Burweg.

Die Fahne eines der beiden Gastgeber - der Freiwilligen Feuerwehr Burweg. Foto: Klempow

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