THeinbockeler Eltern fordern längere Betreuungszeiten und warmes Mittagessen
Eltern aus Hagenah fordern längere Betreuungszeiten und ein tägliches Mittagessen für ihre Kinder. Foto: Helfferich
Seit 2023 wünschen sich Kita-Eltern in Heinbockel längere Betreuungszeiten und ein gemeinsames Mittagessen für die Kinder. Viel passiert ist seither nicht.
Heinbockel. Veronika Wintjen, Mutter von zwei Kindern, hat im Mai dieses Jahres das Thema - längere Betreuungszeiten und warmes Mittagessen - wieder aufgegriffen. Die Vorsitzende des Kinder- und Jugendfördervereins Hagenah ist selbst Betroffene. Sie arbeitet trotz Teilzeitstelle in leitender Position - und kommt an ihre Grenzen.
Denn um 13 Uhr müsse sie spätestens ihre Kinder an der Kita abholen, erzählt die 36-Jährige. Gegessen wird zu Hause. Für berufstätige Eltern - insbesondere für Teilzeitkräfte - ist das eine Herausforderung. Veronika Wintjen erzählt: „Oft komme ich mit dem Handy am Ohr in die Kita, sammle meine beiden Kinder ein, telefoniere auf dem Nachhauseweg weiter, stelle das Essen auf den Tisch und gehe an den Schreibtisch.“ Sie selbst komme häufig gar nicht dazu, etwas zu essen.
Mutter fordert längere Betreuung und warmes Essen
Wintjen wünscht sich für ihre Kinder eine Betreuungszeit bis 15 Uhr mit warmem Essen. „Wir gehören zu den bundesweit 4 Prozent der Kitas, die kein Mittagessen ausgeben“, merkt die 36-Jährige an. Diese Zahl bestätigt auch das Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung. Nach einer bundesweiten Studie bieten 96 Prozent aller Kita-Einrichtungen ein Mittagessen an. Heinbockel ist nicht dabei.
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Veronika Wintjen berichtet, dass sie im Mai dieses Jahres als Vereinsvorsitzende eine Gemeinderatssitzung nutzte, um auf die aktuelle Problematik der Betreuungszeiten beider Kitas in Heinbockel hinzuweisen. Dort habe es lediglich geheißen, dass der Rat „offen für neue Ideen“ sei.
Das war der 36-Jährigen zu wenig. Gleich am folgenden Tag startete sie eine private WhatsApp-Bedarfsumfrage mit dem Ergebnis, dass für 30 Kinder ein Bedarf angemeldet wurde, davon 25 Kinder täglich bis 15 Uhr. Außerdem verweist sie auf die Dorfgemeinschaftsanlage im Ortsteil Hagenah in direkter Nachbarschaft der Regenbogen-Kindertagesstätte. Drei Küchen gibt es dort und eine große Fläche im Dachgeschoss. Möglicher Raum für eine erweiterte Kinderbetreuung.
Betroffene sollen vorgegebene Wege nicht eingehalten haben
Veronika Wintjen wirft nicht nur der Verwaltung, sondern auch der Politik vor, das Problem nicht auf dem Zettel zu haben. Von deren Seite heißt es, die Betroffenen hätten nicht die von der Verwaltung vorgegebenen Wege eingehalten und sich nicht an die zuständigen Stellen gewandt.
Ende August informierte nun eine Mitarbeiterin des Fachbereichs Familie, Soziales und Steuerung der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten, dass in Heinbockel ein Gespräch zur möglichen zukünftigen Ausrichtung der Kindertagesstätten - auch mit Blick auf die potenzielle Entwicklung eines Betreuungsangebotes - stattgefunden habe.
Dabei sei eine Voranfrage an das Regionale Landesamt für Schule und Bildung (RLSB) hinsichtlich der baulichen Voraussetzungen für die Umsetzung eines Ganztagesbetriebs gestellt worden. Auch werde mit Beginn des nächsten Quartals eine Bedarfsermittlung erfolgen.
Ratsmitglied: Tatsächlicher Bedarf sei zu prüfen
Der stellvertretende Bürgermeister Hans-Jürgen Pape erklärt auf TAGEBLATT-Anfrage, dass dem Heinbockeler Gemeinderat bisher kein Antrag seitens der Elternvertretung oder des Kita-Beirats zu verlängerten Öffnungszeiten vorliege. „Hierfür ist im ersten Schritt zu ermitteln, wie groß der tatsächliche Bedarf an längeren Öffnungszeiten ist und ob die Kindertagesstätten organisatorisch und räumlich für längere Betreuungszeiten und Mittagsverpflegung geeignet sind.“
Auch erklärt er seine Bereitschaft, während eines Elternabends über den Bedarf und die Voraussetzungen für längere Betreuungszeiten zu sprechen. Ob und wann die Gemeinde tatsächlich verlängerte Öffnungszeiten anbieten könne, sei aktuell nicht absehbar. Diese seien wiederum abhängig von der bereits eingeleiteten Begutachtung der Kindertagesstätten durch das Landesjugendamt und der dann folgenden Bedarfsabfrage durch die Gemeinde. Auch müsse geklärt werden, ob für verlängerte Betreuungszeiten zusätzliches Personal zur Verfügung stünde.
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