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Haushalt 2026

TFehlbetrag von 466.000 Euro in Hammah sorgt für Diskussionen

Die Kita Kinderschiff in Hammah ist im Kern 50 Jahre alt. Da sie derzeit energetisch auf den neuesten Stand gebracht wird, sind Kinder und Erzieher in ein Containerdorf umgezogen.

Die Kita Kinderschiff in Hammah ist im Kern 50 Jahre alt. Da sie derzeit energetisch auf den neuesten Stand gebracht wird, sind Kinder und Erzieher in ein Containerdorf umgezogen. Foto: Klempow

Trotz Kritik am Defizit von 466.000 Euro hat der Verwaltungsausschuss den Etat gebilligt. Fast traditionell kompensiert die Gemeinde Hammah mit Grundstücksverkäufen.

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Von Lars Wertgen
Montag, 09.02.2026, 17:00 Uhr

Hammah. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Hammah hat den Haushaltsentwurf für 2026 gebilligt. Der von Kämmerer Frank Buhrmester vorgelegte Plan soll am Dienstag vom Gemeinderat verabschiedet werden.

Es gab nur eine Gegenstimme. Diese kritisierte den ausgewiesenen Fehlbetrag von rund 466.000 Euro im ordentlichen Haushalt und hätte sich eine andere Strukturierung der Investitionen gewünscht.

Container-Kindergarten belastet den Etat

Einen erheblichen Anteil am Defizit haben die Kosten für den temporären Container-Kindergarten. Die Miete schlägt mit 340.000 Euro jährlich zu Buche.

Hintergrund: Der DRK-Kindergarten Kinderschiff aus den 1970er Jahren wird derzeit für 1,9 Millionen Euro energetisch saniert. Während der Bauarbeiten sind die Kita-Kinder in die nahe gelegene Containerschule umgezogen, die bereits für den Umbau der Grundschule dort steht.

Die Verlängerung des bestehenden Mietvertrags sei die günstigste Lösung gewesen, heißt es aus der Verwaltung.

Vor allem das Dach wird erneuert, Fenster werden ausgetauscht und die Wände gedämmt. Zudem sind eine Photovoltaikanlage und eine Biowärme-Versorgung aus der örtlichen Biogasanlage geplant. Der Kindergarten wird vom DRK betrieben, während die Gebäude der Gemeinde gehören.

Investitionen und Baulandverkäufe

Für 2026 plant Hammah Investitionen in Höhe von knapp 5 Millionen Euro, von denen 4,6 Millionen Euro durch Einnahmen wieder zurückfließen sollen.

Den Haushalt gleicht die Gemeinde wie in den Vorjahren durch Baulandverkäufe aus. Allein der Verkauf von Grundstücken im Baugebiet „Am breiten Rehmen II“ soll außerordentliche Erträge von 700.000 Euro bringen.

Im Haushalt sind auch Mittel für den Ankauf von Potenzialflächen in Höhe von 1,2 Millionen Euro vorgesehen. Diese Flächen - auch Bauerwartungsland genannt - sollen langfristig für die Baulandentwicklung gesichert werden.

Die Gemeinde setzt damit ihre Strategie fort, frühzeitig Grundstücke zu erwerben, um später neue Baugebiete zu erschließen.

Sportplatz-Neubau im Blick

Weitere Investitionen in Höhe von rund einer Million Euro könnten in den geplanten Neubau des Sportplatzes fließen.

45 Prozent der Kosten sollen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ übernommen werden. Das Programm stellt insgesamt 333 Millionen Euro für die Modernisierung von Sporthallen, Bädern und Plätzen bereit.

Allerdings ist die Nachfrage sehr hoch, so dass nicht jeder Antrag bewilligt werden dürfte.

Die Pläne für den Sportplatz sind ohnehin noch nicht konkret, ein neuer Kunstrasenplatz ist denkbar. Die Gemeinde befindet sich in Gesprächen mit dem Sportverein und hat den Punkt in den Finanzhaushalt 2026 aufgenommen, um handlungsfähig zu sein, sollte Hammah Fördermittel bewilligt bekommen und die Pläne fortschreiten.

Steuern und Umlagen bleiben stabil

Die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer bleiben unverändert, so Frank Buhrmester. Die Grundsteuer A für Agrarbetriebe liegt bei 430 v. H., die Grundsteuer B für Wohnhäuser bei 295 v. H. und die Gewerbesteuer bei 410 v. H.

Die Gesamterträge steigen um 12 Prozent auf 5,16 Millionen Euro, während die Aufwendungen um 17,6 Prozent auf 5,63 Millionen Euro wachsen.

Die größten Ausgabenposten sind die Kreisumlage (1,53 Millionen Euro), die Samtgemeindeumlage (845.000 Euro) und der Zuschuss an das DRK für Kindergarten und Hort (1,25 Millionen Euro).

Die Schulden der Gemeinde sinken weiter: Nach planmäßiger Tilgung liegt der Schuldenstand Ende 2026 voraussichtlich bei rund 1,97 Millionen Euro. Neue Kredite sind nicht vorgesehen.

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