Das sind die Gründe für den HSV-Höhenflug
Erst drei Niederlagen, jetzt drei Siege am Stück. Foto: Gregor Fischer/dpa
Der HSV hat sich nach einem desaströsen Start mit drei Niederlagen und 0:12 Toren in der Bundesliga gefangen - und wie. In Paderborn
Hamburg. Der Hamburger SV befindet sich im Aufwind. Nach einem desaströsen Saisonstart inklusive der beiden 0:5-Klatschen in den Duellen mit Mainz und Leipzig feierten die Norddeutschen zuletzt drei Siege nacheinander. Eine ähnliche Serie gab es in der Bundesliga zuletzt vor 16 Jahren.
Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wollen die Hamburger beim Aufsteiger SC Paderborn die Serie ausbauen. Was sind die Gründe für den aktuellen Erfolg?
Polzins gute Entscheidungen
Hanseatisch zurückhaltend möchte Trainer Merlin Polzin die Situation nicht überbewerten. „Wir haben in den Momenten, als es mit den Ergebnissen und Leistungen nicht so gut lief, die Situation nicht überbewertet, und das Gleiche machen wir jetzt umgekehrt auch nicht“, sagte der 35-Jährige zuletzt in einer Medienrunde.

Weiterhin ein emotionaler Leader: HSV-Trainer Merlin Polzin. Foto: Gregor Fischer/dpa
Polzin hat den Club von einem mehrfach am Aufstieg gescheiterten Zweitligisten zu einer Bundesliga-Mannschaft geformt, die Widerstände überwinden kann. Nach dem Aufstieg 2025 ließ er sich nicht vom öffentlichen Druck irritieren und änderte das System. Kompakter und intensiver hieß die Devise. Er nahm dabei auch wenig Rücksicht auf altgediente Spieler.
Und auch der schwache Saisonstart in dieser Saison änderte nichts am Stellenwert des Coaches innerhalb des Clubs. Nach der dritten Pleite nacheinander stattete der Verein das Trainer-Team um Polzin mit neuen Verträgen bis 2029 aus - und das Vertrauen zahlte sich fortan aus.
Der 35-Jährige trifft zudem oft richtige Entscheidungen und beweist ein goldenes Händchen. Beim 3:2 in Hoffenheim wechselte er die Torschützen Terem Moffi und Miro Muheim ein. Auch beim 2:1 gegen Köln hatte er Yussuf Poulsen zur zweiten Hälfte in die Partie gebracht. Der dänische Routinier erzielte vier Minuten später den zweiten HSV-Treffer.
Kreatives Trainer-Team
Nachdem der Club die Hiobsbotschaft mit dem Kreuzbandriss von Kapitän Nicolai Remberg erhalten hatte, passte der Coach sein System an. Martin Adeline, Bilal Nadir und der eigentliche Außenverteidiger Muheim überzeugten als Dreiergespann im Mittelfeld.
Polzin erklärte zuletzt, dass man sich mit der Mannschaft klar abgesprochen habe, dass das System nicht festgelegt sei, „sondern dass wir einfach variabel auch während des Spiels reagieren können“ und „auf den Gegner bezogen reagieren können“.
Kaderstärke
Polzin musste einige Neuzugänge integrieren, was er offensichtlich gut hinbekam. Zudem gelang ihm die Kommunikation mit dem Schweizer Nationalspieler Muheim gut. Denn eigentlich sollte der 28 Jahre alte Leistungsträger, der seit 2021 beim HSV weilt, im Sommer abgegeben werden. Dennoch erzielte Muheim sowohl in Hoffenheim als auch gegen Stuttgart jeweils einen spielentscheidenden Treffer.
Der in der Vorsaison mehrfach verletzte Poulsen scheint zudem in Hamburg angekommen zu sein. Und der schwach in die Saison gestartete Nicolás Capaldo führt ligaweit die Auflistung der gewonnenen Zweikämpfe an.
Volksparkstadion als Festung
Auch die Arena spielte sicher eine Rolle bei den Siegen gegen Köln und Stuttgart. Torwart Daniel Heuer Fernandes sagte nach dem VfB-Spiel: „Zu Hause mit der Wucht der Fans im Rücken weiß man, dass immer noch ein Lucky Punch wie heute gelingen kann.“