TFinale in Heinbockel: Abpfiff oder Anlauf für den Kunstrasenplatz?
Der Fußballplatz in Heinbockel: Laut SuSV geht es derzeit um rund 70 Spielerinnen und Spieler. Sie hätten mit einem Kunstrasenplatz in Oldendorf bei widrigem Boden eine Ausweichmöglichkeit. Foto: Klempow
Ein zentraler Kunstrasenplatz für fünf Vereine - eine gute Idee? Und wenn ja, was darf er kosten? Jetzt beriet der Gemeinderat Heinbockel - mit klarem Ergebnis.
Heinbockel. Vor Heinbockel hatten bereits Großenwörden, Burweg, Himmelpforten, Estorf, Kranenburg und Oldendorf entschieden: pro Kunstrasenplatz.
Nun das Finale der Beratungen am Mittwochabend in Heinbockel. Dem war ein „unglückliches Hin und Her“ vorausgegangen: Erst kurz vor der Ratssitzung hatte der Vorstand des SuSV Heinbockel getagt. Vorher habe die Zeit gefehlt, sagte Jan-Hermann Haack entschuldigend. Er ist Vorsitzender des SuSV und auch Mitglied des Gemeinderates.
Flutlicht-Projekt ist schon in Arbeit
Der Verein arbeite mit der Erneuerung des Sportplatz-Flutlichts bereits an einem großen und zeitraubenden Projekt. Der Plan für den gemeinsamen Kunstrasenplatz sei nun kurzfristig dazugekommen, so Haack.
Das steckt hinter dem Projekt: Die Vereine waren an die Samtgemeinde herangetreten, weil die Fußballplätze in den einzelnen Orten im Herbst und Winter nur eingeschränkt nutzbar sind. Spielabsagen oder ausfallende Trainingseinheiten schränkten nicht nur Damen- und Herrenmannschaften, sondern auch den Kinder- und Jugendfußball-Betrieb stark ein.
SuSV hat selbst keine Mittel
Inzwischen gibt es ein Konzept, das jedem Verein eine bedarfsgerechte Nutzung ermöglicht. Bei der Finanzierung der Anteile aber müssen die Kommunen einspringen. Bis zu 38.000 Euro müsste Heinbockel laut Verwaltung zahlen. „Wir als Verein können nichts dazugeben“, machte Haack klar.
Zur Debatte stand in Heinbockel ein zweiter Beschlussvorschlag. Der rührte auch daher, dass noch im Jugend- und Sportausschuss nicht klar war, ob der Verein fest hinter dem Projekt steht. Der Alternativvorschlag: ein einmaliger Investitionskostenzuschuss von nur 30.000 Euro und die vollständige und eigenständige Übernahme der Unterhaltungsanteile.
Kunstrasenplatz als Chance
Wie viel also soll die Gemeinde dazugeben? „Der Platz ist eine Chance. Der SuSV kann sehr profitieren. Je besser die Bedingungen sind, desto attraktiver ist es auch, mitzumachen“, meinte Jürgen Klinger.
Patrick Dittmer war für den vollen Zuschuss: „Wenn das Projekt später an 2000 Euro scheitert, müssen wir uns fragen, ob es das wert war.“ Er verwies darauf, dass ein auch im Herbst und Winter bespielbarer Platz Entlastung an anderer Stelle bringe - dann müssten die Fußballer nicht so früh in die Halle ausweichen, was andere Sparten einschränke.
Fördergelder
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Das Projekt sei „ein Zuschuss in unser dörfliches Leben“ und unterstütze das Ehrenamt, plädierte Hans Jürgen Pape für den Zuschuss in voller Höhe. Thorsten Liebeck mischte sich für die Verwaltung ein: „Wenn schon, denn schon“, meinte er und sah ansonsten das Gesamtprojekt gefährdet. Die Gemeinde habe das Geld.
Rund 800.000 Euro Baukosten
Mit bis zu 800.000 Euro rechnet die Samtgemeinde bei den Baukosten. Die Hälfte könnte aus einem Förderprogramm kommen. Je öfter ein Verein den Platz nutzen will, desto höher ist der finanzielle Anteil der Kommune.
Mit dem Kunstrasenbelag soll Platz B in Oldendorf ausgestattet werden. „Der Boden ist gut und es gibt schon eine Flutlichtanlage“, warb Thorsten Liebeck für den Standort.
Punktspiele und Training
Dort wollen nach dem Bau (geplant 2027) der SV Burweg, der TSV Großenwörden, der FC Oste/Oldendorf, der MTV Himmelpforten und der SuSV Heinbockel bei ansonsten widrigen Bodenverhältnissen Punktspiele und Trainingseinheiten abhalten.
Alle beteiligten Gemeinden hatten Bedingungen an den Zuschuss geknüpft. Die Platzpflege soll Sache der Vereine bleiben.
Das gilt auch für Heinbockel. Bei zwei Enthaltungen entschied der Gemeinderat, den vollen Zuschuss von derzeit bis zu 38.000 Euro zu gewähren. Damit unterstützen alle angefragten Kommunen das Projekt. Der entsprechende Förderantrag kann gestellt werden.
In den Genuss einer hohen Förderung kommt die Gemeinde Hammah. Sie hat aus der „Sportmilliarde“ des Bundes 500.000 Euro bekommen und baut damit ebenfalls einen Kunstrasenplatz.
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