THSG Stade/Fredenbeck: Gründe für die sportliche Berg- und Talfahrt
Aleksandra Malmon-Osuch wurde im Sommer 2025 Cheftrainerin. Foto: Struwe
12 von 22 Spielen sind gespielt. Die Handballerinnen der HSG Stade/Fredenbeck stehen in der Regionalliga im Mittelfeld. Die Trainerin blickt auf die Saison.
Stade. Die Handballerinnen der HSG Stade/Fredenbeck spielen am Sonnabend, 10. Januar, um 18 Uhr beim MTV Rosdorf. Vor dem ersten Regionalligaspiel in diesem Jahr blickt HSG-Trainerin Aleksandra Malmon-Osuch zurück auf die bisherige Saison. Sie nennt die Schwächen und Stärken und legt die Ziele für die kommenden Monate fest.
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Die HSG spielte in der Vergangenheit mehrere Jahre lang (damals noch als VfL Stade) in der 3. Liga. Zuletzt wäre ein Sprung zurück in die dritthöchste deutsche Liga im Jahr 2024 möglich gewesen. Doch wegen der zu hohen Reisekosten verzichtete der damalige VfL Stade auf den Aufstieg.
Trotz der Fusion mit dem VfL Fredenbeck konnten die Abgänge mehrerer Leistungsträgerinnen nicht kompensiert werden. Die Folge waren sechs Niederlagen in den ersten zwölf Begegnungen, davon zwei in eigener Halle. Die HSG ist mit 12:12 Punkten Tabellensechster.
Erfahrung und Cleverness fehlen der HSG
Aleksandra Malmon-Osuch nennt die Gründe für diesen Leistungsabfall. „Wir haben ein stark verjüngtes Team. Eine Baustelle liegt sicherlich in der fehlenden Kaderbreite“, sagt die Trainerin.
So habe das Team in den vergangenen Monaten jedes Spiel wegen krankheits- oder verletzungsbedingter Ausfälle oder wegen Spielüberschneidungen mit der A-Jugend stets mit einem anderen Kader bestreiten müssen. Zudem hätte in einigen Schwächephasen noch die Cleverness zum Erfolg gefehlt.
„Da merkt man uns das Alter und somit die fehlende Erfahrung an.“ Daher müsse sich die Mannschaft insbesondere beim Positionsangriff im Entscheidungsverhalten sowie in der Chancenverwertung verbessern. Hier gab es in den Topspielen zu viele technische Fehler und Fehlwürfe. Knappe und vermeidbare Niederlagen (29:30 in Hannover oder 22:26 beim TuS Komet Arsten) waren die Folge.
Einen deutlichen Schritt nach vorn, so die Trainerin, machte das Team beim Abwehrverhalten. Mit nur 324 Gegentoren stellt die HSG aktuell die drittbeste Abwehr der Regionalliga.
„Die Mädels ziehen da mittlerweile super mit und haben sogar Spaß am Abwehrtraining gefunden“, sagt Malmon-Osuch. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Torhüterinnen und Torwarttrainer Benjamin Kähler im Bereich der Videoanalyse trage nun Früchte.
Verein setzt auf die jungen Talente
Ehemalige Spielerinnen, wie Lisa Prior, die mit 143 Toren die fünftbeste Werferin der Liga war, könne der Verein ebenso wenig ersetzen wie die Ex-Bundesliga-Spielerin Julia Wichern oder Lena-Marie Müller. Nach dem Umbruch in der Mannschaft setzt die HSG nun auf den eigenen Nachwuchs.
Ausgezeichnet
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In der A- und B-Jugend stehen in der Bundesliga viele Talente bereit, die langsam und behutsam an den Damenbereich herangeführt werden sollen. Da gehören Inja Motzkus oder Leandra Gätzschmann bereits jetzt zu den Leistungsträgerinnen in der Damenmannschaft.
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Mit dem bisherigen Verlauf können die Staderinnen - abgesehen von dem einen oder anderen unglücklichen Punktverlust - dennoch zufrieden sein. In der Rückrunde möchte die HSG jetzt eine gute Ausgangslage schaffen, um am Ende noch Platz vier oder fünf zu erreichen.
Zuschauerzahlen stark zurückgegangen
Vielleicht lockt das auch wieder mehr Zuschauer in den Stader Sportcampus. Nach der Änderung der Anpfiffzeiten auf Sonntagnachmittag sind die Zuschauerzahlen stark gesunken.
„Leider sind wir bei der Planung etwas eingeschränkt, da wir Überschneidungen sowohl mit dem A-Jugend-Bundesligateam als auch mit unserer zweiten Damenmannschaft vermeiden wollten.
Somit blieb uns lediglich diese einzige Möglichkeit“, sagt Malmon-Osuch. Zudem nutze die Basketballmannschaft des VfL Stade sonnabends die Halle.
Grundsätzlich sei das Interesse am Damenhandball jedoch groß. Das habe das Derby gegen Hollenstedt gezeigt.
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