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Kommunalwahl

THelge Winnat: Ein Linker will Bürgermeister in Nordkehdingen werden

Helge Winnat will hauptamtlicher Bürgermeister der neuen Gemeinde Nordkehdingen werden.

Helge Winnat will hauptamtlicher Bürgermeister der neuen Gemeinde Nordkehdingen werden. Foto: Helfferich

Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren galt Helge Winnat zunächst als gewählt. Doch dann flog der Linke aus dem Freiburger Rat wieder raus. Diesmal soll das nicht passieren.

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Von Susanne Helfferich
26.07.2026, 16:50 Uhr

Nordkehdingen. Damals waren es acht Stimmzettel, die vom Wahlausschuss nachträglich zugelassen wurden und damit den Linken rauskickten.

Diesmal kandidiert der 56-Jährige für das Bürgermeisteramt in der künftigen Gemeinde Nordkehdingen, für den Kreistag und mit seinen beiden Parteifreunden Dean Höft und Bastian Winnat auch für den Gemeinderat.

Auf die Frage, was ihn so zuversichtlich mache, dem Posten des Verwaltungschefs gerecht zu werden, antwortet er selbstbewusst: „Weil ich es kann.“

Er und Dean Höft, der vor fünf Jahren noch für Die Partei kandidierte, gehen davon aus, dass sie am 13. September gewählt werden. Dafür benötigten sie zehn Prozent der Wählerstimmen, sagt Höft.

Der bundesweite Trend stärkt die Linken

Der Trend stärke die Linken. Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren hatten sie in Nordkehdingen 1,7 Prozent der Wählerstimmen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 seien es knapp 6 Prozent gewesen, so Winnat. Daraus schließt er: „Wir haben hier im Landkreis binnen zwei Jahren fast eine Vervierfachung der Stimmen.“ Das sei eine deutliche Steigerung.

Helge Winnat ist gelernter Einzelhandelskaufmann, arbeitet aber seit 15 Jahren im Bereich Gleisbausicherung. Er lebt seit sechs Jahren in Freiburg. Und er ist viel herumgekommen: Aufgewachsen ist er in der Lüneburger Heide. Von dort ging es nach Sachsen-Anhalt und über Braunschweig nach Nordkehdingen. „Ich lebe gerne in Freiburg“, sagt er.

Das Ziel der Linken ist soziale Gerechtigkeit

Winnat beschreibt sich als guten Zuhörer, er wünsche sich mehr Vielfalt in seinem Umfeld. Helge Winnat möchte mit den Bürgern ins Gespräch kommen, ihre Bedürfnisse ernst nehmen. Er will soziale Gerechtigkeit herstellen und die Ärmsten unterstützen.

Über viele Jahre gab es in Nordkehdingen nur CDU und SPD. 1990 kam eine Freie Wählergemeinschaft hinzu, die bisher nur in Oederquart und im Samtgemeinderat auftrat. Das möchte der Kandidat ändern.

Es sei Zeit für Veränderungen, sagt Winnat. Es gebe zu wenig Frauen und junge Leute in den Räten. Und er bedauert, dass die Linken und die Grünen bisher im Norden des Landkreises nicht vertreten seien.

Sein politischer Feind ist die AfD. Die vom Niedersächsischen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ geführte Partei hatte kürzlich beim Freiburger Bassin einen Stand angemeldet und lud zu Wurst und Bier ein. Da positionierten sich die Linken und demonstrierten gemeinsam mit den Omas gegen Rechts und dem Harburger Bündnis gegen die AfD. Da hätte er sich mehr Unterstützung anderer Parteien gewünscht.

Das sind die politischen Ziele von Helge Winnat

  • Für eine solide Infrastruktur sorgen. Dazu gehören sowohl Verkehrswege wie Elbefähre und Radwege (Wischhafen nach Oederquart) als auch Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten sowie medizinische Versorgung durch (Fach)Ärzte.
  • Alternative Energien ausbauen und fördern.
  • Stärkere Einbindung der Jugend bei Entscheidungsprozessen.
  • Förderung von ehrenamtlichen Tätigkeiten.
  • Feste Sprechstunden in allen Orten der Gemeinde für Anregungen und Kritik.
  • Gute Kooperation mit Handel und Gewerbe in der Region.
  • Förderung von Veranstaltungen für ein buntes und lebhaftes Miteinander.

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