THarsefelds DRK-Vorsitzende hört auf - Das erwartet den Nachfolger
Nadja Dulies führte den DRK-Ortsverein Harsefeld für zwölf Jahre. Foto: P. Meyer
Sie war die jüngste Vorsitzende im DRK-Kreisverband. Jetzt will Nadja Dulies Platz für frischen Wind machen. Wie sie ihr Amt erlebt hat und was ihr Nachfolger wissen muss.
Harsefeld. Beim DRK-Ortsverein Harsefeld steht ein Wechsel an der Spitze an. Nach zwölf Jahren legt Nadja Dulies ihr Amt als 1. Vorsitzende nieder. „Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, Verantwortung abzugeben und Raum für neue Ideen zu schaffen“, sagt die 44-Jährige. Gleichzeitig sucht der Ortsverein nicht nur einen Nachfolger für Nadja Dulies, sondern auch einen neuen Stellvertreter.
Zum Deutschen Roten Kreuz kam Dulies vor 15 Jahren eher zufällig. Bei einer Blutspende lagen Zettel aus, auf denen Helfer gesucht wurden. „So bin ich in den Arbeitskreis Blutspende gerutscht“, erinnert sie sich. Schnell übernahm sie das Amt der Schriftführerin im Vorstand und kurz danach den Vorsitz - zunächst kommissarisch. „Eigentlich wollte ich das nur ein Jahr machen“, erinnert sie sich. Daraus wurden zwölf.
Katastrophenschutz
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Damals war Dulies mit 32 Jahren die jüngste Vorsitzende im gesamten Kreisverband - mit zwei kleinen Kindern und berufstätig. Skepsis habe sie ab und an gespürt. „Sätze wie: ‚Sie sind doch viel zu jung‘ habe ich anfangs öfter gehört“, erzählt sie. Doch Nadja Dulies wuchs in ihre Aufgabe hinein und machte sich schnell einen Namen. Heute blickt die Harsefelderin auf eine intensive Zeit zurück - mit vielen Begegnungen, aber auch Herausforderungen, etwa während der Corona-Pandemie, als Blutspenden unter strengen Auflagen organisiert werden mussten und Kurse zeitweise nicht stattfinden konnten.
Grillbüfett lockt immer viele Blutspender
Der DRK-Ortsverein Harsefeld ist gut aufgestellt. Rund 600 aktive und passive Mitglieder engagieren sich in verschiedenen Bereichen. Besonders sichtbar sind die vier Blutspendetermine im Jahr. Die Beteiligung sei konstant hoch, selbst im Januar bei Blitzeis seien rund 180 Spender gekommen. „Das hat mich wirklich begeistert“, sagt Dulies. Im Sommer seien es oft noch mehr, nicht zuletzt wegen der Gemeinschaft und des Grillbüfetts. „Die selbst gemachten Salate der Ehrenamtlichen sind legendär“, erzählt sie lachend.
Auch darüber hinaus laufe das Angebot gut. Die Kleiderkammer an der Großen Gartenstraße ist zweimal wöchentlich geöffnet. Die Seniorengymnastik findet donnerstags statt und erfreue sich so großer Beliebtheit, dass inzwischen sogar über eine dritte Gruppe nachgedacht werde. Erst kürzlich konnte eine neue Gruppenleitung gewonnen werden. Hinzu kommt eine Kreativgruppe, in der sich Seniorinnen und Senioren regelmäßig zum Kaffeetrinken, Handarbeiten und Klönen treffen. Das Jugendrotkreuz ist als eigene Einheit ebenfalls fester Bestandteil des Vereins, hat aber eine eigene Leitung.
Neue Impulse seien ausdrücklich willkommen. Besonders gut erinnert Dulies sich an einen Rollatoren-Kurs, den sie nach einem Vorbild aus einem benachbarten Ortsverein nach Harsefeld holte. Gemeinsam mit der Verkehrswacht wurde geübt, Bordsteine sicher zu überwinden, außerdem wurden die Rollatoren korrekt eingestellt. „Das lief richtig gut“, erzählt sie.
Ehrenamt ist Familiensache bei den Dulies
Nun steht der Wechsel an der Spitze bevor. Neben dem Vorsitz ist auch der Posten der stellvertretenden Vorsitzenden neu zu besetzen. Diese Funktion hatte zuletzt Sohn Philipp Dulies übernommen, der nun für ein Studium wegziehen musste.

In Harsefeld findet viermal im Jahr ein Blutspendetermin statt (Symbolbild). Foto: Oliver Berg/dpa
Die Sorge, dass die Aufgabe zu groß sei, versucht sie einem möglichen Nachfolger zu nehmen. „Es geht vor allem ums Koordinieren, Weiterleiten und Ansprechbarsein“, erklärt sie. Die eigentliche Arbeit liege bei den vielen engagierten Gruppen. Niemand müsse alles allein stemmen, die Aufgaben seien auf vielen Schultern verteilt. Wichtig seien Teamgeist, Verlässlichkeit und Freude am Ehrenamt.
„Und das Tolle“, so Nadja Dulies, „man bekommt immer mit, was in Harsefeld gerade los ist.“ Vorerfahrung beim DRK sei zudem keine Voraussetzung. Die neue Spitze will Nadja Dulies bis Ende des Jahres richtig einarbeiten. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 20. Mai statt.
Ganz verabschieden will sich Nadja Dulies nicht. Bei den Blutspenden bleibt sie weiterhin aktiv. „Ganz ohne Ehrenamt geht es bei mir vermutlich nicht“, sagt sie. Der Zusammenhalt und der Kontakt zu den Menschen hätten ihr immer viel gegeben. „Wenn man im Ort etwas bewegen will, braucht es das Ehrenamt.“ Dass dieses gesellschaftlich mehr Anerkennung verdiene, davon ist sie überzeugt. Vorschläge wie Rentenpunkte für Ehrenamtliche hält sie für sinnvoll: „Das würde freiwilliges Engagement deutlich attraktiver machen.“
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