TGarten ohne Gießen: So geht das in Oldendorf bei Kleins trotz der Hitze
Die Gießkannen sind meist gar nicht erst gefüllt - Kleins brauchen sie nur selten, obwohl ihr Garten fast 7000 Quadratmeter groß ist. Foto: Klempow
Die Sonne knallt vom Himmel, der Boden ist trocken - und die Regentonnen sind leer. Wie kommt ein Garten ohne Regen gut über den Sommer? Ute und Arnold Klein haben Tipps.
Oldendorf. Das Ehepaar aus Oldendorf hat ein Gartenparadies geschaffen, mit Sonnenplätzen, Schatten, Schmetterlingen und Schwalben im Tiefflug. Der Rasen ist stellenweise noch immer grün, überall blüht es. Dabei ist auch ihre Regentonne leer.
In den letzten Wochen hat es kaum geregnet im Landkreis Stade. Die Wetterstationen in Stade, Freiburg oder Jork melden zwar Niederschläge - aber die beziehen sich meist auf den bislang heißesten Tag am 27. Juni und die sich anschließende Unwetternacht mit Gewittern und Starkregen.
Nur wenige Regentage
Der Regen fiel unterschiedlich stark aus: Freiburg meldete laut wetterkontor.de für jenen Tag eine Höchsttemperatur von 36,8 Grad und einen Niederschlagswert von 33 Liter pro Quadratmeter. In Stade waren es nur 7,3 Liter. In Jork schüttete es zuletzt am 1. Juli 29 Liter pro Quadratmeter.
Wassermangel bedroht die Wildtierwelt
Schon Ende Juni hat der Trinkwasserverband Stader Land das geltende Beregnungs- und Bewässerungsverbot angeordnet. Das untersagt auch Autowaschen und das Befüllen privater Pools. Eine Ausnahme gibt es: Handgefäße wie Gießkannen dürfen befüllt werden.
Aber noch nicht mal die nehmen Ute und Arnold Klein in ihrem Garten oft zur Hand, höchstens für die Kübelpflanzen. Ansonsten grünt es bei Kleins auch ohne den Sprühregen aus dem Wasserschlauch. Wie machen sie das?
Tipp 1: Pferdeäpfel oder Mulch
Die Hinterlassenschaften der Pferde sind bester Dünger. „Aber nicht die frischen, abgelagert muss der Mist sein, am besten ein halbes Jahr“, sagt Arnold Klein. Eine fünf Zentimeter hohe Schicht kommt in jedem Frühjahr auf alle Beete.
„Ob es die Rosen oder Stauden sind, damit fahren wir gut“, sagt Ute Klein. Der Mist mit der fast torfartigen Konsistenz verbessert den Boden, der in Oldendorf-Timmerlade eher sandig ist, und er hält die Feuchtigkeit. Für eine Blumenwiese ohne Düngebedarf wäre die Pferdeäpfel-Kur aber zu viel des Guten.
Alternativ zum Pferdemist eigne sich auch Rasenschnitt oder Schredder, um die Beete abzudecken, empfiehlt Ute Klein. Welches Mulchmaterial auch immer auf die Beete kommt - die Schicht sollte dick genug sein.
Tipp 2: Die Pflanzen beschatten den Boden
„Wir lassen unsere Stauden zusammenwachsen. Nicht jede Pflanze steht für sich, sondern sie bilden einen Teppich“, sagt Ute Klein. Allerdings sollten es Stauden sein, die mit der Trockenheit eher besser leben können. Ute Klein empfiehlt Katzenminze, Lavendel oder Frauenmantel und Beinwell.
Tipp 3: Gießen - aber richtig
Viele Pflanzen in Kleins Garten werden gar nicht gegossen. Es hilft, wenn Bäume Schatten spenden. Dennoch: Der Garten liegt den ganzen Tag über in der Sonne. „Wenn wir mal gießen, dann gibt es auch ordentlich was, und das reicht dann erst mal.“ Topfpflanzen leiden, aber die großen Hortensien im Garten bekommen auch bei Trockenheit keine Extra-Dosis Wasser. Und Kleins schwören darauf, Wasser in den Gießkannen stehen zu lassen und damit vorzuwärmen. „Brunnenwasser ist zu kalt“, sagt Arnold Klein.

Die großen Bauernhortensien gelten als durstige Pflanze. Im Garten von Kleins in Oldendorf haben sie einen eher schattigen Standort und halten sich auch ohne Extraportion Wasser. Foto: Klempow
„Wir haben gar keinen Wassersprenger“, sagt Ute Klein. Man gewöhne die Pflanzen sonst auch zu sehr an das regelmäßige Wasser. Bleibt es dann aus, leiden die Pflanzen umso stärker. Dass sich so wie Kleins viele an das Beregnungsverbot halten, zeigen die Zahlen des Trinkwasserverbands Stader Land.
Trinkwasser: Pegelstände erholen sich
Im Wasserwerk Himmelpforten wurden am 26. Juni, als das Beregnungsverbot ausgesprochen wurde, noch rund 7900 Kubikmeter abgeben, zwei Tage später lag der Wert bei 6200 Kubikmeter. Im Wasserwerk Heinbockel sank der Tageswert von 8700 auf 6800 Kubikmeter zwei Tage später.
„Wir merken, dass die Verbräuche in den Spitzen nicht so hoch sind“, sagt Thomas Dunse, stellvertretender Geschäftsführer beim Trinkwasserverband Stader Land (TWV), der den gesamten Landkreis bis auf Stade und Buxtehude mit Trinkwasser aus seinen drei Wasserwerken beliefert. Auch die Pegelstände in den Wasserbehältern, aber auch in den Brunnen haben sich etwas erholt. „Sie stehen nicht mehr so unter permanentem Druck“, sagt Dunse.
Eine Entwarnung ist das aber nicht. Der TWV setzt auf die Kooperation der Verbraucher und den gesunden Menschenverstand. „Wasser ist ein soziales Gut, das für alle gefördert wird“, sagt Dunse. Knapp 140 Liter Wasser verbraucht ein Mensch pro Tag - läuft ein Rasensprenger eine Stunde lang, koste das 1000 Liter.

Auch der Sonnenhut im Vorgarten gedeiht, muss aber auf den nächsten Regen warten. Foto: Klempow
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