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Handball

TGrößter Sponsor des Fredenbecker Handballs: Landwirte ackern für VfL

Die „Feldhelden“ wollen die große Bühne der Geestlandhalle in Fredenbeck nutzen.

Die „Feldhelden“ wollen die große Bühne der Geestlandhalle in Fredenbeck nutzen. Foto: Struwe

Der VfL Fredenbeck ist ein Dorfverein. Da liegt es nahe, dass sich Landwirte für den Handball engagieren. Was steckt hinter den „Feldhelden“ und was sind ihre Ziele?

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Von Wilhelm Thiele
Samstag, 21.03.2026, 05:50 Uhr

Fredenbeck. 34 Landwirte aus Fredenbeck und den umliegenden Dörfern unterstützen als Fans und Sponsoren die Drittligahandballer des VfL Fredenbeck. Sie nennen sich selbst die „Feldhelden“. Doch warum machen sie das? Das TAGEBLATT sprach mit den Landwirten über ihr Engagement.

Jörg Wichern hat die Gruppe ins Leben gerufen. Wichern selbst agiert beim VfL als Referent für Öffentlichkeitsarbeit. Seine Intention: Die Landwirtschaft präge nach wie vor das dörfliche Leben, werde aber oft nicht richtig wahrgenommen. Der VfL Fredenbeck sei ein Dorfverein. „Unsere DNA ist dörflich strukturiert“, sagt Wichern. Da habe es auf der Hand gelegen, dass sich Landwirte für den VfL engagieren.

Ganz nebenbei habe der VfL mit den Feldhelden in der Geestlandhalle auch einen Ort geschaffen, der ein Treffpunkt für die Berufskollegen sei. Früher übernahmen diesen Part die Gaststätten. Nach dem Aussterben der Gastronomie hat sich das geändert. 20 Landwirte sind bei den Heimspielen des VfL in der Regel dabei.

Diese Personen stecken hinter den Feldhelden

Sie bauen Kartoffeln an, in ihren Ställen und auf den Weiden stehen Milchkühe, sie erzeugen erneuerbare Energien, betreiben einen Agarservice oder züchten Geflügel. Andreas Richters, Karina Klintworth, Christoph Brinckmann, Söhnke Dammann, Jan-Hendrik Bremer und Lene Burfeind bilden den lockeren Kern der Feldhelden. Sie sind über Whatsapp verbunden und organisieren die Gruppe.

Das „Helden“ in Feldhelden soll nicht als Eigenlob verstanden werden. Vielmehr verbinde das „Feld“ die Landwirte mit den Handballern. Die einen arbeiten auf dem Acker, die anderen spielen Handball auf dem Spielfeld. Die Namenssuche war nicht einfach. Wichern: „Es war echt schwer einen Namen zu finden, unter dem sich jeder wiederfinden konnte.“ Die Gruppe ist schnell gewachsen.

Das Netzwerken steht an erster Stelle

Als Sponsoren der Handballer des VfL Fredenbeck verfolgt die Gruppe nach eigenen Aussagen mehrere Ziele. Das Netzwerken stehe an erster Stelle, sagt Söhnke Dammann. „Mit der Gruppe haben die Feldhelden einen Ort geschaffen, in der sich beim Spiel Kollegen treffen, die sich im Alltag nicht begegnen“, ergänzt Andreas Richters. Richters findet das „irgendwie cool. Man kann sich immer freuen, wenn man dahingeht“.

Zweiter Zweck des Sponsoring sei, das Image der Landwirte in der Region zu verbessern. Die Präsenz der Landwirte in der Geestlandhalle, die Werbung als Sponsoren im Vereinsmagazin und das vier Meter große Banner im Mittelkreis des Spielfelds habe ihr Engagement bekannt gemacht. Karina Klintworth: „Jeder Bewohner im Dorf findet es gut, dass wir den VfL unterstützen.“ Man werde nicht nur als Betrieb gesehen, sondern auch als Teil der Dorfgemeinschaft wahrgenommen. „Mit dem Echo aus dem Dorf sind wir sehr zufrieden,“ sagt Klintworth, aus deren Unternehmen regelmäßig zwei Mitarbeiter bei den Spielen dabei sind.

Das sind die Ziele der Landwirte

Die Feldhelden haben sich für die Zukunft Ziele gesetzt. So soll zu Beginn der nächsten Saison ein Stand am Eingang der Geestlandhalle vor den Spielen Informationen über die regionale Landwirtschaft liefern. Die Landwirte wollen als Ansprechpartner am Stand die Fragen der Zuschauer beantworten. Außerdem nutzen die Feldhelden die Heimspiele des VfL, um für ihre Betriebe gezielt Fachkräfte anzuwerben. Für viel mehr reicht die Zeit noch nicht. „Wir haben da eine große Bühne. Vielleicht kommt da noch was“, sagt Andreas Richters. Auf Sicht soll die Gruppe auf etwa 50 Landwirte anwachsen.

Nach TAGEBLATT-Informationen sind die Feldhelden inzwischen der größte Sponsor des VfL Fredenbeck. Jeder Landwirt zahlt einen Mindestbetrag. Über die Höhe der Beträge herrscht allerdings Stillschweigen.

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