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Lokale Wirtschaft

THammer-Markt in Stade von Insolvenz betroffen: „Wir schließen“

Die Nachricht am Schaufenster des Hammer-Markts in Stade ist eindeutig: „Wir schließen.“

Die Nachricht am Schaufenster des Hammer-Markts in Stade ist eindeutig: „Wir schließen.“ Foto: Battmer

93 Märkte der Handels- und Einrichtungskette Hammer werden vom Investorenkonsortium ReThink übernommen und sollen geöffnet bleiben. Stade scheint nicht dabei zu sein.

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Von Lars Strüning
Dienstag, 07.10.2025, 05:50 Uhr

Stade. Nach Angaben des Unternehmens gibt es dazu eine rechtsverbindliche Einigung. Etwa 1.200 Arbeitsplätze bleiben demnach erhalten. „Es schmerzt uns sehr, dass wir nicht allen eine Zukunft innerhalb der neuen Gesellschaft bieten können“, erklärte die Geschäftsführung. Zuerst hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet.

Nur noch Kartenzahlung bei Hammer in Stade

Etwa 70 Hammer-Filialen müssen schließen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des Unternehmens erfuhr. Offenbar ist davon auch der Stader Standort am Steinkamp betroffen. An den Schaufenstern wurde ein großer Schriftzug aufgehängt: „Wir schließen.“

Der Hammer-Markt in Stade.

Der Hammer-Markt in Stade. Foto: Battmer

Ein Schild weist darauf hin, dass seit Sonnabend nur noch Kartenzahlung möglich ist, also kein Bargeld mehr angenommen wird. Wann die Filiale schließt ist nicht bekannt. Es wird ein Rabatt von zehn Prozent eingeräumt. Es heißt aber, dass die betroffenen Läden keine Ware mehr bestellen können. Der Abverkauf scheint zu laufen.

Der Mutterkonzern, die Brüder Schlau GmbH & Co. KG aus Porta Westfalica, hatte im Juni einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Zur Unternehmensgruppe gehörten die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Kette Hammer sowie die Handwerkermärkte der Marke Schlau. Insgesamt waren 3.900 Menschen beschäftigt.

Verhandlungen über Sozialpläne laufen

Viele davon verlieren ihre Stelle. Die Großhandelssparte Schlau mit zuletzt noch etwa 60 Märkten soll vollständig aufgegeben werden. Die Bestände sollen abverkauft werden. Möglicherweise können einige Schlau-Standorte unter anderem Namen weitergeführt werden, heißt es. Es gebe Interessenten für einzelne Geschäfte. Mit den Betriebsräten laufen derzeit Verhandlungen über Sozialpläne und einen Interessenausgleich.

Die Brüder Schlau Gruppe wird abgewickelt. Das Unternehmen war 1921 als Farbengroßhandlung von den Brüdern Theodor und Wilhelm Schlau in Minden gegründet worden. Die ersten Hammer-Einrichtungsmärkte eröffneten 1976 in Bremerhaven und Lübbecke. (ing/dpa)

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