THochbetrieb und Beschwerden beim neuen Kompostierplatz in Harsefeld
Werner Koop zeigt seine Faustregel für Äste: Sie dürfen nicht dicker als seine geballte Hand sein. Foto: Laudien
350 Anlieferungen an einem Tag - am neuen Kompostierplatz ist viel los. Welche Faustregel dort gilt - und welcher Müll hier künftig entsorgt werden kann.
Harsefeld. „Jetzt fällt im Garten viel an, auch aus unseren Hochbeeten“, sagt Sarah Kakies. „Ich habe einen 900 Quadratmeter großen Garten, da kommt viel zusammen“, so Marco Nikolajczyk, während er Lorbeer- und Zypressen-Äste aus seinem Anhänger lädt. „20 Buchsbäume waren durch den Zünsler hinüber und mussten raus,“ erzählt Gisbert Brischke beim Abladen.
„Alle drei Harsefelder loben die freundlichen Mitarbeiter der neuen Annahmestelle für Grünabfälle - haben aber einen Punkt zu bemängeln: Der Standort im Harsefelder Gewerbegebiet sei schwer zu finden, da es kein Hinweisschild gebe.
Wo befindet sich die neue Annahmestelle?
Tobias Güldenpfennig, stellvertretender Betriebsleiter der Abfallzentren, Wertstoffhöfe und Kompostierplätze im Landkreis Stade, spricht von einer durchwachsenen Stimmung an den ersten Öffnungstagen: „Bürger haben sich beschwert, dass sie die neue Annahmestelle in der Rümelswiese 16 nicht finden konnten. Viele sind noch zur alten Anlage Im Sande gefahren. Hinweisschilder zum Umzug wurden dort angebracht, sind aber anscheinend nicht gelesen worden.“

Gisbert Brischke entsorgt seine Buchsbäume. Foto: Laudien
Die Abhilfe sei in Arbeit: Am Kreisel im Gewerbegebiet an der Straße Rümelswiese (hinter dem Geschäft Radwelt) wird demnächst ein Schild aufgestellt. Man sei dazu im Kontakt mit der Gemeinde Harsefeld.

Die Entsorgungsprofis (von links): Cord Meyer, Leiter des Amts Abfall und Kreislaufwirtschaft, Christopher Fitschen, Sachgebietsleiter Sonderabfall, und Tobias Güldenpfennig, stellvertretender Betriebsleiter der Abfallwirtschaftszentren, Wertstoffhöfe und Kompostierplätze im Landkreis Stade. Foto: Laudien
Trotzdem herrschte am vergangenen Mittwochnachmittag reger Betrieb an der neuen Annahmestelle: Pkw rollten am laufenden Band durch den Eingang, viele mit Anhängern, die bis oben mit Grünabfällen beladen waren.

350 Anlieferungen mit Grünabfällen wurden jeden Tag an der neuen Harsefelder Annahmestelle gezählt. Foto: Laudien
350 Anlieferungen pro Tag wurden bislang gezählt, berichtet Güldenpfennig. Jetzt in den Herbstferien rechnet der Betriebsleiter mit 400 bis 450 Anlieferungen. „Jeder räumt dann seinen Garten auf.“
Welche Abfälle werden nicht angenommen?
Werner Koops ist einer der sechs freundlichen Mitarbeiter der Gemeinde Harsefeld, die zu zweit im wechselnden Einsatz den Andrang regeln und ein wachsames Auge auf die Grünabfälle haben. Einige Abfälle musste er schon zurückweisen. Dazu zählten Plastik, Jägerzaunteile und Fallobst.

Marco Nikolajczyk entsorgt mit seinem Anhänger Grünabfälle aus seinem Garten. Foto: Laudien
„Aber auch Stubben, Wurzelwerk, Steine und Erde dürfen nicht als Grünabfälle entsorgt werden, sondern gehören in die Entsorgungsstellen in Stade oder Ardestorf bei Buxtehude.“ Zur Größe des Baumschnitts hat Koops seine eigene buchstäbliche Faustregel: „Alle Äste, die größer als meine Faust sind, gehören hier nicht her.“
Wer darf seine Grünabfälle in Harsefeld entsorgen?
An der neuen Annahmestelle in Harsefeld dürfen alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Stade ihre Grünabfälle kostenlos entsorgen.
T Knackpunkt Grünabfälle: Kritik an Erhöhung der Müllgebühren
Als Nachweis genügt das Autokennzeichen STD oder der Personalausweis, erklärt Cord Meyer, Leiter des Amts Abfall und Kreislaufwirtschaft.
Was wurde an der neuen Annahmestelle verbessert?
Der alte Kompostierplatz Im Sande war in die Jahre gekommen, zu klein und durch Rückstaus auf der Zufahrtsstraße überlastet. Während der Straßensanierung hatte sich die Situation zusätzlich verschärft. 2,6 Millionen Euro hat der Landkreis inklusive 184.200 Euro für den Grundstückskauf von der Gemeinde Harsefeld in die neue Annahmestelle investiert, erläutert Meyer.

Für die neue Grünabfall-Annahmestelle im Harsefelder Gewerbegebiet hat der Landkreis Stade 2,6 Millionen Euro investiert. Foto: Laudien
Die Platzverhältnisse seien jetzt viel besser. „Durch den speziellen Untergrund gelangt kein Sickerwasser, das durch Regen bei Grünabfällen entsteht, ins Erdreich“, erläutert Güldenpfennig. Zudem wurde das neue Annahmegebäude mit Photovoltaik, Wärmepumpe und Anschluss an die Trink- und Brauchwasserversorgung ausgestattet.
Altkleidercontainer und Schadstoffmobil
Künftig können an der neuen Annahmestelle nicht nur Grünabfälle entsorgt werden, sondern auch Container für Altkleider, Altglas und Altpapier sollen demnächst aufgestellt werden. Zudem kommt ab 2027 fünfmal im Jahr das Schadstoffmobil, das bislang in der Jahnstraße Station machte.
Neuer Wertstoffplatz gleich nebenan
Direkt neben der neuen Annahmestelle ist ein Wertstoffplatz für Abfälle wie Altholz, Sperrmüll und Hausmüll geplant. Er soll mit einem Rampensystem ausgestattet werden, das eine ebenerdige Abladung ermöglicht. „Eine überdachte und kundenfreundliche Anlage. Bürger fahren mit dem Auto direkt bis zum Container und können ihren Müll einfach nach unten abwerfen“, erklärt Cord Meyer.
Öffnungszeiten: Die neue Annahmestelle in der Rümelswiese 16 ist - wie die bisherige - mittwochs und freitags von 13.30 bis 18 Uhr geöffnet sowie samstags von 8 bis 13 Uhr.

Plastik wie dieses Pflanzenschild (links) und dicke Hölzer (rechts) gehören nicht in die Entsorgung von Grünabfällen. Foto: Laudien
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