THalloween-Aktion in Buxtehude: Gruseln im alten Atomschutzbunker
Mit Totenschädel-Skulptur in der Hand und im Kostüm wirbt VHS-Leiter Dirk Pohl vor der Bunkertür für den Besuch im gespenstisch gestalteten "Halloween-Bunker". Foto: Sulzyc
Die Volkshochschule feiert Halloween - mit gespenstischen Führungen im Bunker. Leiter Dirk Pohl verrät dem TAGEBLATT seine fünf aufregendsten Erlebnisse an der VHS.
Buxtehude. Die meisten Menschen in Buxtehude wissen nicht einmal von ihm: dem 4,50 Meter tief unter der Erde liegenden Schutzbunker auf dem Gelände der früheren Estetal-Kaserne.
Die seltene Gelegenheit, den verlassenen Bunker zu betreten, eröffnet bald die Volkshochschule (VHS) Buxtehude. Anlass ist, dass die VHS seit 30 Jahren in einem früheren Kasernengebäude an der Bertha-von-Suttner-Allee 9 untergebracht ist. Direkt unter dem Gebäude befindet sich der frühere Atomschutzbunker.
Das Bild zeigt das heutige Gebäude der Volkshochschule Buxtehude im September 1996. Damals wurde das frühere Kasernengebäude modernisiert, damit die Volkshochschule es nutzen kann. Foto: VHS Buxtehude
Zum 30-jährigen Bestehen der VHS in der früheren Estetal-Kaserne bietet die Bildungseinrichtung Gästen bei einem Halloween-Fest am Sonnabend, 31. Oktober, drei öffentliche Führungen durch den Bunker an.
Buxtehuder Relikt aus dem Kalten Krieg
„Die Einweihung des Gebäudes 1996 war im Herbst. Und wir wollten schon immer mal Halloween feiern“, erklärt VHS-Leiter Dirk Pohl die Wahl des Festtages.

Im Fledermauskostüm und mit Totenschädel-Skulptur in der Hand wirbt VHS-Leiter Dirk Pohl vor der Bunkertür für den Besuch im "Halloween-Bunker". Foto: Sulzyc
Der unterirdische Bunker ist ein Relikt aus dem Kalten Krieg - und wegen seiner beklemmenden Atmosphäre ein gruseliger Ort. Gespenstisch inszeniert werden die Führungen an Halloween sein. Mit Lichteffekten, für Kinder geeignet. Mehr verrät die VHS noch nicht.
Die Teilnahme an den Bunkerführungen ist kostenfrei. Sie dauern jeweils etwa 20 Minuten und sind für jeweils maximal 20 Personen vorgesehen. Die Führungen starten um 15.30 Uhr, 16.30 Uhr und 17.30 Uhr im Foyer des VHS-Hauses.
An ihrem Halloween-Fest von 15 bis 19 Uhr zeigt sich die Volkshochschule von ihrer schaurigsten Seite. In Raum 6 macht die Dozentin Maria Magdalena Toborg Besucher mit der mexikanischen Kultur des Tages der Toten bekannt. Das Volksfest mit gespenstischer Maskerade gehört zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit.
Mehrere Angebote richten sich an Kinder, zum Beispiel ein Gruselgang. „Wir möchten Menschen aus der Nachbarschaft auf die Volkshochschule aufmerksam machen“, sagt Dirk Pohl. Die angenehme Atmosphäre eines Festes nehme die Schwellenangst.
Fotos und Kostüme: VHS bittet um Mithilfe
Die VHS bittet darum, ihr für Halloween geeignete Kostüme auszuleihen. „Besucher des Festes können sich dann darin in einer Box fotografieren lassen“, sagt Dirk Pohl.
Zudem plant die VHS eine Fotoausstellung. Sie hofft, dass Menschen dazu Bilder zur Verfügung stellen. Gesucht sind Motive, die 30 Jahre Volkshochschule in der früheren Estetal-Kaserne abbilden. Fotos und Kostüme können jeweils ab sofort bei der Verwaltung im VHS-Haus an der Bertha-von-Suttner-Allee 9 abgegeben werden.

Bei der Einweihungsfeier im Jahr 1996 erhält der damalige Leiter der Volkshochschule Buxtehude, Wolf Rosenzweig, den symbolischen Schlüssel zum VHS-Haus in der früheren Estetal-Kaserne. Foto: VHS Buxtehude
Die VHS Buxtehude existiert bereits länger als 30 Jahre. Ihre Geschichte geht auf die Gründung des damaligen Kulturkreises in Buxtehude im Jahr 1947 zurück. Deshalb feiert die Volkshochschule im nächsten Jahr 80-jähriges Bestehen. Frühere Standorte waren die Grundschule Altkloster und das Freizeithaus.
Das hat den VHS-Leiter besonders beeindruckt
Seit 2011 leitet Dirk Pohl die VHS Buxtehude. Im Gespräch nennt er dem TAGEBLATT die persönlich fünf aufregendsten Ereignisse seiner beruflichen Zeit in Buxtehude, die ihm spontan einfallen.
Als Erstes kommt Dirk Pohl in den Sinn: die Corona-Pandemie. „Der Lockdown bedeutete den totalen Einbruch des gesamten Geschäftsmodells.“ Denn die Einrichtung lebe davon, dass sich Menschen in ihr aufhalten, miteinander sprechen und gemeinsam lernen. Imponiert habe ihm der schnelle Aufbau eines Online-Angebotes - und dass die Teilnehmer Prüfungen trotzdem bestanden haben.

Dr. Dirk Pohl, Leiter der Volkshochschule Buxtehude, steht vor dem VHS-Gebäude. Seit 30 Jahren ist die Volkshochschule auf dem Gelände der früheren Estetal-Kaserne untergebracht. Foto: Sulzyc
Bis heute bei Dirk Pohl besonders gut in Erinnerung: als Steampunk 2018 zum ersten Mal nach Buxtehude kam. „Wir mussten den Leuten erklären, was dieses kulturelle Phänomen ist und haben einen Steampunk-Tag in der VHS gemacht.“
2012 ganz frisch in Buxtehude, erinnert sich Dirk Pohl noch heute an die China-Wochen an der VHS. Beeindruckt hat ihn ein Professor aus China, der das Riesenreich mit einem Hochgeschwindigkeitszug mit einer Milliarde Passagieren verglich. Die Lehre daraus: Jede Veränderung in China könne nur langsam passieren.
Politische extreme Rechte geht Dirk Pohl an
Persönlich scharf angegangen worden sei er wegen Veranstaltungen in der poltischen Bildung, wegen eines Vortrags zur Neuen Rechten. Der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler setzte sich darin mit Rechtspopulismus auseinander. Oder auch wegen einer Veranstaltung zu Beschneidungszeremonien.
Besonders gern erinnert sich Dirk Pohl an einen früheren Schüler: 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen, habe dieser an der VHS Buxtehude in speziellen Kursen Deutsch gelernt. „Er machte Abitur und will Informatik studieren. Das ist doch eine tolle Geschichte.“
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