TFünfte Generation: Diese Familie bringt den Nervenkitzel nach Harsefeld
Aufbau des Nightdancers in Harsefeld: Die Schaustellerfamilie Schwenk mit Roman Brüel (links), Tochter Viviane und Ingo Schwenk. Foto: Laudien
Der Nightdancer wird auf dem Harsefelder Jahrmarkt zuerst aufgebaut. Wie viel Arbeit dahinter steckt und wie die Schausteller für den zusätzlichen Kick sorgen.
Harsefeld. In Harsefeld geht es wieder rund. Mehr als 50 Aussteller verwandeln von Freitag, 24. April, ab 14 Uhr, bis Sonntag, 26. April, das Harsefelder Zentrum in einen bunten Jahrmarkt mit Fahrgeschäften, Buden und kulinarischen Spezialitäten.
Die Schaustellerfamilie Schwenk aus Gnarrenburg ist seit etlichen Jahren dabei. Sie betreibt gleich mehrere Stände wie Candyshop, Greifer, Schießstand, Crêpes, Eis, Zuckerwaren, gebrannte Mandeln und ihren legendären Nightdancer. Das Kultkarussell zählt neben Autoscooter und Kettenflieger zu den Highlights auf dem Jahrmarkt.
Schausteller Ingo Schwenk half schon als Kind seinen Eltern beim Aufbau in Harsefeld. Foto: Laudien
Der Nightdancer wurde dieses Jahr wieder zuerst aufgebaut, da das Fahrgeschäft mit einem Durchmesser von 17 Metern besonders aufwendig ist. Zwei Tage haben Ingo Schwenk und sein Schwager Roman Brüel dafür benötigt. Diese Berg-und-Tal-Bahn steht in der Marktstraße neben Kaufhaus Quast. Absolute Maßarbeit auf dem kleinen Platz ist gefragt. „Hier ist seit vielen Jahren unser Stammplatz und alles passt genau hin“, sagt Schwenk.
Ultimativer Nervenkitzel mit hämmernden Beats
Ingesamt 450 Teile mussten die Schausteller zusammenbauen. Herzstück des Nightdancers ist ein großer Motor mittig unter der Bahn. Der sorgt dafür, dass diese sich mit rund 14 Umdrehungen in der Minute dreht.

Ingo Schwenk zeigt den Motor, das Herzstück des Nightdancers. Foto: Laudien
Eine Fahrt dauert mindestens drei Minuten. Manchmal gibt es auch eine Zugabe, je nachdem wie das Publikum drauf ist, sagt Schwenk. Dann könne der rotierende Spaß auch durchaus sechs Minuten dauern. Verschiedene Geschwindigkeiten, mal langsamer, dann wieder schneller und auch rückwärts sorgen bei den Runden für zusätzlichen Nervenkitzel.

Roman Brüel packt die Gondeln aus dem Lkw aus. Foto: Laudien
„Speziell für Kinder drosseln wir auf sechs Umdrehungen, eine Geschwindigkeit wie bei einem Kinderkarussell“, erklärt Brüel. Der jüngste Fahrgast sei bislang neun Monate alt gewesen, der älteste 90 Jahre. Eine Fahrt kostet 4 Euro wie schon im vergangenen Jahr.
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Zusätzlichen Kick bringen hämmernde Beats. „Wir spielen alles von Helene Fischer bis Status Quo“, sagt Brüel. Die Schausteller befestigen die Bassboxen eigens auf Gestellen direkt unter der Bahn, damit der Sound bei den Fahrgästen auch optimal durchdringt.
Schwenks Clifford-Bahn ist der legendäre Vorgänger
Die Schausteller arbeiten Hand in Hand und wissen genau, wo jedes Teil für Elektrik und Mechanik hinkommt. Das Karussell sei einmalig, betonen sie. Der Vorgänger, Schwenks Clifford-Bahn, wurde einst vom Vater zusammengebaut.
Sohn Ingo hat die Bahn dann in den 1980er Jahren völlig modernisiert und ihr auch den neuen Namen Nightdancer verpasst. „Alles mit dem Segen des TÜVs, der für uns das A und O ist“, betont Roman Brüel.

Legendärer Vorgänger: Schwenks Clifford-Bahn. Foto: Schwenk
Die beiden Männer sind mit Leib und Seele Schausteller und können sich keinen anderen Beruf vorstellen, betonen sie. „Der Aufbau in Harsefeld ist für mich immer etwas ganz Besonderes, da ich hier schon als Kind meinen Eltern geholfen habe“, sagt Ingo Schwenk.
Der Nachwuchs ist gesichert
Inzwischen packt auch die fünfte Generation in dem Familienbetrieb mit an - die beiden Kinder von Roman Brüel, Jordan (14) und Viviane (17), die bereits alleine den Crêpesstand betreibt. Viviane Brüel wollte nach der Schule unbedingt Schaustellerin werden. „Ich bin damit aufgewachsen und weiß, dass es kein leichter Job ist, sondern mit vielen Entbehrungen verbunden ist“, sagt sie.

Schaustellerin aus Überzeugung: die 17-jährige Viviane Brüel. Foto: Laudien
„Wir sind ständig auf Achse von einem Fest zum anderen, an sieben Tagen in der Woche mit Auf- und Abbau bis spät in die Nacht. Doch wir sind zufrieden“, ergänzt ihr Vater. Jedes Familienmitglied hat seine Aufgabe, etwa beim Candyshop, Greifer oder Schießstand. Selbst die 80-jährige Karin Schwenk ist noch dabei - in Harsefeld wird sie selbst gebrannte Mandeln verkaufen.
Das Programm
- Freitag, 24. April, von 14 bis 23 Uhr: Um 18 Uhr ist die offizielle Eröffnung mit Fassanstich und Livemusik auf dem August-Hillert-Platz, außerdem gibt es am Freitag und Samstag eine kostenlose Open-Air-Disco.
- Samstag, 25. April, 14 bis 23 Uhr: Familientag mit speziellen Angeboten wie Musik, Puppenspiel und ermäßigten Preisen an vielen Ständen.
- Sonntag, 26. April, 13 bis 19 Uhr: Freiluftgottesdienst ab 11 Uhr und verkaufsoffener Sonntag von 13 bis 18 Uhr.
Aufgrund des Marktes kommt es zu Straßensperrungen in der Marktstraße, Wilhelmstraße, Mittelstraße und Kirchenstraße.
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