TGegen den Tabellenführer ist mehr drin - doch Fredenbeck hält die Klasse
Lauro Strothmann brachte Fredenbeck vor mehr als 1000 Zuschauer in Führung, der VfL verlor aber das umkämpfte Spiel. Foto: Potreck
Fredenbeck hat gegen den Tabellenführer keine Chance. Der VfL verliert mit 22:31 (7:13) - kann nun aber auch rechnerisch nicht mehr absteigen.
Fredenbeck. Der VfL Fredenbeck hat trotz der Niederlage mit 24:26 Punkten den 7. Tabellenplatz inne und kann fünf Spieltage vor Saisonschluss nicht mehr absteigen.
Es begann nicht gut für den Gastgeber. Vor erstmals in dieser Saison mehr als 1000 Fans konnten Nils Schröder (vorsorglich, muskuläre Probleme) und Michel Brassait (Aduktorenzerrung) nicht auflaufen. Die Verletzung der beiden Leistungsträger war von Beginn an eine deutliche Schwächung der Fredenbecker. Zugleich aber die Chance für Fredenbecks zweite Reihe, ihr Leistungsvermögen zu demonstrieren.
Das Spiel begann nervös auf beiden Seiten
Chris-Ole Brandt ersetzte Nils Schröder im Angriff. In der Abwehr übernahm Jesper Müller seinen Part. Nick Heinsohn ersetzte Michel Brassait. Der TV Emsdetten schickte seine erste Sieben aufs Parkett, zeigte Respekt vor den Fredenbeckern. Der VfL ging durch Lauro Strothmann in Führung.
Es dauerte vier Minuten, bis dem Meisterschaftsfavoriten der erste Treffer gelang (1:1). Zehn Minuten konnten die Fredenbecker mithalten, dann setzten sich die Emsdettener etwas ab. Vor allem der Fredenbecker Angriff kam gegen die athletisch überlegenen Emsdettener nicht zum Zuge, während die Abwehr dagegenhielt und die Emsdettener zu Fehlern zwang.

Fredenbecks Coach Matthias Steinkamp hat mit dem Aufsteiger den Klassenerhalt geschafft. Foto: Potreck
Beim 2:5 in der 13. Minute nahm Fredenbecks Coach Matthias Steinkamp früh seine erste Auszeit und stellte auf den siebten Feldspieler um. Marten Franke übernahm das Kommando als Regisseur, Jakob Ritscher spielte als zweiter Kreisläufer. Das Fredenbecker Angriffsspiel lief wirkungsvoller - aber weiterhin fehlerhaft.
Tabellenführer hat es zu leicht - VfL-Spiel fehlerbehaftet
„Die Undiszipliniertheit im Angriff haben mich enttäuscht. Damit kann ich nicht leben,“ resümiert Trainer Matthias Steinkamp nach dem Spiel. Auch Fredenbecks Außen zeigten viel Respekt vor Emsdettens Keeper Oliver Krechel und vergaben eine ganze Reihe guter Wurfchancen. Ohne zu glänzen konnte der TV Emsdetten so seinen Vorsprung ausbauen.
Das Halbzeitergebnis von 7:13 steht für den Spielverlauf bis dahin. Auf Fredenbecker Seite eine gute bis sehr gute Abwehrleistung bei schwachem Angriffsspiel. Der TV Emsdetten, insgesamt wenig meisterlich, profitierte von seiner athletischen Überlegenheit und Routine.
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Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit setzten die Fredenbecker auf den siebten Feldspieler und hielten das Spiel offen. Vor allem Jan Möller und Jesper Müller, beide mit jeweils drei Toren zwischen 31. und 38. Minute, zeigten, wie es geht. Im Rückraum ging einzig von Jesper Müller Gefahr aus. Müller suchte den Zweikampf und warf schnörkellos. Auch der gemeinhin als bester Keeper der Liga bezeichnete Emsdettener Keeper Oliver Krechel hatte keine Chance.
Aber immer wieder Ballverluste im Angriff und schwache Abschlüsse nutzten die Emsdettener in dieser Phase zu drei Treffern in den leeren Fredenbecker Kasten. Es blieb beim Fredenbecker Rückstand (12:19, 37. Min.). Matthias Steinkamp beendete das Spiel mit dem siebten Feldspieler. Fredenbecks Abwehr stand nun etwas offensiver, zeigte sich auch ohne die Stammkräfte Nils Schröder und Michel Brassait gegen das Spitzenteam weiterhin in einer guten Verfassung. Der TV Emsdetten musste mehrfach ins Zeitspiel, ohne dass die Fredenbecker daraus Ergebniskapital schlagen konnten (40. bis 48. Minute, 16:23).
Beim VfL Fredenbeck kamen jetzt alle Spieler zu ihren Spielanteilen. Der Emsdettener Vorsprung wuchs nur langsam zum Endstand von 22:31.
Es war eine Lehrstunde für den VfL
Fredenbeck
Der Meisterschaftsfavorit konnte seine Nervosität das ganze Spiel über nicht ablegen. Mit athletischer Überlegenheit und sehr viel Routine wurde dennoch ein letztlich nie gefährdeter aber spielerisch glanzloser Sieg eingefahren.
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„Ich bin nicht zufrieden, da war mehr drin“, so auch Steinkamp nach dem Spiel. „Emsdetten war heute schlagbar.“ Beim VfL Fredenbeck überzeugte einmal mehr die Abwehr. Im Angriff verpasste der Rückraum seine Chance, sein Können zu beweisen.
Weder Chris-Ole Brandt noch Jelmer de Vries zeigten den notwendigen Biss gegen Emsdettens routinierte und harte Abwehr. Herauszuheben im Angriff war einzig Jesper Müller, phasenweise auch Lauro Strothmann und Marten Franke als sicherer Siebenmeterschütze.
Tore: Itzen 1, Brandt 1, Fick 2, Müller 5, Strothmann 3, Wafdi 1, Ritscher 1, Möller 4, Franke 3/2, Polak 1
Starke Aktion
Um das Handballspiel herum unterstützte der VfL Fredenbeck die Handballer des MTV Eyendorf bei der Suche nach Stammzellenspendern für die an einer aggressiven Leukämie erkrankte zweijährige Spielertochter Freda. Insgesamt 52 Testungen konnten vorgenommen werden. Dazu beteiligte sich auch die Mannschaft des VfL. Organisator Raphael Oertzen war zufrieden. „Eine super Sache! Wir hatten viel Zuspruch. Viele sind auch schon getestet.“ Nächste Möglichkeit der kleinen Freda zu helfen: Ostermontag in Salzhausen, Sporthuus, Schützenstr. 5, ab 15 Uhr.
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