TGigantischer Einsatz in Stade: Trinseo-Anlage auf dem Weg nach Indien
Schwimmkran Enak bringt die Siloteile zum Weitertransport in den Stader Seehafen. Foto: Stehr
Deutschlands größter Schwimmkran hilft diese Woche am Anleger Stadersand beim Abbau der Trinseo-Anlage aus dem Chemiepark. Ein kleiner Einblick in die Demontage an der Elbe.
Stade. Nicht zu übersehen war am Dienstag ein spektakulärer Einsatz am Anleger Stadersand. Vier riesige runde Teile aus Aluminium liegen auf Lkw-Anhängern und warten auf den Abtransport übers Wasser. Es handelt sich um Silos des Trinseo-Werks im Stader Chemiepark, das Ende 2024 seine Produktion eingestellt hat.
Trinseo-Abbau läuft noch bis Ende des Jahres
Die Silos sind zwischen 36 und 28 Meter lang, 6,50 Meter breit, wiegen jeweils um die 35 Tonnen und haben eine Transporthöhe von acht Metern, erklärt Kimmo Wolfarth, Geschäftsführer der SeaLand Project Logistics GmbH aus Hamburg. Die Firma ist mit der Demontage des Trinseo-Werks beauftragt. Der Abbau laufe bereits seit einem Jahr und werde noch bis Ende dieses Jahres dauern.

Bauleiter Thomas Lewandowski (links) und Teamleiter Andi Mauer von der Firma Scholpp sind Experten für Industriemontage. Foto: Stehr
Insgesamt müssen 16 Silos weg. Die letzten werden am Freitag, 28. August, abtransportiert. Für die Straße sind sie zu groß. Deswegen kommt der 55 Meter lange Schwimmkran Enak der Hamburger Hafenfirma Lührs in Stade zum Einsatz.

Kimmo Wolfarth, Geschäftsführer der SeaLand Project Logistics GmbH, und sein Team demontieren derzeit das Werk des Chemiekonzerns Trinseo in Stade. Foto: Stehr
Er hebt bis zu 600 Tonnen und bringt die gigantischen Teile mühelos ein Stück elbabwärts bis zum Stader Seehafen. Mit einem Schwergutschiff soll es von dort in der kommenden Woche weiter nach Indien gehen.

Wenn das Werk des Chemiekonzerns Trinseo abgebaut ist, soll es in Indien wieder aufgebaut werden. Foto: Stehr
In Indien soll die gesamte Anlage wieder aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Gekauft wurde sie laut des US-Konzerns Trinseo für 52,5 Millionen Euro von der Deepak Nitrite Limited. Wie berichtet, hatte Trinseo die Produktion in Stade zum Jahresende 2024 auslaufen lassen und damit seinen Produktionsstandort für Polycarbonat aufgegeben. 90 Mitarbeiter verloren ihren Job.
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Die Anlage produzierte Polycarbonat für viele Anwendungsbereiche, unter anderem für die Herstellung von medizinischen Geräten, Haushaltsgeräten und transparenten Baumaterialien.

Die Silos sind zwischen 36 und 28 Meter lang und wiegen etwa 35 Tonnen. Die Transporthöhe beträgt acht Meter. Foto: Stehr
Als Gründe für die Schließung gab Trinseo-CEO Frank Bozich im März 2024 im TAGEBLATT nachlassende Nachfrage und sinkende Preise aufgrund des Überangebots an, das durch sehr hohe Importmengen von außereuropäischen Produzenten verursacht werde. Darüber hinaus seien die fixen Betriebskosten in Stade sehr hoch.
Lkw-Fahrer freut sich über tollen Ausblick auf die Elbe
Jetzt wird die Anlage Stück für Stück abgebaut. An der Demontage beteiligt ist auch Lkw-Fahrer Steffen Bergmann von der Transport-Firma Bolk. Er steht mit seinem Lkw ganz vorne am Anleger und hat freien Blick auf die Elbe. „So einen tollen Ausblick habe ich sonst nicht, wenn ich aufwache“, sagt er.

Der Mann für den Schwertransport: Steffen Bergmann fuhr das 36 Meter lange Siloteil zum Anleger Stadersand - zum Weitertransport mit Schwimmkran Enak. Foto: Stehr
Die vier Silos wurden nämlich schon in der Nacht von Montag auf Dienstag vom Trinseo-Gelände nach Stadersand gefahren - mit maximal 15 bis 20 km/h, sagt Steffen Bergmann. Spannend ist der Moment, als Enak das erste Silo langsam anhebt.

„Mit so einem tollen Blick wache ich auch nicht jeden Morgen auf“, sagt Lkw-Fahrer Steffen Bergmann. Foto: Stehr
Das Silo kommt den Fahnenmasten gefährlich nah. „Zur Not legen wir sie um“, sagt Kimmo Wolfarth. Das sei auch mit der zuständigen Behörde schon im Vorfeld geklärt worden. Doch soweit kommt es nicht.

Schwimmkran Enak hievt die schweren Silos in die Luft und bringt sie zum Weitertransport in den Seehafen. Foto: Stehr
Das gut vertäute Silo hebt ab. Enak hat es sicher am Haken. Der Schwimmkran setzt zurück, dreht und macht sich auf den Weg zum Seehafen. Genug Zeit für ein paar Schaulustige, Fotos von diesem gigantischen Einsatz zu machen.
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Gigantisch: Die 35 Tonnen schweren Silos des Chemiekonzerns Trinseo werden vom Anleger Stadersand zum Seehafen gebracht und von dort weiter nach Indien verschifft. Foto: Stehr

Insgesamt 16 Siloteile müssen per Schwimmkran zum Seehafen transportiert werden. Foto: Stehr

Der Schwimmkran Enak von Lührs Schifffahrt ist Deutschlands größtes aktives Kranschiff. Foto: Stehr