Zähl Pixel
Handball

TFredenbeck wie im Rausch: Knapp 1000 Fans feiern starken VfL-Auftritt

Der Fredenbecker Nils Schröder zeigte vorne wie hinten eine starke Leistung beim Heimsieg gegen Minden II.

Der Fredenbecker Nils Schröder zeigte vorne wie hinten eine starke Leistung beim Heimsieg gegen Minden II. Foto: Potreck

Mit einer Leistungsexplosion in der zweiten Halbzeit besiegt der VfL Fredenbeck GWD Minden II und rückt dem Klassenerhalt näher. Für einen fällt eine große Last ab.

author
Von Wilhelm Thiele
Sonntag, 01.03.2026, 15:50 Uhr

Fredenbeck. Die Drittliga-Handballer des VfL Fredenbeck haben sich mit 38:28 (16:14) gegen Minden durchgesetzt und stehen nun mit 20:24 Punkten auf dem achten Tabellenplatz - acht Punkte vor den Abstiegsrängen. Außerdem geht auch der direkte Vergleich in der Schlussabrechnung an den VfL. Im Abstiegskampf bedeutet das bei Punktgleichheit einen „Zusatzpunkt“.

Die Stimmung in der Halle knisterte lange vor Anpfiff. „Schaffen sie es heute?“, war das beherrschende Thema bei vielen der knapp 1000 Fans.

Die Bedeutung des Spiels für den Abstiegskampf war von Beginn an beiden Teams anzumerken. Das galt besonders für die Spieler des VfL Fredenbeck. Völlig ungewohnt: Michel Brassait konnte ein Anspiel von Nils Schröder am Kreis nicht festmachen (1.), Nils Schröder und Daniel Pollak vergaben mehrfach.

Rundt wächst im VfL-Tor über sich hinaus

Der VfL hatte Probleme mit der harten, offensiven und zupackenden Mindener Abwehr. Zudem konnten die Fredenbecker durch das schnelle Rückzugsverhalten der Mindener nicht ihr Umschaltspiel aufziehen. Nach neun Minuten führte Minden mit 4:1.

VfL-Trainer Matthias Steinkamp brachte den siebten Feldspieler und leitete damit die Wende ein. Marten Franke übernahm die Regie im Fredenbecker Angriff. Der frühere Mindener Erstligaspieler Oliver Tesch (41) versuchte, Franke mit Psychospielchen beim Siebenmeter zu verunsichern (10.) Doch der ließ sich nicht irritieren und verwandelte sicher zum 3:5.

Beim 6:5 (12.) durch Daniel Polak ging der VfL erstmals in Führung. Fredenbecks Abwehr mit dem herausragenden Innenblock Schröder/Strothmann bekam Mindens Offensive in den Griff. Gestützt von einem vor allem in der ersten Halbzeit über sich hinauswachsenden Justin Rundt im Tor gaben die Fredenbecker die Führung nicht mehr ab.

VfL Fredenbeck zaubert nach der Pause

Der siebte Feldspieler schaffte Platz für Fredenbecks Rückraum, die Außen bekamen zunehmend Gelegenheit, ihre Torgefährlichkeit zu beweisen. Einzig die wieder einmal schlechte Chancenverwertung verhinderte bereits in der ersten Halbzeit eine deutlichere Führung.

Bei der 16:14-Führung des VfL verschwanden die Sorgenfalten der Fans noch nicht. Zu oft schon hatte diese Achillesferse des VfL-Spiels Nerven der Fans und Punkte gekostet.

Mit dem ersten Angriff der zweiten Halbzeit zündeten die Fredenbecker mit einem Kempa-Trick ein Feuerwerk. Nils Schröder passte auf den einlaufenden Lauro Strothmann, der stand drei Meter im Kreis in der Luft, fing und verwandelte den Pass sicher zur 17:14-Führung. Das Spiel ähnelte jetzt einer offenen Feldschlacht.

Die Fredenbecker lassen nicht nach

Die Entscheidung, wer in diesem Match die Oberhand behalten sollte, fiel in diesen ersten Minuten der zweiten Halbzeit. Nils Schröder aus dem Rückraum und Lauro Strothmann nach dynamischem Eins-gegen-Eins trafen für die Fredenbecker im Wechsel. Minden ließ sich noch nicht abschütteln (20:19, 36.).

Doch das Momentum war auf Fredenbecker Seite. Beim 27:21 durch Jesper Müller war eine Vorentscheidung gefallen. Minden nahm eine Auszeit, versuchte sich auf den Fredenbecker Rückraum einzustellen. Vergebens. Der VfL zog sein Spiel durch und ließ nicht nach.

Schließlich begannen die Minuten der Außen: Daniel Pollak, Jan Möller und Laurenz Reiners setzten Treffer auf Treffer. Auch die Chancenverwertung wurde besser. Die Mannschaft spielte sich in einen Rausch. Als Nils Schröder mit dem 38:28 acht Sekunden vor Abpfiff den Schlusspunkt setzte, feierten stehend tausend Fans die Mannschaft - die war der Star an diesem Abend.

Großer Schritt in Richtung Klassenerhalt

Nur VfL-Coach Matthias Steinkamp blieb äußerlich fast regungslos an der Bank, holte die Mannschaft in der Mitte zusammen, klatschte mit Spielern, Staff und gegnerischer Mannschaft ab, nahm sich Mindens Top-Torschützen Marvin Müller zur Seite und tröstete ihn. Anschließend querte er das Spielfeld, umarmte auf der Tribüne Frau und Tochter. Eine zentnerschwere Last war sichtbar von seinen Schultern gefallen.

Für Handballchef Lars Müller war der Sieg „ein großer Schritt hin zum Klassenerhalt“, sagte er. „Wir haben einen schweren Gegner in die Schranken verwiesen. Mit so einem klaren Erfolg hätte ich nicht gerechnet.“ Entsprechend schwer fiel es ihm, jemanden aus dieser Mannschaft hervorzuheben.

VfL-Tore: Müller 4, Strothmann 7, Wafdi 1, Möller 3, Franke 5/4, Polak 6, Schröder 7, Reiners 5.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel